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stern-Gespräch

Porsche-Aufsichtsratschef: Wolfgang Porsche: "Bei VW wurde ein schwerer Fehler gemacht"

Wolfgang Porsche ist ein Enkel von Ferdinand Porsche und der Cousin von Ferdinand Piëch. Seine Familie besitzt die Mehrheit bei VW. Porsche feiert "70 Jahre Sportwagen" und macht Mega-Gewinne trotz Dieselkrise. Am 10. Mai feierte Wolfgang Porsche seinen 75. Geburtstag.

Von Thomas Ammann

Wolfgang Porsche: "Bei VW wurde ein schwerer Fehler gemacht"

Wolfgang Porsche: "Mein Großvater hat bereits Elektroautos konstruiert."

Eine kleine Straße führt zum Alpenhof "Schüttgut" oberhalb von Zell am See, 60 Kilometer südlich von Salzburg. Nur ein metallicblauer Porsche 911 signalisiert, dass hier kein gewöhnlicher Landwirt wohnt.

Pünktlich um neun Uhr öffnet sich die Tür, und der Hausherr im hellbraunen Tweed-Anzug tritt heraus: Wolfgang Porsche, demnächst 75, promovierter Handelswissenschaftler und Sprecher des Porsche-Zweigs innerhalb der Automobildynastie Porsche-Piëch. Er ist Aufsichtsratschef der Porsche SE, die mit über 52 Prozent die Mehrheit am Volkswagen-Konzern hält, und unter den Enkeln des Patriarchen Ferdinand Porsche (1875–1951) der einflussreichste. Die Rivalität mit seinem Cousin Ferdinand Piëch prägte jahrelang das öffentliche Bild des Clans. Sie endete erst, als Piëch Ende 2017 überraschend seine Anteile an die restliche Familie verkaufte und sich aufs Altenteil zurückzog.

Wolfgang Porsche bittet in sein Haus. "Hier ist meine Heimat", erklärt er. Vor einigen Jahren ist er zurückgekehrt an jenen Ort, an dem er seine ersten Lebensjahre verbrachte. Hier ins beschauliche Salzburger Land hatte sich die Familie in Kriegszeiten zurückgezogen, hier auf dem Gut legte sie den Grundstein für das heutige Weltunternehmen Porsche, hier waren und sind die Porsches und Piëchs vereint – im Leben und im Tod. In der Familiengruft liegen neben Wolfgang Porsches Großeltern und Eltern, seiner Tante Louise und deren Mann Anton Piëch auch der bereits verstorbene Bruder und die Cousine.

Der Weg in die gute Stube führt vorbei an Jagdtrophäen, schweren Kuhglocken vom jährlichen Almabtrieb und selbst gemalten Stillleben, die der Hausherr stolz präsentiert. Nichts deutet darauf hin, dass hier einer der mächtigsten und reichsten Männer der deutschen Wirtschaft zu Hause ist. Keine Spur von Luxus oder Protz, stattdessen eher eine großbürgerliche Behaglichkeit. Wolfgang Porsche ist ein Mann, der den leisen Auftritt bevorzugt.

Herr Porsche, der Volkswagen-Konzern und auch das Unternehmen, das Ihren Namen trägt, gerieten durch die Dieselkrise in Turbulenzen. Sind Sie zufrieden, wie das bisher im Konzern behandelt wurde?

Bei Volkswagen wurde ein schwerer Fehler gemacht, aber die Sache wird aufgearbeitet, und die Probleme werden Stück für Stück in Ordnung gebracht. Volkswagen muss mit Blick auf die Luftqualität in den Städten eng mit politisch Verantwortlichen zusammenarbeiten. Es nützt niemandem, wenn wir aktiv darauf hinarbeiten, eine unserer Schlüsselindustrien zu gefährden, von der in der Bundesrepublik jeder siebte Arbeitsplatz abhängt.

Den ehemaligen Ziegenstall auf dem "Schüttgut" nutzt Porsche als Schnapsbrennerei und Räucherhaus. Der Autobauer ist auch Biobauer aus Passion

Den ehemaligen Ziegenstall auf dem "Schüttgut" nutzt Porsche als Schnapsbrennerei und Räucherhaus. Der Autobauer ist auch Biobauer aus Passion

Aber können Sie verstehen, dass nicht wenige Dieselkäufer verärgert sind?

Ja, das verstehe ich. Deshalb arbeitet Volkswagen intensiv an Lösungen. Für die betroffenen Modelle gibt es bereits gute Software-Updates. Dagegen würden Hardware-Veränderungen mindestens zwei, drei Jahre Entwicklungsarbeit erfordern. Und bis dahin würde sich bei den Schadstoffen nichts verbessern.

Es gab Durchsuchungen bei Porsche, zwei führende Mitarbeiter sitzen in Haft. Ist das Unternehmen Porsche tiefer verstrickt, als bisher zugegeben?

Haben Sie bitte Verständnis, dass ich mich zu staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht äußern kann.

Wie schwer wiegt der Vertrauensverlust in der Öffentlichkeit?

Sicher sind viele enttäuscht, aber offenbar entscheiden sich sogar mehr Menschen als früher, eines unserer Autos zu kaufen. Sonst hätten wir nicht so hervorragende Konzernzahlen vermelden können. Wobei man sehen muss, dass Audi und Porsche den weitaus größten Anteil zum Ergebnis beisteuerten. Wir müssen deshalb darauf achten, dass auch die anderen Marken ihren Deckungsbeitrag weiter verbessern.

Wäre im Volkswagen-Konzern mehr Bescheidenheit angebracht?

Ja. Ich habe schon öfter gesagt, dass es kein Wert an sich ist, die Nummer eins in der Welt zu sein, was die Größe betrifft. Wenn man diesbezüglich zu sehr auf den Putz haut, läuft man Gefahr, die Kunden aus dem Blick zu verlieren. Sie sind für uns das Wichtigste.

Wie passen die Managergehälter dazu? Zuletzt gab es Kritik, weil der bisherige Vorstandschef Müller im vergangenen Jahr 10,2 Millionen Euro verdiente und damit die vereinbarte Grenze leicht überschritt.

Die Neugestaltung der Vorstandsvergütung in der Volkswagen AG orientiert sich an Systemen, die in Dax-Konzernen üblich sind. Die Obergrenze wurde im Übrigen nicht überschritten, denn in der Summe sind Pensionsrückstellungen und Nebenleistungen enthalten. Im Vergleich zur Autoindustrie und zu anderen Branchen liegt Volkswagen mit den Vorstandsgehältern sicher nicht an der Spitze.

Wo bleiben der Kulturwandel und die moralische Erneuerung, die Sie eingefordert haben?

Es geht voran, aber abgeschlossen ist dieser Prozess noch nicht. Vor allem wird das Dieselthema den Volkswagen-Konzern noch viele Jahre beschäftigen. Deshalb stelle ich mich im Aufsichtsrat noch einmal zur Wahl. Wenn meine Gesundheit es zulässt, bleibe ich die vollen fünf Jahre. Ich glaube schon, dass ich den angestoßenen Wandel noch mitüberwachen sollte.

Jedenfalls haben Sie in der Porsche SE die Weichen für die Zukunft gestellt, indem jetzt einige jüngere Familienmitglieder für die Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen worden sind.

Das halte ich für ganz wichtig. Vor allem bin ich froh, dass wir bei der Porsche SE eine ausgeglichene Neubesetzung haben, indem sich sowohl externe Fachleute als auch Familienmitglieder der vierten Generation zur Wahl stellen. Ich lege großen Wert darauf, dass wir keine Erbfolgefirma sind. Wir sind zwar eine große Familie, aber das heißt nicht, dass jeder für die Gremienarbeit geeignet ist. Mir ist wichtig, dass wir zunächst heiß diskutieren, allerdings hinter verschlossenen Türen, und dann nach außen mit einer Stimme sprechen.

Genau das funktionierte ja in Ihrer Generation nicht immer. Wird das in der nächsten Generation mit mehr als 30 Familienmitgliedern noch schwieriger?

Manche Ressentiments, die es früher mal gab, werden künftig sicher keine Rolle mehr spielen. Ich könnte mir vorstellen, dass sich das alles beruhigt.

Porsche, Porsche und Porsche. Die beiden 550 Spyder stehen für die Renntradition des Hauses in den 1950er Jahren – und für den Aufstieg zur globalen Marke

Porsche, Porsche und Porsche. Die beiden 550 Spyder stehen für die Renntradition des Hauses in den 1950er Jahren – und für den Aufstieg zur globalen Marke

Es ist ja schon ruhiger geworden, weil Ihr Cousin Ferdinand Piëch als Gesellschafter ausschied. Sind Sie erleichtert?

Das war sicher eine Zäsur. Ich frage mich immer wieder, wie sich jemand mit einer solch großartigen Lebensleistung innerhalb kürzester Zeit selbst ins Abseits bugsieren konnte. Das ist mir ein Rätsel.

Es kam im April 2015 zum endgültigen Bruch mit Ihnen, nachdem Ferdinand Piëch öffentlich erklärt hatte, er sei "auf Distanz zu Winterkorn", dem damaligen Volkswagen-Chef.

So konnte man nicht mit jemandem umgehen, mit dem man 35 Jahre lang gut zusammengearbeitet hat. Das habe ich meinem Cousin auch deutlich gesagt.

Jetzt haben Sie sich in dem Machtkampf durchgesetzt. Macht das die Gestaltung im Volkswagen-Konzern leichter?

Zunächst möchte ich festhalten: Es gab keinen Machtkampf in der Familie. Die Veränderungen im Aufsichtsrat im April 2015 wurden von diesem Organ und der Hauptversammlung der Volkswagen AG entschieden. Wir konzentrieren uns im Aufsichtsrat von Volkswagen auf das Überwachen des Vorstands und greifen nicht in dessen operative Arbeit ein.

Als einen der Gründe für die Differenzen zwischen den Familienzweigen nannte Ferdinand Piëch einmal, dass die Porsches Waldorfschüler waren, während er ein "Abhärtungsinternat" besuchen musste.

Mit dieser Mär, dass die Porsches alle Anthroposophen und Waldorfschüler sind, muss ich mal aufräumen. Das stimmt so nicht. Wir Porsches sind im Jahr 1950 von Zell am See wieder nach Stuttgart gezogen. Damals wechselte das Schuljahr in Österreich im Herbst, in Deutschland zu Ostern. Meine Brüder und ich hätten also ein halbes Jahr nicht in die Schule gehen können. Die Stuttgarter Schulen waren ohnehin alle überfüllt, und nur weil meine Mutter eine Waldorfschülerin war und Rudolf Steiner sogar noch gekannt hat, durften wir dann die Waldorfschule besuchen. Das waren also mehr äußere Zwänge.

1972 kam es zum offenen Streit darüber, wer in Ihrer Generation das Sagen haben sollte – ein Porsche oder ein Piëch. Das entscheidende Treffen fand hier auf dem Schüttgut statt.

Das stimmt. Wir saßen hier in diesem Raum, zusammen mit den Beratern, Experten für gruppendynamische Prozesse. Mein Vater leitete die Runde.

Ihr Cousin Ferdinand Piëch sprach damals von "Hausschweinen" und "Wildschweinen".

Ja, er meinte: Wir Porsches, die "Hausschweine", würden gefüttert, und er, das "Wildschwein", müsse sich das Futter selbst suchen. Ich habe über diesen Vergleich immer geschmunzelt, weil es so einfach natürlich nicht war.

Weil man sich damals nicht einigen konnte, schied die Familie komplett aus dem Management bei Porsche aus und stellte externe Manager ein.

Ich studierte zu dieser Zeit noch, bin also nicht ausgeschieden. Der erste Vorstandsvorsitzende von außen war dann Ernst Fuhrmann. Er glaubte nicht an die Zukunft des 911 und ließ den 928 als Nachfolger entwickeln. Das war das falsche Auto zu dieser Zeit, vor allem weil es viel größer erschien, als es tatsächlich war. Wir entschieden dann, dass der 911 weitergebaut wird. Was würden wir heute ohne ihn machen?

Porsche in seinem Haus in Zell am See. Das Porträt zeigt seine Großmutter Aloisia

Porsche in seinem Haus in Zell am See. Das Porträt zeigt seine Großmutter Aloisia

Gäbe es Porsche dann überhaupt noch?

Wahrscheinlich nicht.

Ein anderer Vorstandschef empfahl während einer Krise Ihrem Vater sogar, das Unternehmen zu verkaufen.

Das war Peter W. Schutz in den 1980er Jahren. Mein Vater lehnte das ab und meinte, er habe der Firma nicht seinen Namen gegeben, um sie an Fremde zu verkaufen. In den 1970er Jahren gab es allerdings mal die Überlegung, dass Volkswagen unsere Firma übernimmt. Es wurde sogar eine Zahl genannt, was man erlöst hätte ... gut, dass wir damals nicht verkauft haben. (lacht)

Ende der 2000er Jahre sollte es dann andersherum gehen, als Wendelin Wiedeking Vorstandschef war. Porsche wollte den VW-Konzern kaufen, aber dann ging das Geld aus. War das die schwierigste Phase?

Also, wir haben es immerhin geschafft, bis 2009 die Mehrheit an Volkswagen zu erwerben, und der Wolfsburger Konzern verfügt seither über einen verlässlichen Ankeraktionär. 2012 hat die Porsche SE die Marke Porsche komplett in den Volkswagen-Konzern eingebracht, und Porsche hat sich seither unter dem Konzerndach gut entwickelt.

Warum gab es dann damals so heftige Auseinandersetzungen um diesen Einstieg von Porsche bei VW?

Es ist bekannt, dass es zu immer stärkeren Spannungen zwischen meinem Cousin Ferdinand Piëch und dem damaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking kam. Öffentlich hat mein Cousin so getan, als ob er den jeweiligen Beteiligungsaufbau bei Volkswagen unterstützt, aber hinter den Kulissen versuchte er, Sand ins Getriebe zu streuen. Wiedeking hatte schon früh gesagt, dass er eine Beteiligung an Volkswagen nur eingeht, wenn die Familie dahintersteht. Und ich weiß genau, dass er sich nie ganz sicher war, ob mein Cousin das im Verlauf der Entwicklung dann wirklich unterstützte. Das war unnötig und völlig unmöglich. Aber ich möchte nicht alles auf meinen Cousin schieben, auch Wiedeking hat damals Fehler gemacht. Es war unglücklich, dass er im Herbst 2007 davon sprach, bei Volkswagen dürfe es keine "heiligen Kühe" geben. Das hat die Stimmung bei der Volkswagen-Belegschaft unnötig aufgeheizt.

Sie haben bei Wiedekings Verabschiedung vom "Mythos Porsche" gesprochen, der nie untergehen dürfe. Was macht den Mythos aus?

Wenn man das so einfach erklären könnte. Ich glaube, das sind viele Mosaiksteine. Zum einen mag es mit einer gewissen Bescheidenheit im Auftreten der Marke Porsche zu tun haben. Zum anderen lieben viele unserer Kunden diese Autos regelrecht. Sie sind exklusiv, trotzdem alltagstauglich. Vielleicht ist ein kleiner Mosaikstein auch, dass es noch eine Familie im Aufsichtsrat des Unternehmens gibt. Und es gibt wahrscheinlich keinen Mitarbeiter bei Porsche, der nicht stolz darauf ist, dort zu arbeiten. Insofern bilden unsere Mitarbeiter und Kunden auch im übertragenen Sinn eine Porsche-Familie.

War es im Nachhinein betrachtet doch ein Glücksfall, dass Volkswagen am Ende die Marke Porsche übernahm?

Ich hatte schon gesagt, wir sind auf einem guten Weg. Ich hoffe trotzdem, dass in den einzelnen Marken des Volkswagen-Konzerns noch effizienter entwickelt und nicht ständig überall das Rad neu erfunden wird. Deshalb befürworte ich auch in der neuen Struktur eine enge Zusammenarbeit von Porsche und Audi in bestimmten Bereichen. Ich muss aber auch sagen: Die Kultur, die es in Wolfsburg gibt, muss weiter verändert werden.

E-Mobilität 1902: Patriarch Ferdinand Porsche (am Steuer) mit dem "Lohner Mixte"

E-Mobilität 1902: Patriarch Ferdinand Porsche (am Steuer) mit dem "Lohner Mixte"

Wenn Sie bei Volkswagen Strukturen verändern könnten ...

... würde ich es in einzelnen Bereichen tun.

Würden Sie die Macht des Betriebsrats beschneiden?

Ich hatte noch nie ein Problem damit, dass die Arbeitnehmer bei Themen, die die Mitarbeiter betreffen, mitbestimmen. Aber es sollte sich darauf beschränken, und es sollte sich daraus kein Anspruch auf ein Co-Management ableiten.

Ist Ihnen die Machtfülle des Betriebsrats zu groß?

Es muss eine Gewaltenteilung geben. Aber klar ist auch, dass der Vorstand das Unternehmen führt und am Ende die Verantwortung für die Entscheidungen trägt.

Vorstandschef Matthias Müller musste vor Kurzem gehen. Hatten Sie und der Aufsichtsrat nun doch kein Vertrauen mehr zu ihm?

Matthias Müller hat Großes für den Volkswagen-Konzern geleistet. Er hat in einer äußerst schwierigen Phase des Konzerns die Verantwortung als Vorstandsvorsitzender übernommen und die Weichen in die richtige Richtung gestellt. Die sehr guten Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 unterstreichen seine Leistungen im operativen Bereich. Dafür gebührt ihm unser Dank.

Herbert Diess, der bisherige Chef der Marke Volkswagen, ist Müllers Nachfolger. Was soll er anders machen?

Herbert Diess wird das Tempo der Veränderung nochmals erhöhen und die Konzernstruktur umfassend weiterentwickeln. Er hat eine klare Vision für die zukünftige Zusammenarbeit der Marken im Konzern, die er jetzt umsetzen muss.

Volkswagen ist, wie die gesamte Branche, im Umbruch. Ist der Konzern gerüstet für die Zukunft?

Ich meine, ja. Aber es muss ständig geprüft werden, ob die Strategie stimmt. Da wird sich bis 2025 noch einiges ändern. Es werden immer wieder Anpassungen nötig sein, wenn es neue Erkenntnisse gibt. Als Hersteller sollten wir uns nicht blind für die neuen Technologien begeistern, sondern darauf achten, was die Kunden wollen.

Der Mission E wird das erste Elektroauto bei Porsche sein. In welche Richtung wird sich das Unternehmen ändern?

Porsche muss bei der Elektromobilität vorne mit dabei sein und Akzente setzen. Deshalb investiert das Unternehmen in den nächsten Jahren weit über eine Milliarde Euro für die Umstrukturierung und den Ausbau des Werkes in Zuffenhausen. Das ist teurer, als wenn es auf die grüne Wiese gegangen wäre. Aber Porsche wollte das erste Elektrofahrzeug am Stammsitz in Zuffenhausen bauen und wird dort mindestens 1200 neue Arbeitsplätze schaffen. Wir haben dafür 2016 mit dem Betriebsrat ein Zukunftspaket geschnürt, das ein Gesamtvolumen von derzeit über einer Milliarde Euro hat. Ein Baustein ist der Zukunftsbeitrag. Alle Mitarbeiter beteiligen sich daran, bis hin zu den Vorständen. Sie alle geben bis 2025 für den Wandel in Richtung Elektromobilität einen kleinen Teil ihrer künftigen Tariferhöhungen ab.

Welche Bedeutung werden Sportwagen noch haben?

Mein Vater hat einmal gesagt: Das letzte Auto wird ein Sportwagen sein. Ich will ergänzen, dass der Sportwagen bei uns noch sehr lange ein Lenkrad haben wird. Einen Porsche wird man auch in Zukunft selbst fahren wollen – und können. Wie viele Jahre wir mit dem 911 noch mit Verbrennungsmotoren fahren, weiß ich nicht. Aber ich denke, das sollte möglichst lange sein. Da geht es auch um den Spaßfaktor.

Aber prinzipiell haben Sie mit Elektroautos kein Problem?

Mein Großvater hat bereits Elektroautos konstruiert. Mit dem "Lohner Mixte" fuhr er 1902 von Wien in seinen Geburtsort Maffersdorf – 400 Kilometer ohne Autobahn. Und das ging auch.

Sind Sie den Mission E schon gefahren?

Nein, aber Oliver Blume, der Porsche-Vorstandschef, hat mir versprochen, dass ich ihn bald fahren darf. Ich bin äußerst gespannt darauf. Dann schließt sich der Kreis zu meinem Großvater.

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