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OPEL ASTRA ECO4: Sparen mit Kind und Kegel

Der Hans Eichel unter den Automobilen: Nur 4,4 Liter verbraucht die Eco4-Variante des Opel Astra.

Keine Komfort-Abstriche

Mit seinem ordentlichen Raumangebot ist der Astra Eco4 das erste Sparmobil für Familien: In dem Kompaktwagen finden fünf Personen bequem Platz, wenn's sein muss auch mit Urlaubsgepäck. Die Sitze sind straff gepolstert und bieten sehr guten Seitenhalt. Lobenswert ist die durchdachte Verstellbarkeit der Sitze, mit der auch kleine Menschen schnell in Position kommen. Auch die Verarbeitung stimmt - nichts klappert. Die Karosserie ist vollverzinkt. Opel spendiert deshalb zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung. Bis hier hält der Eco4 Wort mit seinem Werbeslogan: »Sparen ohne Verzicht«.

Schwächen im Stadtverkehr

Doch in der Stadt zeigt der Eco4 erste Schwächen: Bei der Übersetzung des Getriebes hat Opel vor lauter Sparwillen offenbar die Durchzugskraft des Motors ein wenig überschätzt: Im ersten und zweiten Gang dreht der 1,7-Liter-Turbodiesel noch willig seine Runden, doch bei 50 km/h im vierten Gang geht dem Triebwerk spürbar die Puste aus. 1.500 Umdrehungen produzieren ein schwerfälliges Brummen - die Durchzugskraft ist gleich null. Wer nun runterschaltet, dieselt mit 2.200 Umdrehungen über die Straßen. Zu viel, um einen Sparrekord aufzustellen.

Angenehmer ist die Fahrt auf der Autobahn: Zwar schafft der Eco4 nur mit energischem Druck auf das Gaspedal die Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h, dafür fährt der Wagen bei Geschwindigkeiten um 130 km/h umso ruhiger. Wer Sprit sparend fahren will - und deshalb kauft man sich den Eco4 ja schließlich - sollte ohnehin nicht wesentlich schneller unterwegs sein. Sonst schnellt der Verbrauch von unter fünf Liter auf sieben Liter und mehr.

Fieser Crash beim Driften

Navigationssystem: Umwege statt Spar-Strecken

Einen dicken Minuspunkt gibt's für das hauseigene Navigationssystem, mit dem der Testwagen ausgestattet war: Bei einer Probefahrt in Freiburg entdeckte der elektronische Pfadfinder eine höchst interessante Strecke zur Autobahn - leider ein Umweg von rund fünf Kilometern. Auf der A5 wurden Ausfahrten grundsätzlich zu spät angesagt und nach eineinhalb Stunden Fahrt ignorierte sie der Navigator komplett. Der zweite Versuch brachte ein ähnliches Ergebnis.

Erfreulich ist die ordentliche Ausstattung des Astra Eco4. Schon in der Basis-Version sind Fahrer- und Beifahrerairbag, ABS oder die Traktionskontrolle TC Plus serienmäßig. Ebenso selbstverständlich: Servolenkung, Wärmeschutzverglasung und Luftfiltersystem für den Innenraum.

Mit seinem Preis ab 28.185 Mark ist der Astra Eco4 zwar nicht gerade ein Billigheimer, dafür aber ein außergewöhnliches und faires Angebot. Vor allem wenn man bedenkt, dass für die Sparvariante des konventionellen 75 PS-Turbodiesels kein Pfennig dazubezahlt werden muss.

Fazit:

Wer sich für einen Astra Eco4 entscheidet, sollte sich darüber im Klaren sein,

dass der Wagen voll auf Sprit sparen ausgelegt ist. Sportliche Fahrgewohnheiten sollte man schnell vergessen. Wer sich darauf einlässt, kann mit dem ECO4 viel Spaß haben. Vor allem an der Tankstelle.

(hk)

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