Pariser Salon La vie en rose


Alle zwei Jahre haben die französischen Autobauer auf dem Pariser Salon ihre große Show. Auch die ausländische Konkurrenz zeigt Gedankenspiele, doch die sind lange nicht so abgefahren wie die von Renault, Peugeot und Citroen.

Charismatischer Messehöhepunkt des Pariser Salons 2006 ist der Citroen C-Métisse, eine abgefahrene Luxuslimousine mit Fledermaus-Schwenktüren und moderner Dieselhybridtechnik. Das Design des Métisse (bedeutet "Halbblut") ist eine Weiterentwicklung der Studie C-Sportlounge von der IAA 2005. Die optische Dynamik des 4,75 Meter langen C-Métisse ist atemberaubend, seine aufwendige Türmechanik nicht weniger. Die flache Motorhaube geht nahtlos in die mächtige Windschutzscheibe über. Gestreckte Proportionen und eine verrucht dunkelrote Farbgebung unterstreichen seine grenzenlose Extravaganz. Nicht selten bei Citroen-Studien: Auch der C-Métisse hat keine Chance auf eine Serienumsetzung.

Muskel-Twingo

Besonders heiß geht es am Stand von Renault zu. Bereits im Vorfeld hat das mächtige Luxuscabriolet Nepta für viel Aufsehen gesorgt. Doch erst nach der Öffnung der Messetore waren die beiden Studien Twingo Concept und Koleos zu bestaunen. Der Twingo Concept gibt einen realitätsnahen Ausblick auf den bereits seit langer Zeit überfälligen Renault Twingo. Der immer grinsende Renault Twingo der alten Generation ist bereits seit 1993 auf dem Markt und gerät trotz zahlreicher Modifikationen zunehmend ins abseits. Sein Nachfolger wird - wie bei der Pariser Studie zu sehen - deutlich kraftvoller und burschikoser. Die 3,60 Meter lange Konzeptstudie lockt mit ausgestellten Kotflügeln, bulligen Schürzen und rahmenlosen Scheiben. Das Innere des Twingo Concept ist voll gestopft mit Unterhaltungselektronik und Multimedia.

Keine Angst vor Matsch

Etwas weiter in die Zukunft blickt der Renault Koleos Concept, eine längst überfällige Geländewagenstudie der Franzosen. Sie hatten den Allradtrend ebenso wie die Landsleute von Peugeot und Citroen vollständig verschlafen. Der unspektakuläre Koleos wurde auf der bekannten Renault-Nissan-Plattform entwickelt und zeigt erstmals einen ersten Ausblick auf den 4,52 Meter langen Allradler, den Renault im Herbst 2008 auf den Markt bringen will. Für den Antrieb soll ein 170 PS starker Dieselmotor mit zwei Litern Hubraum sorgen. Im Gegensatz zur ausländischen Konkurrenz will Renault seinen ersten 4x4-Crossover betont freizeit- und familientauglich positionieren. 20 Zentimeter Bodenfreiheit und ein variabler Allradantrieb mit Bergan- und Bergabfahrhilfe sorgen jedoch dafür, dass es auch abseits befestigter Pisten vorwärts geht.

Vor Le Mans

Ungewöhnlich sportliche Töne gibt es in den vergangenen Monaten von Peugeot zu hören. Der PSA-Ableger bereitet sich nun auch öffentlichkeitswirksam auf seine Le-Mans-Rückkehr im nächsten Jahr vor. Star der Messe ist der Peugeot 908 RC, dessen Aussehen so ungewöhnlich und angsteinflößend ist, wie der 700 PS starke V12-Dieselmotor, von dem die endlos lange schwarze Flunder nach vorne getrieben wird. Nur ein paar Meter weiter steht zumindest die Karosse des lange ersehnten 2007er Le-Mans-Renners. Ebenfalls sportlich: die Studien Spyder 207 und 207 Super 2000, die beide auf eine besonders sportliche Zukunft im Hause Peugeot hindeuten. Bei so viel Sportlichkeit gerät der neue Peugeot 207cc in Form eines weißen Technologieträgers namens "207 Epure" fast völlig in den Hintergrund. Fest steht: Peugeot will mehr Power in die Modellpalette bringen.

Stefan Grundhoff/press-inform press-inform

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