Porsche 911 Turbo Cabrio Vom Winde verweht


In Zukunft muss sich die solvente Kundschaft wohl auch Gedanken darüber machen, wie man die ungeliebten Ungeziefer-Überreste aus den Haaren und von den Gläsern der Sonnenbrille bekommt.

Porsche Fahrer sind es gewohnt, an warmen Tagen ständig Scheiben und Scheinwerfer von klebrigen Insektenresten zu befreien. In Zukunft muss sich die solvente Kundschaft wohl auch Gedanken darüber machen, wie man die ungeliebten Ungeziefer-Überreste aus den Haaren und von den Gläsern der Sonnenbrille bekommt. Der offene Turbo ist das schnellste Cabrio, das Porsche auf die Straße lässt.

Turbo-Bumms

14 Jahre ohne Turbo-Bumms. Die Fans offener Sportwagen aus Zuffenhausen haben ein lange Durststrecke hinter sich. Da bezahlt man schon Unsummen für einen Porsche ohne Dach und muss sich unter Umständen von einem aufgebrezelten Boxster in die Schranken weisen lassen. Eine grauenvolle Vorstellung.

420 PS

Schluss, aus, fertig und vorbei. Ab sofort hat der legendäre Typ 930, der von 1987 bis 1989 die offene Turbo-Tradition begründete, einen Nachfolger. Einen würdigen, versteht sich. Musste sich der Ur-Turbo noch mit 300 PS aus 3,3 Litern Hubraum begnügen, blubbern unter dem obligatorischen Heckspoiler des aktuellen Turbo-Cabrios 420 PS, die der luftgekühlte Boxer aus 3,6 Litern Hubraum schöpft. Zwangsbeatmet. Zwei Turbolader versorgen das Kraftwerk pausenlos mit hoch verdichteter Atemluft.

Alle Viere

Dabei springen maximal 560 Newtonmeter heraus, die von einer Visco-Kupplung je nach Situation auf beide Achsen verteilt werden. Die Fahrleistungen sind dementsprechend. Den Sprint von null auf 100 Sachen packt der geköpfte Turbo in 4,3 Sekunden, nach 9,5 Sekunden liegen 160 Stundenkilometer an. Die 300er-Marke ist kein Problem - wenn das Dach zu ist. 305 Sachen schafft der Turbo, bevor Roll- und Luftwiderstand der Beschleunigung ein Ende setzen. Mit geöffnetem Verdeck werden dem Porsche schon früher die Beine schwer. Ganz abgesehen davon, dass selbst Cabrio-Fetischisten bei solchen Geschwindigkeiten die Freude am offenen Fahren verlieren.

Technische Daten

Motor

Sechszylinder-Boxermotor mit zwei Turboladern

Hubraum

3.600 ccm

Leistung

420 PS / 309 kW

Bremsen

Scheibenbremsen rundum, ABS und PSM serienmäßig

Länge/Breite/Höhe

4.435/1.830/1.295 Millimeter

0-100 km/h

4,3 Sekunden

Höchstgeschw.

305 km/h

Leergewicht

1.660 Kilo

Grundpreis

138.652 Euro

Spoiler müssen sein

Obwohl man bei Porsche nicht viel von Proll-Extras hält, der Überschuss an Muskelmasse ist nicht komplett zu verstecken. Ohne fest installiertem Heckspoiler darf kein Turbo aus der Garage. Die Abtriebshilfe hat zwar nicht ganz das Bügelbrett-Format vergangener Modelle, ist dafür aber zusätzlich ausfahrbar. Hinzu kommen diverse Löcher, die dem Turbo-Tier zwecks Beatmung des Sechszylinders in den Pelz geschnitten wurden. Die Einlassöffnungen im Seitenteil vor der Hinterachse beatmen die Ladeluftkühlung, während in der Frontschürze drei große schwarze Öffnungen Kühlluft zu den Wasserkühlern leiten und im Rückspiegel den Fluchtreflex der anderen Verkehrsteilnehmer auslösen sollen.

Souveränes Dach

Mit großen Experimenten hält man sich in Zuffenhausen nicht auf. Auch das Turbo-Cabrio hat ein Stoffmützchen im Verdeckkasten, dass sich im Bedarfsfall innerhalb von 20 Sekunden selbst auspackt. Anhalten muss man dafür übrigens nicht. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 Sachen geht der Deckel zuverlässig zu. Das kann keines der so hoch gelobten Blech-Klappdächer.

Stattlicher Preis

Die Extra-Portion Kraft lässt sich Porsche was kosten. 138.652 Euro sollte man schon haben, um sich ein 911 Turbo Cabrio bestellen zu dürfen. Dafür bekommt man seinen Zuffenhausener aber auch in Metallic-Lack gehüllt und mit Leder ausgeschlagen. Außerdem sind Alarmanlage, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Zentralverriegelung, Alarmanlage, Navigationssystem, Telefon und CD-Player mit an Bord.

Jochen Knecht

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