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Porsche Carrera GT: Schwabenstolz

Ferrari, Lamborghini oder Maserati... Schnell sind sie alle - und können ihm doch nicht das Wasser reichen. Auf dem Genfer Automobilsalon geht der gewaltigste Porsche an den Start, den die Zuffenhausener jemals auf vier Räder gestellt haben. Die Qualitäten des Porsche Carrera GT liegen jenseits der Geschwindigkeit.

Ferrari, Lamborghini oder Maserati... Schnell sind sie alle - und können ihm doch nicht das Wasser reichen. Auf dem Genfer Automobilsalon geht der gewaltigste Porsche an den Start, den die Zuffenhausener jemals auf vier Räder gestellt haben. Die Qualitäten des Porsche Carrera GT liegen jenseits der Geschwindigkeit.

PS-Zuwachs

Nur selten legt ein Fahrzeug bei der Mutation von der Studie zum Serienmodell an Motorleistung zu. Porsche ist aber auch kein normaler Autobauer. 558 PS wummerten im Heck der Carrera-GT-Studie, die vor knapp einem Jahr Sportwagen-Fans zum Sabbern brachte. Anscheinend war´s zu wenig. Das V10-Triebwerk im Serien-GT wird 612 PS aus 5,7 Litern Hubraum schöpfen. Unnötig zu erwähnen, dass der Motor während der Arbeit in Regionen jenseits der 8000 Umdrehungen pro Minute vordringt.

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Viel PS pro Kilo

Nun markieren 600 PS und rund 600 Newtonmeter-Kraft längst nicht mehr die Krone des Sportwagenbaus. Das weiß man auch in Zuffenhausen und rollt ob dem PS-Wahn anderer Hersteller nur mitleidig mit den Augen. Leichtbau heißt das Zauberwort für brachialste Fahrleistungen. Bei 4,61 Metern Länge bringt der Carrera GT nur schlappe 1.380 Kilo auf die Waage. Kombiniert man diese autobauerische Hungerkur mit den 612 PS des Zehnzylinders, kommt der schnelle Rechner auf ein Leistungsgewicht von 2,25 Kilo pro PS! Damit schrammt der Schwabenstolz nur ganz knapp am Ferrari Enzo (2,05 Kilo pro PS) vorbei.

Porzellan-Laden

Möglich wird die Super-Diät durch den verschwenderischen Einsatz von Karbon. Erstmals haben es die Porsche-Ingenieure beim Carrera GT geschafft, das komplette Monocoque und den Aggregat-Träger aus Kohlefasern zu backen. Bisher mussten mindestens für den Aggregat-Träger noch herkömmliche Stahl-Profile herhalten. Wie es sich für Innovationen gehört, hat man sich in Zuffenhausen dieses neue Konstruktions-Konzept gleich patentieren lassen. Wo die Entwickler gerade beim Erfinden waren, haben sie für den Super-Porsche auch gleich noch eine neue Keramik-Kupplung (PCCC) entwickelt. Damit wird der GT zum echten Porzellan-Laden – für die Verzögerung sorgt nämlich eine bewährte Keramik-Bremsanlage.

330 Spitze

Wäre der Carrera GT ein englisches Produkt, würde unter "Fahrleistungen" jetzt hier "ausreichend" stehen. Understatement eben... Da man in Baden-Württemberg auf das Erreichte aber stolz sein darf, macht Porsche aus den Carrera-Sprintwerten keinen Hehl. Erst bei 330 Sachen setzen Physik und Luftwiderstand dem Vorwärtsdrang ein Ende. Zwischenzeitlich vergehen gerade einmal 3,9 Sekunden bis zum Etappenziel 100 km/h. Nach 9,9 Sekunden steht dann bereits eine Zwei vor den beiden Nullen.

Um bei derartigen Fahrleistungen der Physik möglichst lange ein Schnippchen schlagen zu können, sorgt neben einem ausfahrbaren Heckspoiler eine spezielle Unterbodengeometrie für den nötigen Abtrieb. Der Kohlefaser-Unterboden endet in einem Heck-Diffusor, der das Fahrzeug auf die Straße saugt.

Porsche Carrera GT

Motor

V10-Saugmotor

Hubraum

5,7 Liter

Leistung

612 PS

Max. Drehmoment

590 Newtonmeter

Länge/Breite/Höhe

4.610/1.920/1.160 Millimeter

Gewicht

1.380 Kilogramm

0-100 km/h

3,9 Sekunden

0-200 km/h

9,9 Sekunden

Höchstgeschw.

330 km/h

Preis

ab 400.000 Euro

Fehlt noch was? Ach ja, der Preis. "Ausreichend" wäre leicht untertrieben. 400.000 Euro sollte man aber schon zur Verfügung haben, bevor man sich an Porsche wendet. Dafür bekommt man dann aber auch ein "einfach zu handhabendes Dachsystem" (Zitat Pressetext). Die beiden Kohlefaser-Leichtbauteile lassen sich demontieren und gehen im vorderen Kofferraum mit auf die Reise.

Jochen Knecht

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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