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Neue Sportwagen Porsche-Urenkel auf eigener Mission: Elektroauto-Reihe mit starker Batterie

Eine Ansage an Porsche? Der Piëch GT soll in den kommenden Jahren erscheinen
Eine Ansage an Porsche? Der Piëch GT soll in den kommenden Jahren erscheinen
© Piëch Automotive AG
Porsche könnte neue Konkurrenz bekommen. Ausgerechnet Porsche-Urenkel Toni Piëch will in eigener Mission eine Elektroauto-Reihe auf den Markt bringen − mit nennenswerten Eigenschaften. Die Sportwagen sollen unter anderem mit einer starken Batterie überzeugen.

Toni Piëch strebt mit seinem Start-up, Piëch, die Produktion eigener Sportwagen an. Der Urenkel von Ferdinand Porsche, will im Jahr 2024 sein erstes Auto auf den Markt bringen, welches bislang den Projektnamen "Piëch GT" trägt.

Das Fahrzeug wird nach Angaben des Schweizer Unternehmens rein elektrisch fahren und mit einer 75-kWh-Batterie mit Pouch-Zellen, welche auf der Lithium-Ionen-Technologie basieren, ausgestattet sein. Damit soll das Zweisitzer-Auto eine Reichweite von 500 Kilometern haben. Piëch wirbt zudem mit einer überdurchschnittlich raschen Ladeleistung. 

"Dank enger Zusammenarbeit mit unserem Partner in China konnte eine Lösung gefunden werden, die Vollladungen in weniger als fünf Minuten zu ermöglichen. Im Hinblick auf die spätere Serienfertigung und kürzere Beschaffungswege der Ladestationen hat sich Piëch entschlossen, die Entwicklung mit Deutschen Partnern zu sichern“, sagt Klaus Schmidt aus dem Deutschen Entwicklungsteam, zuvor Leiter bei der Sportmarke M von BMW. An den herkömmlichen CCS2-Schnellladesäule soll der Piëch GT seine Batterie in acht Minuten zu 80 Prozent aufladen. Zum Vergleich: Schnellladende Elektroautos schaffen eine solche Ladeleistung derzeit in ungefähr 20 bis 30 Minuten.

Piëchs E-Auto soll nicht mehr als 1800 Kilogramm wiegen und drei Motoren von je 150 kW (204 PS) besitzen − einer auf der Vorderachse und zwei auf der Hinterachse. Insgesamt soll der Piëch GT also mit 450 kW (611 PS) erscheinen und von 0 auf 100 in unter drei Sekunden beschleunigen. Der Sportwagen wird dabei ein "zeitloses Design" haben, kündigt das Unternehmen an.

Drei Elektroauto-Modelle geplant

Der Piëch GT war der Öffentlichkeit auf dem Genfer Autosalon 2019 vorgestellt worden. Danach wurde es ruhig um das Start-up von Co-Gründer und CEO Toni Piëch. Inzwischen ist der Piëch GT erfolgreich in die Testphase gestartet, wie das Unternehmen Anfang Oktober mitteilte.

Mitte 2024 soll der Sportwagen als erstes Fahrzeug einer Autoreihe von drei sportlichen Varianten auf den Markt kommen. Im ersten Jahr will das Start-up 1200 Einheiten des E-Sportwagens produzieren, der rund 200.000 Euro kosten soll − und damit fast das Doppelte von einem technisch-vergleichbaren Porsche Taycan 4S. Im Jahr 2025 soll dann ein SUV folgen, 2026 eine Viersitzer-Limousine.

Neue Sportwagen: Porsche-Urenkel auf eigener Mission: Elektroauto-Reihe mit starker Batterie

Damit das gelingt, hat Piëch die Entwicklung der Fahrzeugbatterie von China nach Deutschland verlagert und ein Testzentrum am Flughafen Memmingen in Betrieb genommen. Piëch arbeitet mit 50 Zulieferern zusammen. "Bis kommenden März wird der zweite Prototyp fertiggestellt, eine weitere Serie von mehreren Prototypen soll noch im 2022 folgen, basierend auf deren Testergebnissen dann 2023 ein weiterer Batch von Prototypen gebaut wird", sagt der Leiter des Deutschen Entwicklungsteams, Schmidt.

Porsche-Urenkel will Sportwagen weltweit verkaufen

Die Produktion soll an zwei Standorten erfolgen. Zur Auswahl stehen Magna in Österreich, Valmet in Finnland oder der Automobilhersteller NedCar in den Niederlanden. Wenn die Markteinfuhr des Piëch GT gelungen ist, soll der Wagen auf den wichtigsten EU-Märkten, den USA und China sowie anderen außereuropäischen Märkten etabliert werden und in den Verkauf gehen. Eine Anmeldung zur Reservierung ist bereits online möglich. Obgleich Piëch noch ein mehrjähriger Prozess bis zur Markteinfuhr seines ersten, geplanten Autos bevorsteht, zeigt sich Toni Piëch bereits flexibel: "Den Anfang machen Elektro-Fahrzeuge, aber sollte der Wasserstoff-Antrieb und die Brennstoffzelle ihren Durchbruch erreichen, können wir dank unserer modularen Fahrzeug-Architektur flexibel reagieren."

Quellen: Pressemitteilung Piëch, Focus, FAZ


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