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Schlaglochzentrale: Den Straßenkratern auf der Spur

Harald Kraus kämpft für die Sicherheit auf deutschen Straßen: Der 61-jährige Rentner aus Eislingen betreut Deutschlands zentrale Meldestelle für Schlaglöcher – und macht persönlich Druck bei den zuständigen Straßenverkehrsämtern.

Zum Ende des Winters treten sie reihenweise zutage: Schlaglöcher. Vom Frost in den Asphalt gesprengt, können sie schlimme Unfälle verursachen. Deshalb hat Harald Kraus ihnen den Kampf angesagt. "Hier geht es um Verkehrssicherheit", betont der 61-Jährige. Seit rund einem Jahr verwaltet er im baden-württembergischen Eislingen die nach seinen Angaben einzige bundesweite Schlagloch-Zentrale.

Rund zwei Drittel der gemeldeten Schlaglöcher beseitigt

Jede Schadensmeldung ist für Kraus ein ernstzunehmender Auftrag. "Wenn die Leute sich die Mühe machen, uns ein Schlagloch zu melden, dann ärgern sie sich entweder schon lange drüber oder der Fall ist entsprechend krass", sagt er. Um den Schaden einschätzen zu können, bittet er oft um ein Foto. Dann macht er sich an die Arbeit: Er sucht die genaue Stelle und die Behörde, die die Kosten übernimmt.

Hat Kraus das zuständige Straßenverkehrsamt gefunden, nimmt er Kontakt auf, meldet den Schaden - und bekommt sehr unterschiedliche Reaktionen. "Einige danken und reagieren prompt, andere sagen, dass sie unsere Hilfe nicht brauchen." Rund zwei Drittel der gemeldeten Schlaglöcher seien mittlerweile beseitigt, sagt Kraus, Stolz schwingt in seiner Stimme mit.

Der "Herr der Schlaglöcher"

Los ging es 2005 mit einer Aktion des Automobil-Clubs Europa ACE. Der Verein machte eine Bestandsaufnahme der Krater in Fahrbahnen - und die Schadensmeldungen trudelten auch nach Ende der Aktion weiter ein. So reifte der Entschluss, Deutschland eine zentrale Meldestelle für Schlaglöcher zu verschaffen. Kraus, stellvertretender ACE-Regionalvorsitzender für Baden-Württemberg, wurde zum "Herrn der Schlaglöcher" auserkoren. "Zu der Zeit war ich etwas mehr als ein Jahr in Rente. Es passte ganz gut."

Fahrbahnzustand in Berlin besonders schlimm

Rund 900 Schadensmeldungen hat Kraus bisher über seinen Internet-Schlaglochmelder erhalten. Am aktivsten seien die "Loch-Melder" in Nordrhein-Westfalen - mit knapp einem Viertel der Meldungen.

Kraus' Eindruck von Deutschlands Straßen: Der Zustand werde von Süden nach Norden schlechter - und in Berlin sei die Situation besonders schlimm. In Eislingen übrigens suche man vergeblich nach einem Schlagloch. "Die Stadtverwaltung ist da sehr hinterher, mir keine Angriffsfläche zu bieten."

Wenke Böhm/DPA / DPA
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