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Autokauf-Poker: Prämie sichern, bevor's zu spät ist!

"Wer zuerst kommt, mahlt zuerst", heißt das Abwrackprämien-Prinzip. Geht der Antrag zu spät ein, gibt's kein Geld vom Staat, obwohl der alte Wagen auf dem Schrottplatz steht. Also mal eben schnell ein Auto kaufen? Noch ist der Fördermittel-Topf so voll, dass sich niemand vom Händler drängen lassen muss - aber wie lange das so bleibt, weiß niemand.

Von Anja Semmelroch

Eins hat die Abwrackprämie zweifellos geschafft: Die Autohändler gehen nicht mehr durchs Jammertal. "In unseren Häusern ist was los, die Kunden kommen, die Händler sind fröhlich", berichtet Helmut Blümer vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe. Auch Ansgar Klein vom Bundesverband freier Kfz-Händler (BVfK) nennt die Nachfrage "sensationell" und erzählt von Autoverkäufern, die am ersten Samstag nach Prämienstart zehnmal so viele Fahrzeuge wie sonst an den Mann gebracht haben sollen.

Was die Händler freut, verunsichert viele Kunden. Was, wenn man sich zu lange Zeit lässt mit der Entscheidung und andere die 2500 Euro vom Staat einstreichen? Die Fördermittel sind auf 1,5 Milliarden Euro begrenzt, reichen also für maximal 600.000 Prämien. Aufstocken will die Bundesregierung das Budget nicht, das betonte Wirtschaftsminister Michael Glos noch einmal am Freitag: "Das Geld ist eine fixe Summe." Einen Rechtsanspruch auf die Prämie hat niemand, und den Antrag kann man erst nach dem Kauf stellen. Besteht die Gefahr, dass Zauderer am Ende leer ausgehen?

Noch ist viel da vom 1,5-Milliarden-Euro-Kuchen

Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) - hier wird die Abwrackprämie ausgezahlt - zeigt man den potentiellen Autokäufern, wie ihre Aktien stehen. Auf der Homepage gibt es ein Kreisdiagramm, das den aktuellen Stand der Fördermittel darstellt. Hier kann jeder auf einen Blick erkennen, wie viel noch vom 1,5-Milliarden-Euro-Kuchen übrig ist. Exakt 17.528 Anträge sind eingegangen, seit am 27. Januar das Download-Formular online gestellt wurde - ein äußerst schmales Torteneck. Aber der "Kuchen" schrumpft von Tag zu Tag schneller: Von Dienstag auf Mittwoch dieser Woche verbuchte das BAFA rund 1000 neue Anträge, 24 Stunden später waren bereits weitere 7000 hinzugekommen.

Die Zahlen zeigen, dass auch das Fördermittel-Diagramm nur ein Anhaltspunkt sein kann - niemand weiß, wie schnell wie viele Anträge folgen werden. Binnen einer Woche haben sich allein von der BAFA-Homepage mehr als 400.000 Menschen das Formular heruntergeladen. "Es ist unheimlich viel in der Pipeline", glaubt BVfK-Verbandschef Ansgar Klein. Nach dem, was er aus den Autohäusern hört, liegen dort noch einige 10.000 Anträge auf Eis. Trotzdem sagt er: "Wir glauben, dass der Topf für mindestens drei Monate reicht." Das hieße: bis Ende April. Aber eine Garantie gibt es natürlich nicht. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Noch steht nicht fest, ob das Wirtschaftsministerium die Verwaltungskosten für die Prämien-Vergabe übernimmt - wenn nicht, muss das Geld aus dem 1,5-Milliarden-Euro-Topf abgezweigt werden. In diesem Fall reichen die Fördermittel gar nicht für 600.000 Autokäufer. "Dann werden wir das Diagramm sofort entsprechend ändern", verspricht Holger Beutel vom BAFA. Genaue Zahlen nennt er nicht, beruhigt aber, indem er von "sehr niedrigen Verwaltungskosten" spricht.

Dem Verbraucher hilft das nur bedingt weiter. Wie lange ist man noch auf der sicheren Seite? Vier Wochen, drei Monate oder noch ein halbes Jahr? Eindeutig zu beantworten ist das nicht. "Die Kunden müssen wissen, dass sie ein Risiko eingehen", sagt Jürgen Fischer von der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern.

Selbst wenn das Fördermittel-Diagramm zum Zeitpunkt des Autokaufs noch grünes Licht gibt: Entscheidend ist nicht der Vertragsabschluss - der Wagen muss auch ausgeliefert und auf den neuen Halter zugelassen sein, ehe der Antrag ans Amt gehen kann. Wie schnell das alles über die Bühne geht, liegt nur zum Teil in der Hand des Autokäufers: Verzögern sich die Lieferzeiten - und für Klein- und Kompaktwagen werden laut BVfK bereits die Lagerbestände knapp -, steht wiederum die Prämie auf dem Spiel.

"Grundsätzlich liegt natürlich das Risiko beim Kunden", bestätigt Klein vom BVfK. Aber er weiß auch von Händlern, die als Service die Prämie direkt mit dem Kaufpreis verrechnen und damit das Risiko auf die eigene Kappe nehmen. Um klare Verhältnisse zu schaffen, hat der BVfK deshalb einen Zusatz zum Kaufvertrag entworfen. Hier halten Kunde und Händler schriftlich fest, was passieren soll, falls es nicht klappt mit der Abwrackprämie. Entweder das Auto wechselt trotzdem den Besitzer – oder beide Seiten vereinbaren ein Rücktrittsrecht, gegebenenfalls gegen Schadensersatz.

Kein Autokäufer muss sich gedrängt fühlen

Dem Autokäufer gibt eine solche Klausel die Planungssicherheit, die ihm das Abwrackprämien-Prinzip bewusst verwehrt. Wer nichts dergleichen im Vertrag stehen hat, sollte besser vorsichtig sein: Könnte man sich den neuen Wagen ohne die 2500 Euro vom Staat gar nicht leisten, rät die Verbraucherzentrale eher vom Kauf ab. Jeder sollte sich ausreichend Zeit nehmen, seine Finanzen zu prüfen, heißt es dort. Auch wenn von den 1,5 Milliarden Euro Fördergeld Tag für Tag weniger übrig ist, muss sich im Februar niemand gedrängt fühlen. Wer aber den Kauftermin weit ins Jahr hinein verschieben will, sollte das Fördermittel-Diagramm im Auge behalten - sonst könnte er am Ende leer ausgehen.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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