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E-Bike: Mühelose Gipfeltour

Von wegen "Tour der Leiden"- auch ein ungeübter Radfahrer kann bei Sturm und Gegenwind einen hohen Berg hinauf fahren. Vorausgesetzt, das Fahrrad hilft. E-Bikes sind Fahrräder mit einem Elektromotor, der sich zuschalten lässt, wenn Unterstützung gebraucht wird.

Die erste Testfahrt findet unter erschwerten Bedingungen statt. Ein ungebändigter Sturm überfällt Mallorca in diesen sonst recht milden Tagen. Wir, eine untrainierte Gruppe von Hobby-Radfahrern, sind auf der Insel gelandet, um trotz Wind und Wetter batteriegestützte E-Bikes auszuprobieren.

Mallorca ist ein Eldorado für Radfahrer. Das Team Milram hat gerade aus dem Hotel ausgecheckt, Saisonvorbereitung stand auf dem Stundenplan. Private Radfahrer nutzen regelmäßig den milden Winter auf Mallorca. Mountainbiker, die sich im gebirgigen Teil die Hänge hinunterstürzen. Straßenfahrer, die Landstrassen und breite Radwege benutzen. Es wimmelt von Radlern, die uns normalerweise konditionell in die Tasche radeln würden. Heute ist dagegen alles anders, heute herrscht Sturm. Die erste Tour führt durch die Häuserwildnis von El Arenal, an der Küste entlang bis ins Zentrum von Palma de Mallorca. Hin und zurück dreißig Kilometer.

Der Sturm tobt so gnadenlos, dass alle gestandenen Waden-Biker ihr Training vorzeitig beenden mussten. Die Radwege entlang der Küste sind frei. Wer sich vor den mitleidigen Blicken echter Antriebsradler gefürchtet hat, freut sich jetzt, den Elektromotor zusätzlich unterm Sattel zu haben. Gegen diesen Sturm, diesen Gegenwind wäre ein normaler Mensch spätestens nach zwei Kilometern machtlos. Schon nach einigen Metern wird klar, dass es Spaß macht, das E-Bike zu fahren. Alle mitgebrachten Vorbehalte, es handle sich eigentlich um ein Reha-Gefährt, sind vergessen. Man tritt, wird beschleunigt und kommt gewaltig auf Touren. Die Bedienung ist denkbar einfach, keiner in der Gruppe hat Probleme.

Viele Fahrradfirmen bieten jetzt für solche Kunden so genannte E-Bikes an. E-Bikes, häufig auch Pedelecs (betont wie: Cadillacs) genannt, heißen Fahrräder, die eine aufladbare Batterie und einen Motor haben, der beim Treten hilft. Die Betonung liegt auf "hilft", denn das Zweirad fährt nicht allein, es ist kein Mofa mit Elektroantrieb. Genau genommen handelt es sich um einen Hybrid-Antrieb, eine Zuschalthilfe. Das Rad fährt mit zwei Antriebsquellen, mit Muskelkraft und mit Strom. Ein kleiner Sensor berechnet die Trittfrequenz und gibt den Befehl an den Motor, Zusatzkraft einzusetzen. Über ein kleines Display am Lenker kann man die 0,5, 1, oder 1,5 fache Menge der eigenen Kraft zusetzen lassen. Der Antrieb setzt nur ein, wenn man tritt, das Rad rutscht nicht unter dem Hintern weg.

Unsere Pferdchen kommen aus dem Stall "Kalkhoff". Eine Firma in der norddeutschen Provinz, Cloppenburg. E-Bikes sind gedacht für Berufspendler, die im Anzug und somit ohne Schwitzflecken am Arbeitsplatz erscheinen möchten. Oder für Mütter, die Einkauf plus Kinderanhänger nach Hause ziehen müssen, für Leute, die gerne radeln und keine Zeit zum Trainieren haben, und für alle, die mit radelnden Angehörigen mitfahren und mithalten wollen.

Natürlich gibt es auch eine Kehrseite. Wer jemals in einer Großstadt gelebt hat, kann sich den Hauptnachteil denken. Kaum ein Gegenstand senkt die kriminelle Hemmschwelle derart ab, wie am Straßenrand geparkte Fahrräder. Fahrräder werden in den Metropolen geklaut, als befinden sie sich in einem rechtsfreien Raum. Nachteil Eins beinhaltet Nachteil Zwei und Drei. E-Bikes sind teuer und schwer. Gut 25 Kilo samt Akku wollen getragen werden und das an einen diebstahlsicheren Platz. Abhilfe bringt da das so genannte Leichtkraftrad. Es gibt E- Bikes mit Nummernschildern. Die sind schneller und mit dem Schild wenigstens versichert. Fahren lässt sich diese flinke Flitzer mit einem Mofaführerschein bzw. einem alten Klasse Drei Führerschein

Im Moment sind das theoretische Bedenken, nach einer Stärkung im Hafen von Palma de Mallorca geht es wieder in den Sattel, um zu sehen, was noch geht. Für den nächsten Tag ist eine Strecke mit Bergfahrt vorgesehen. Von El Arenal bis nach Llucmajor, kurze Pause und dann ab nach oben auf den Klosterberg Puig de Randa. Eine Strecke von etwa 70 Kilometern. Das ist eine Entfernung, die man bei strengem Wind nicht in einem Rutsch fahren kann.

Mallorca zeigt sich wieder stürmisch, aber sonnig. Schon im Januar blühen die Mandelbäume und gelbe Blumen zieren den Wegesrand. Auf kleinen Strassen geht es mitten durch die Insel, links und rechts Felder und Fincas. Hunde bellen, wenn die Gruppe vorbeizieht. Llucmajor nähert sich mit seinen alten Gassen. Dann trennt sich die Gruppe in eine Hardcore- und eine Wellness Fraktionen. Die Wellness Fraktion radelt zurück ins Hotel und die Hardcores strampeln den Puig de Randa hinauf.

Die Bergfahrt ist die Feuerprobe für das E-Bike, denn hier wird der Akku gefordert. Und ein Erlebnis für alle, die noch nie einen Berg hinauf gefahren sind. Für mich sind Radfahrer, die sich Alpenpässe hinaufmäandern, Wesen von einem anderen Stern. Vorsichtshalber fahre ich mal langsam und gehe in den ersten Gang. Acht Gänge hat das Bike. Nach acht Kurven und den ersten zweihundert Höhenmetern stelle ich zu meiner Überraschung fest, dass ich immer noch auf dem Fahrrad sitze. Der Atem geht ruhig, die Beine arbeiten. Es ist ja nicht so, dass man nicht schwitzt, aber ich fahre immer noch bergauf. Oben am Kloster angekommen fühlt man sich wie nach einer Äquatortaufe: der erste Berg des Lebens, wenn auch mit Unterstützung. Ohne die Hilfe des E-Bikes wäre das nie gelungen.

Marina Kramper

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.