VG-Wort Pixel

Elektromobilität Das A und O der Elektromobilität (Teil 1)

Ionity ist ein Zusammenschluss verschiedener Autobauer, darunter BMW, Mercedes, VW, Audi und Porsche
Ionity ist ein Zusammenschluss verschiedener Autobauer, darunter BMW, Mercedes, VW, Audi und Porsche
© press-inform - das Pressebuero
Wer sich ein Elektroauto zulegen will, wird mit vielen neuen Begriffen und Fakten konfrontiert. Wo kann ich mein Fahrzeug laden? Wie lange dauert es? Was kostet der Spaß? Welche Kabel muss ich verwenden? Darf ich einfach so eine Wallbox installieren? Das sind nur wenige der Fragen, die beim Kauf eines Stromes unter den Nägeln brennen. Wir bringen Licht in den E-Mobilitätsdschungel.

Wie viele Ladesäulen gibt es derzeit in Deutschland? Die Anzahl der Ladepunkte ist im letzten Jahr deutlich gestiegen. Bei der Bundesnetzagentur sind aktuell 12.278 Ladesäulen (Stand 5. Februar 2020) gemeldet, von denen viele mehr als einen Ladepunkt haben. In der Regel kommen auf eine Ladesäule zwei Ladepunkte, in seltenen Fällen sind es sogar drei. Sodass man von rund 24.000 Ladepunkten ausgehen kann. Laut dem "Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft" (bdew) werden über 70 Prozent der bestehenden Ladepunkte von Energieunternehmen betrieben. Ein anderes Bild liefern da "statistica com" (rund 18.700 Ladestationen) und "goingelectric.de" (19.279 Standorte, 55.212 Ladepunkte), die auch durch Meldungen die Elektromobilisten aktuell gehalten wird. Betrachtet man die Verteilung der Ladepunkte, fällt auf, dass im Osten Deutschlands die Dichte der Ladesäulen abnimmt. Nach Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew) sind für eine Million E-Autos 70.000 Normalladepunkte und 7.000 Schnellladepunkte nötig. Welche Arten von verschiedenen Ladesäulen sind vorhanden? Grundsätzlich unterscheidet man zwischen AC- (Wechselstrom) und DC (Gleichstrom) Ladestationen. Richtig schnelles Laden ist nur mit Letzteren möglich. Wohingegen eine Wechselladestation die Akkus mit elf bis 22 Kilowatt füllt. Bei einer Gleichstrom-Ladestation liegen in der Regel mindestens 50 kW an, aber es gibt natürlich auch schon Exemplare mit 150 kW und mehr.

Warum brauche ich eine Wallbox? Wenn man sein Elektroauto aufladen will, reicht eigentlich eine haushaltsübliche Schukosteckdose (Schutzkontaktsteckdose). Das mag theoretisch richtig sein, aber in der Praxis nicht zu empfehlen. In der Regel laden die Schukosteckdosen aus Sicherheitsgründen mit 2,3 kW. Alleine dieser Wert zeigt schon, dass diese Art zu Laden für ein Elektromobil mit einer großen Batterie mit mehr als 50 kWh nicht zwingend geeignet. Um diese Batterie an einer Haushaltssteckdose zu füllen, wären dann rund 22 Stunden nötig. Eine Wallbox mit einer Ladeleistung von elf kW oder sogar 22 kW schaffen das in rund viereinhalb Stunden oder etwas mehr als zwei Stunden. Umfragen zeigen, dass die meisten Ladevorgänge daheim oder am Arbeitsplatz stattfinden. Dann kann man auch auf solche Komfortfunktionen nutzen, wie die Vorklimatisierung des Autos. Aber Achtung: Als Mieter besteht aktuell kein Rechtsanspruch auf die Installation einer Wallbox. Dazu ist das Einverständnis des Vermieters nötig. Der muss als Eigentümer das Placet der anderen Eigentümer einholen. Lohnt sich eine Wallbox daheim (auch bei Eigentümergemeinschaften)? Marcus Fendt CEO von "The Mobility House" hat dazu eine eindeutige Meinung: "Wallboxen beziehungsweise. eine individuelle Ladeinfrastruktur lohnen sich definitiv. Aktuell gibt es zudem umfangreicher Förderungen. Eigentümer machen sich dadurch fit für die Zukunft - und sparen so Geld, wenn zum Beispiel neue Gebäuderichtlinien kommen, was in naher Zukunft soweit sein kann. Demnach muss voraussichtlich ab 2025 jeder Parkplatz in Wohngebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen eine Ladeinfrastruktur möglich machen. Ein teures Aufrüsten kann so verhindert werden. Darüber hinaus geht der Immobilientrend zu Nullenergiehäusern und Objekten mit innovativen Konzepten zur nachhaltigeren Energienutzung. Eine Ladeinfrastruktur für Elektroautos erhöht so den Wert der Immobilie deutlich."

In welcher Stadt sind die meisten Ladesäulen vorhanden? Spitzenreiter ist München mit 1.103 öffentlich zugänglichen Ladepunkte (Stand Dezember 2019 / bdew), das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von 696. Auf Platz zwei folgt Hamburg mit 1.070 Ladepunkten (Vorjahr 834), Berlin (974 Ladepunkte) vervollständigt das Siegerpodest. Auffällig ist, dass nach diesem Trio, die Ladepunkte in den Städten rarer werden: Auf Nummer vier der Rangliste liegt Stuttgart mit 405 und Köln belegt mit 159 den zehnten Platz. Wie finde ich unterwegs Stromtankstellen? Die Hersteller von Elektroautos bieten Apps an, mit denen man Ladesäulen findet. Gerade beim Planen einer Route ist diese Funktion hilfreich. Beim Aufspüren der Ladepunkte helfen Apps, von denen es einige gibt. Ein einfacher Weg ist Google Maps, eine gute Spürnase ist auch die PlugShare App, die nach eigenen Angaben die größte "Community" von Elektrofahrern haben, die täglich neue Ladepunkte hinzufügen. Eine weitere Alternative sind Apps, wie Chargemap oder SmartTanken.

Wie sieht es mit dem Schnellladen aus? Ein Blick auf die Werte der Ladepunkte, die bei der Bundesnetzagentur gemeldet sind, ergibt, dass die meisten Ladepunkte mit 22 Kilowatt Strom in die Akkus pumpen. Das Bild verstärkt sich, wenn man wieder bei "goingelectric" nachschaut: 49 Prozent haben 22 bis 42 kW, 25 Prozent bis elf kW und 13 Prozent zwischen elf und 21 kW. Schnellladesäulen mit mehr als 100 kW? Gibt es aktuell vier Prozent, immerhin zehn Prozent schaffen zwischen 43 und 99 kW. Warum geben viele Hersteller die Ladezeit nur bis 80 Prozent an und nicht bis 100 Prozent? Jeder Handynutzer kennt es: Man will sein Smartphone voll aufgeladen haben, wenn man aus dem Haus geht, doch meistens wird in den Datenblättern der E-Autos die Ladezeit von null bis 80 Prozent des SOC angegeben. Zum einen liegen die Werte für die Vollladung manchmal noch gar nicht vor und zum anderen dauert es vergleichsweise lang, bis die letzten 20 Prozent einer großen Autobatterie gefüllt sind. Dies liegt am Innenwiderstand der Akkuzelle.

Wie entschlüsselt man das Ziffern- und Buchstaben-Wirrwarr? Wer sich mit der Elektromobilität auseinandersetzt, trifft auf viele neue Bezeichnungen. Die Kapazität (also so etwas, wie der Tankinhalt) einer Batterie wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Dementsprechend wird auch der Stromverbrauch eines Elektroautos mit Kilowattstunden definiert. Die Leistung, mit der eine Ladestation die Akkus füllt, wird mit Kilowattstunden (kW) bezeichnet. Wenn also eine Batterie eine Kapazität von 100 Kilowattstunden hat und die Stromtankstelle mit 50 KW lädt, ist der Akku nach zwei Stunden voll. Der Begriff "State of Charge" (SOC) ist für jeden Fahrer eines Elektromobils eine wichtige Größe. Denn damit wird nichts anderes als der Ladezustand der Batterie bezeichnet. Wenn die Akkus also halb leer sind, beträgt der SOC also 50 Prozent.

pressinform

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker