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Glosse: "Euer Auto kotzt mich an"

Am fünften autofreien Aktionstag im Rahmen der "Europäischen Woche der Mobilität" gab es nichts Neues an der Stau- und Straßenfront: Der Verkehr quälte sich wie immer.

Ich hatte einen Traum: Strahlendes Wetter, die Vögel singen. Einladend schwingt die Doppelgarage auf. Wen nehmen wir heute, an so einem besonderen Tag? Den Nissan 350 Z, den Sportwagen mit dem gewissen Angeber-Appeal? Die Doppelauspuffrohre röhren, den Mittelmotor vibrieren lassen? Oder den eleganten A6 mit Allradantrieb?

Wie haben Sie den autofreien Tag verbracht?

Heute ist ein Tag für Herrenfahrer, lasst uns also herrlich fahren: Der große Audi darf auf die Elbchaussee. Der Tau leuchtet sanft auf dem Asphalt, das Morgenrot grüßt über dem Hamburger Hafen, Schaltwippen und Sportprogramm lassen den Wagen über die fahrzeugleere Straße schießen. Mit huldvollem Hupen werden die Fahrradfahrer begrüßt. Alle die, die sich den autofreien Tag der europäischen Union zu Herzen genommen und sich umweltbewusst fürs Rad entscheiden haben. Den Bahnfahrern - perfekt chauffiert in ihren komfortablen öffentlichen Verkehrsmitteln - danke ich still, aber von ganzem Herzen.

Ausgeträumt: Zuerst verlässt der Himmel mich. Hamburger Schiet-Wetter, Sprint in die Garage und kein Morgenrot über dem Hafen. Dann die bittere Wirklichkeit, den Traum teilten viele, wenn nicht alle. Keine Spur vom Gleiten ohne Stoßbetrieb. Bug an Heck schiebt es sich in die City. Der Gedenk- und Feiertag nur ein Tag wie jeder andere.

Keine Wagen auf der Straße, das ist eine Vision an der viele Geschmack finden. Aber wer mag damit anfangen? Sie etwa? Offenbar nicht, sonst hätte ich ja freie Fahrt gehabt. Auch Sie sind die eigene Ausnahme von der Regel. Wie lautet die Ausrede: Es musste viel erledigt oder Schweres transportiert werden, fuhr kein Bus oder sind Sie erfindungsreicher? Oder wussten Sie gar nichts von der europäischen Aktionswoche? Und das obwohl der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, sich so sicher war: dass immer mehr Menschen die Vorteile erkennen würden, ohne Auto mobil zu sein. Frohgemut seine Einschätzung, verrät das statische Bundesamt doch, dass Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln mit durchschnittlich 82 Minuten am Tag. Die längsten Wegezeiten haben. Im privaten Auto sind die Menschen im Schnitt zwar auch 76 Minuten unterwegs, doch dort werden die Langstreckenpendler mitgezählt.

So blieb dieser Aktionstag in einem Jahr voller Aktions- und Gedenktage eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wenig Menschen sich von Appellen mitreißen lassen. Wirklicher Erfolg war der Idee nur in Ländern beschieden, die den hehren Aufrufen rüde Taten folgen ließen. Teil- und Vollsperrungen von Innenstädten führten zwar nicht zum autofreien Paradies, aber zum Stau vor der City

GK

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
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