HOME

Interview mit Anthony Khouri: "Al Capone würde Bufori fahren"

Wer Rolls-Royce für ein Massenprodukt hält, muss nach exklusiveren Automobilen wie dem Bufori Geneva Ausschau halten: Der kostet 300.000 Euro und wird nur 60-mal pro Jahr gebaut.

Wie immer man zum Design des Bufori Geneva stehen mag: In dieser Luxuslimousine wird man wohl kaum übersehen. Der Kleinserienhersteller Bufori aus Kuala Lumpur hat sich einen Namen mit Autos wie dem Zweisitzer La Joya (spanisch für: Das Juwel) gemacht, der im Design an die 30er Jahre erinnert. Exklusivität ist Trumpf: "Alles was nicht die Sicherheitsstruktur des Fahrzeugs beeinflusst, ist machbar", sagt Marketingchef Felix Haller. So entstanden schon Modelle mit Blattgold-Überzug oder ein pinker Bufori für eine Dame aus Malaysia. Ein Maharadscha wollte einen Wagen mit höherem Dach, damit er seinen Kopfschmuck nicht absetzen musste. Im Interview spricht Buforis Vorstandschef Anthony Khouri über den neuen Geneva und die Ideen hinter seinem Unternehmen.

Mr. Khouri, wie ist das Unternehmen entstanden?

Anthony Khouri: Schon wenn ich mit meinen Brüdern George und Gerry in unserer Kindheit zusammen beim Abendessen saß, haben wir eigentlich immer über Autos geredet und uns vorgestellt: Wenn wir die Chance hätten, ein eigenes Auto zu kreieren, wie würde das wohl aussehen? Schließlich haben wir uns entschlossen, tatsächlich ein Fahrzeug zu bauen. Aus einem reinen Hobby ist dann ein Unternehmen entstanden. Wir hätten damals wohl nicht einmal im Traum daran gedacht, dass wir einmal unsere eigenen Automobile auf dem Genfer Automobilsalon ausstellen würden.

Was ist das Besondere an ihren Fahrzeugen?

Zunächst einmal entstehen sie alle in Handarbeit. Man braucht zum Beispiel 6000 Arbeitsstunden, um einen Bufori Geneva zu fertigen. Und natürlich sehen unsere Autos wunderschön aus! In einem Bufori ignoriert einen niemand. Der Geneva ist unser neuestes Modell, die Produktion wird demnächst beginnen. Die Produktionsversion wird übrigens 20 Zentimeter länger sein als der Prototyp.

Warum orientieren Sie sich beim Design der Autos so sehr an den 30er Jahren? Der Bufori sieht aus wie ein Auto von Al Capone, wenn er ein "Good Guy" gewesen wäre.

(lacht) Selbst als "Bad Guy" hätte er wohl einen Bufori gefahren. Schließlich kann man den Wagen auch komplett panzern und kugelsicher machen. Aber es stimmt, die 20er und 30er Jahre beeinflussen uns sehr. Es war eine fantastische Ära, in der die Menschen ihr Leben genossen, es gab soviel Musik und Unterhaltung - den Charleston zum Beispiel.

Und doch gab es ab 1929 eine große Wirtschaftskrise, ähnlich wie heute. Warum entstanden gerade zu dieser Zeit so viele faszinierende und luxuriöse Modelle?

Damals wie heute brauchen die Menschen einfach eine Art von Befreiung, etwas, dass Ihnen die gute Stimmung wiederbrachte. Die Autos dieser Zeit, all die Packards, Auburns und Duesenbergs, waren fantastisch. Heute gibt es nur noch Fahrzeuge, die im Computer entstanden sind. Unsere Autos stammen aus einer Ära, in der man tatsächlich noch Kreativität besitzen musste. Man musste einen Traum haben, um etwas zu schaffen, und diesen Traum leben.

Gleichzeitig haben Sie aber auch High-Teach-Features in ihren Autos.

Wir wollen sozusagen die Magie der 30er Jahre mit der Technik von heute verheiraten. Im Geneva zum Beispiel gibt es ein hochmodernes Head-Up-Display. Unsere Autos sind außerdem fast unzerstörbar, die Karosserie besteht aus Kevlar und Karbonfasern. Das hat sich auch schon bewährt. Mein Enkel und mein Neffe zum Beispiel wurden in einem Bufori von einem anderen Wagen gerammt - ein schwerer Unfall, bei dem sie unter normalen Umständen wohl ums Leben gekommen wären. Doch ihnen ist nichts passiert. Nicht umsonst werden Karbon und Kevlar bei Kampfflugzeugen oder in der Formel 1 eingesetzt. Es ist natürlich auch ein sehr teures Material.

Das Interieur des neuen Geneva soll ganz auf die Kunden zugeschnitten werden. Was gibt es denn so für ausgefallene Wünsche?

Ein Bufori ist so groß wie ein Maybach oder Rolls-Royce. Sie können darin mit 200 Km/h fahren und sich dabei eine Tasse Tee oder einen Kaffee machen - einfach auf Knopfdruck. Sie können sich ein virtuelles Büro einrichten mit Touchscreen-Bildschirmen und Internetanschluss rund um die Uhr. Sie können einen Kühlschrank einbauen, einen Champagner-Kühler, einen Humidor für ihre besten Zigarren. Mein persönlicher Geneva zum Beispiel wird mit einem virtuellen Büro eingerichtet sind, und ich werde ihn vielleicht auch panzern lassern.

Was würden sie mit diesem Auto noch gern erreichen? Wie wäre es mit einem Bufori in einem James Bond-Film?

Ich bin sicher, dass es das eines Tages geben wird. Unser Traum ist es zunächst, den Wagen auf der ganzen Welt anzubieten - aber in sehr kleinen Stückzahlen. Unsere Autos können sie nicht einfach beim Händler kaufen. Ein Bufori bleibt für Generationen im Familienbesitz, man gibt ihn an seine Kinder weiter und die wiederum an ihre Kinder. Vom Geneva werden wir maximal 60 Exemplare pro Jahr fertigen, und an dieser Exklusivität halten wir fest.

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.