Kia "Ich fordere 200 PS"

Der Kia Ceed hat sich vom Start weg als starker Golf-Konkurrent bewiesen und soll die koreanische Marke in neue Höhen katapultieren. Ein Gespräch mit Chefdesigner Peter Schreyer über das neue Kia-Gesicht und mit Geschäftsführer Haydan Leshel über Kias Angriffspläne für die Zukunft.

Die aktuelle Modellpalette zeigt sich im Design ziemlich uneinheitlich, auch bei der Gestaltung der Frontpartien. Gibt es zukünftig ein einheitliches Kia-Gesicht?

Peter Schreyer: Wir wollen ein Familiengefühl erzeugen. In Zukunft soll man weltweit bei jedem Modell sofort erkennen, dass es ein Kia ist - das geht nur mit einem einheitlichen Gesicht. Unsere Studie Kee hat darauf einen Vorgeschmack geliefert, und auch der Soul zeigt etwa beim Grilleinsatz die Elemente des neuen Kia-Gesichts. Wir schlagen eine eher sportliche und freche Richtung ein, die nichts Behäbiges und Schwerfälliges hat.

Die drei Kia Soul-Studien haben mit ihrem völlig unterschiedlichen Styling viel Aufsehen erregt. Was kann man davon in die Serie hinüber retten?

Peter Schreyer: Man muss hart daran arbeiten, solche Konzepte in die Serie zu integrieren. Schließlich wird der Wagen kein Auto nur für 25-Jährige, sondern für jede Altersgruppe. Doch der Wagen wird eine tolle Basis für Individualisierungen sein, und wir arbeiten daran. Die Umsetzung im Detail wird auch von der Nachfrage abhängen. Bei der Individualisierung der Studien haben wir ganz bewusst ein bisschen überzogen - warum nicht mal kitschig sein? Auf dem amerikanischen Markt könnte man so etwas übrigens durchaus anbieten.

Es ist auch immer wieder von einem Cee’d Cabrio die Rede - wird es eins geben?

Haydan Leshel: Peter Schreyer und ich haben das Thema Cabrio im Konzern massiv unterstützt. Das Projekt wurde auf höchster Ebene diskutiert und abgewogen. Man hat sich dazu entschlossen, das Cabrio in der jetzigen Modellgeneration noch nicht zu bringen. Wir werden aber sowohl technisch als auch kaufmännisch alles vorbereiten, um das Cabrio in der nächsten Modellgeneration zu realisieren - das wäre dann ungefähr in fünf Jahren.

Und was erhofft sich Kia vom aktuellen Cee’d?

Leshel: Mit dem Cee’d bringen wir das europäische Design, sozusagen die neue DNA von Kia auf die Straße. Unser Verkaufsziel für 2008 sind 16.000 Einheiten, 2007 waren es 10.000. Je mehr Cee’ds auf der Straße sind, desto größer ist der Wiedererkennungs-Effekt der Marke und die Identifizierung der Käufer mit ihrem Auto. Wir rechnen mit einer Verteilung von 55% beim Fünftürer, 15% beim Dreitürer ProCee’d und 30% beim Cee’d Sporty Wagon. Mit dem Sporty Wagon wollen wir auch ins Flottengeschäft einsteigen, ein Bereich, in dem wir bisher kaum tätig sind.

Das Dienstwagen- und Flottengeschäft wird aber doch klar von den deutschen Marken dominiert. Wie wollen Sie das aufbrechen?

Leshel:

Natürlich muss man bei den großen Unternehmen erst einmal auf die "Shopping-Liste" kommen. Unser Hauptziel wird deswegen die Arbeit an der Bekanntheit von Kia sein. Wer sich mit unseren Produkten beschäftigt, wird sie als Alternative zu Golf, Astra oder Focus wahrnehmen. Das zeigen auch viele Testergebnisse, die den Cee’d auf einer Ebene mit diesen Wettbewerbern sehen. Aber diese Tatsache ist nicht bekannt genug. Wir müssen die "Erwäger-Rate" nach oben bringen: Wenn ich von A nach B fahre und nicht nur markenbewusst denke, warum muss es dann zum Beispiel ein Golf sein und nicht ein Kia, bei dem ich für ein paar tausend Euro weniger das Gleiche bekomme? Wir gehören schon jetzt zu den wenigen Importeurs-Marken, die von großen im DAX geführten Unternehmen zum Thema Flottengeschäft angesprochen werden.

Um die Bekanntheit zu steigern, gab es auch zusammen mit Hyundai das Sponsoring der Fußball-WM 2006. Hat es sich gelohnt?

Leshel:

Es gab Untersuchungen, welche der Hauptsponsoren die höchste Steigerungsrate bei der Bekanntheit hatten, und Hyundai war ganz oben auf der Liste. Wir erwarten einen ähnlichen Effekt für Kia von der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz. Eine weitere Strategie zur Image-Steigerung: Wir wollen in das Vermieter-Geschäft einsteigen. Wir brauchen mehr Leute, die unsere Produkte Probe fahren. Sobald sie die hochwertigen Materialien oder das straffe, sehr europäische Fahrverhalten spüren, werden sie von Kia überzeugt sein.

Das klingt nach einer betont sportlichen Ausrichtung - was darf man für die Zukunft in Sachen Motoren erwarten?

Leshel:

Beim Cee’d fordere ich für den deutschen Markt eine stärkere Motorvariante - zwischen 185 und 200 PS. Da könnte es durchaus auch eine Art "GTI"-Variante geben - das sind alles Forderungen, die Kunden an uns herantragen. Für uns ist neben einer weiteren Qualitätssteigerung das sportliche, junge Image der Marke wichtig.

Sebastian Viehmann, press-inform press-inform

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