Kitzbühel The rich and famous


Die Reichen und Schönen zieht es Jahr für Jahr in die Tiroler Alpen. In der Wintersaison ist nicht die Millionenmetropole Wien, sondern Kitzbühel die heimliche Hauptstadt Österreichs. Der Ort inmitten der Kitzbühler Alpen hat gerade 8.600 Einwohner, doch einen Namen wie Donnerhall.

Wer an den knapp 800 m hoch gelegenen Wintersportort denkt, der verliert auch den ein oder anderen Gedanken an die weltbekannten Sportskanonen Hias Leitner, Ernst Hinterseer oder Toni Sailer. Sailer, der „Blitz vom Kitz“, ist wohl auch noch heute der bekannteste der tollkühnen Brettlspezialisten. Geboren wurde Sailer in der Bichlstraße 10, im Herzen von Kitz. Doch in knapp 100 Jahren kamen knapp 50 Olympia- und WM-Medaillen zurück nach Kitzbühel. Wo die Weltbesten zu finden sind, da sind auch die Promis nicht fern. Kein Wunder – schließlich gehört Kitzbühel zu den sehenswertesten Skiorten in den Alpen. Die Atmosphäre stimmt, wirkt trotz der gerade im Winter beachtlichen Besucherzahlen (rund 560.000) niemals künstlich.

Bei einem Spaziergang im Ortskern kann man das Lebensgefühl der Tiroler in sich aufsaugen, und vielleicht Prominenten wie Franz Beckenbauer, Boris Becker, Willi Bogner oder Uschi Glas zunicken. Besonders stimmungsvoll ist der Fußgängerbereich Vorderstadt und Hinterstadt rund um den schmucken Rathausplatz. Gerade bei abendlichem Schneefall taucht sich das Kitzbühler Zentrum in ein gelbliches Licht. Die Geschäfte der Nobeldesigner laden zu einem Schaufensterbummel ein; zahlreiche Cafes und Restaurants bieten eine gute Möglichkeit sich aufzuwärmen. Kitzbühel ist ein Refugium, trotz Tourismus meist ruhig und beschaulich. So stellt man sich einen Winterurlaub oder ein paar freie Tage im Schnee vor.

Mehr als nur Chi-Chi

Direkt im Ortskern von Kitzbühel gibt es überraschend viele Sehenswürdigkeiten. Besonders sehenswert ist das Museum Kitzbühel, das im ehemaligen Getreidekasten und im Turm der Stadtbefestigung untergebracht ist. Hier kann man im historischen Gemäuer tief in die Geschichte Kitzbühels vordringen. Kirchenfans sollten der Liebfrauenkirche, der Katharinenkirche und der Pfarrkirche „Zum heiligen Andreas“ einen Besuch abstatten. Überhaupt hat der kleine Ort eine beeindruckend große Anzahl von Kirchen, die einen meist jedoch erst im Innern in ihren Bann ziehen. Das ungewöhnliche Bergbahnmuseum in Hochkitzbühel sollte man sich ebenfalls gönnen. Hier gibt es ungewöhnliche und interessante Einblicke in die Entwicklung des Liftbaus. Für die Mutigen gibt es einen echten "Streif-Simulator", wo man sich ein paar Minuten wie Ski-As Hermann Maier fühlen kann.

Die härteste Abfahrt der Welt

In Kitzbühel ist eigentlich immer etwas los – besonders in der kalten Jahreszeit. Saisonhöhepunkt und ein Muss für jeden Skifan ist das legendäre Hahnenkammrennen. Waghalsige Abfahrtsläufer der Weltspitze donnern mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h die „Streif“ herunter. Das ansonsten eher beschauliche Kitzbühel ist für drei Tage nicht wiederzuerkennen. 50.000 frenetische Fans machen den renommierten Ort zu einer Mischung aus Ballermann, St. Moritz und Monaco. Wenn man nach dem Rennen die Interviews verfolgt: Mächtig Respekt oder gar Angst hatten vor der Piste fast alle; wie letztes Jahr. Die Piste ist die schwerste auf der Welt – gerade auch deshalb kommen viele der bekannten und unbekannten Zuschauer. Das Hahnenkammrennen Ende Januar ist in den gesamten Alpen jedoch die größte Party des Jahres.

Snow Polo World Cup

Ein ganz anderer sehenswerter Event lockt ebenfalls die Schickeria an. Eine Woche vor dem Hahnenkamm-Wochenende zieht es die Promis ein weiteres Mal ins winterliche Kitzbühel. Am hübschen Schwarzsee findet der imageträchtige Snow Polo World Cup statt. Winterpolo gibt es sonst nur in einem weiteren Wintersportmekka: St. Moritz. Doch auch in Kitzbühel kämpfen vor den Augen der wohlhabenden Sportfans die besten Polo-Spieler der Welt um Ruhm und Geld. Die berittenen Teams sind bestückt mit Poloprofis aus Österreich, England, Deutschland, Argentinien und der Schweiz. Wer es noch beschaulicher möchte, kann sich am Wochenende eine Nachtgondelfahrt auf den Hahnenkamm und ein Candlelight-Dinner in einem der Bergrestaurants gönnen.

Gaudi auf den Bretterm

Doch Kitzbühel bietet nicht nur abseits der Pisten eine Mordsgaudi. Die Skigebiete rund um Kitzbühel gehören mit Seehöhen von bis zu 2.000 m nicht zu den schneesichersten in den Alpen; doch zwischen Dezember und März braucht einem vor Wärmeeinbrüchen und Schneemangel nicht Bange sein. Die bekanntesten Pisten führen herunter vom Kitzbühler Horn und dem Schattberg. Echte Brettlfans treffen sich zu später Skistunde gerne am Gaisberg, wo auch abends unter Flutlicht Wedeln angesagt ist. Viele kommen auch nur mit Skiern zum Lift, um zu einem der netten Gasthäuser im nahe gelegenen Kirchberg zu gelangen. Zudem gibt es am Gaisberg auch eine Rodelbahn. Noch stimmungsvoller geht es beim den Pferdeschlittenfahrten zu, die direkt an der Hinterstadt beginnen.

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