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Porsche 914: Klinik für den Volks-Porsche

Porsche - die meisten denken an Vollgasorgien, brüllende Boxer-Triebwerke und legendäre Rennsiege. George A. Hussey aus Atlanta hat vor 30 Jahren sein Herz an den Porsche 914 verloren. Fans aus aller Welt suchen seine Hilfe.

Die Sehenswürdigkeiten in Marietta, rund 20 Minuten nordwestlich von Atlanta/Georgia sind rar gesät. Die Ortschaft präsentiert sich gut bürgerlich, hell und freundlich. Die Einwohner mögen ihre Eigenheime und Gärten. Auf Autos scheint hier kaum jemand großen Wert zu legen. Man fährt die gewohnten Modelle aus amerikanischer oder asiatischer Produktion. Toyota Camry, Chevrolet Silverado, Nissan Altima oder Jeep Cherokee bevölkern Straßen und Einfahrten. Einen Porsche fährt in dieser Gegend kaum jemand. Außer George A. Hussey. Der sieht auf den ersten Blick aus, wie ein in die Jahre gekommener Surfer. Kantiges Gesicht, sportliche Statur und ein spitzbübisches Lächeln. Niemand weiß in Marietta mehr über Porsche-Modelle als George A. Hussey. Seine Liebe gehört dem bei vielen ungeliebten Porsche 914.

Nicht nur bei Porsche-Fans in Nordamerika ist George seit Jahr und Tag eine feste Größe. Selten geht es dabei um Boxer-Triebwerke, Rennversionen des GT3 oder offene Spaßmacher wie das aktuelle 911 Cabriolet. In den 70er Jahren verlor Hussey sein Herz an die Baureihe 914. Seine Leidenschaft wurde zum Beruf und so nennen Hussey die meisten nur noch Dr. 914. "Ich bin 1974 auf den Porsche 914 gekommen", erzählt der Inhaber von Auto Atlanta, "damals habe ich zusammen mit einem College-Freund einen 914er gekauft, an dem wir immer herumgebastelt haben." Zunächst handelte er sporadisch mit Teilen. Die Nachfrage war groß und so wuchs Auto Atlanta im bürgerlichen Marietta von Jahr zu Jahr.

Als Dr. 914 seinen ersten kompletten Teilekatalog auflegte, war dieser innerhalb von Wochen vergriffen. Bis heute können es viele Porsche-Fans kaum erwarten, bis George A. Hussey eine Neuauflage des Teilekatalogs auflegt. Längst gibt es das begehrte Sammelsurium nicht nur für 914 und 916. Auto Atlanta exportiert jedes nur erdenkliche Teil des VW Porsche in die ganze Welt. "Gerade aus Deutschland kommen sehr viele Anfragen zu uns", erzählt Verkäufer Charlie Smith, "wir produzieren viele Teile des 914 neu und haben alles auf Lager - deutlich preiswerter als in Europa." Smith stammt aus Heidelberg und begrüßt die Anrufer aus good old Germany noch immer mit einem freundlichen "Wie geht’s - alles gut?".

Seit mehr als 25 Jahren

Aus der One-Man-Show wurde im Laufe der Jahrzehnte ein Betrieb mit 15 Mitarbeitern. Die endlose Kritik, dass der 914er kein echter Porsche sei, kann George A. Hussey nicht nachvollziehen. "Der 914 ist ein grandioser Sportwagen. Er ist leicht, breit und mit dem Mittelmotor allemal schnell genug", klärt Dr. 914 auf. Privat besitzt George mehr als 30 Autos, von wenigen Ausnahmen abgesehen alles Porsche. Neben exklusiven Modellen der Baureihe 914/916 unter anderem verschiedene 911er-Generationen und einige 356er.

Auto Atlanta sitzt seit mehr als 25 Jahren am Marietta Parkway. Hussey würde gerne vergrößern, denn Gelände und Teilelager platzen aus allen Nähten. Wirklich spektakulär wird es nicht auf dem überfüllten Firmengelände, sondern 200 Meter weiter den Parkway entlang. Durch kniehohes Gras und unwegsames Geläuf führt einen Hussey auf ein zugewuchertes Nachbargrundstück. Hier glaubt man seinen Augen nicht zu trauen. Von Büschen und hohem Gras verdeckt, blitzen verwilderte Karossen aus dem Gestrüpp hervor. Sämtlichst Porsche-Modelle und zumeist der Baureihen 914 / 916. Sie alle haben schon bessere Jahrzehnte gesehen und hätten sich ihren 40. Jahrestag wohl anders vorgestellt. "Ich war schon einige Zeit nicht mehr hier", lacht Hussey vor sich hin, "müssten insgesamt wohl 200 Autos sein. Abgeschrieben habe ich keinen - sind alle noch prima Teileträger."

Hauptgeschäft bleibt der Teileverkauf

Deutlich gepflegter sind die Fahrzeuge auf dem Hof selbst. "An den meisten arbeiten wir gerade", erklärt Charlie Smith, "aber einige stehen natürlich auch zum Verkauf." Die echten Prunkstücke kann man im Verkaufsraum bestaunen. Prunkstück ist der Prototyp einer Porsche 916 Rennversion mit dem modifizierten Triebwerk eines 911s von 1974. "Das ist einer von nur elf, die damals produziert worden sind", so Reid Bianchine, Marketing-Mann bei Auto Atlanta, "müsste mindestens 500.000 Dollar wert sein." Die Fahrzeuge links und rechts daneben sehen kaum schlechter aus. Alle wie aus dem Ei gepellt und meist erst mit ein paar tausend Meilen auf dem Tourenzähler.

Doch das Hauptgeschäft bleibt der Teileverkauf. Fein säuberlich sortiert finden sich in einzelnen Regalen Instrumenteneinheiten, Scheinwerfer, Getriebe und Konsolen. George A. Hussey: "Gerade für den 914er sind viele Teile seit Jahrzehnten nicht mehr zu bekommen. Daher produzieren wir spezielle Sachen nach." Rechtzeitig zu seinem 40. Geburtstag kommt der Billig-Porsche vielen wieder in den Sinn. Doch das Angebot an guten Fahrzeugen ist wegen der Rostprobleme in Europa nicht gut. Zudem gingen die meisten Fahrzeuge in die USA, wo nach wie vor rund 50.000 Porsche der Baureihe 914/916 laufen. Der Import aus den USA lohnt und der ein oder andere Schnapper lässt sich auch in Deutschland machen. Wenn ein paar Teile fehlen sollten - Dr. 914 weiß sicher Rat.

Stefan Grundhoff; press-inform / press-inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.