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Preisschlacht für Neuwagen: Fette Rabatte für Autos

Die Autoverkäufe gehen zurück, also steigen die Rabatte. Im Vormarsch sind "All-inclusive-Pakete". Für die Kunden heißt das: Die Preise werden unübersichtlicher.

Von Gernot Kramper

Von normalen Preisen ist die Autoindustrie weiter entfernt denn je, die Listenpreise verlieren immer mehr an Bedeutung. Das CAR-Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen untersucht regelmäßig die offiziellen Rabattaktionen der Hersteller, dabei konnte im November eine erneute Zunahme der Verkaufsförderungen festgestellt werden. Ein Ende der Rabattierungen ist nicht in Sicht, auch im Jahr 2010 wird die Nachfrage nach Neuwagen sinken, und die Industrie wird mit Preisnachlässen reagieren.

Meist wird allerdings nicht zu Bargeld in Form von Prämien und Gebrauchtwagen-Überzahlungen gegriffen, um Kunden anzulocken. Die Hersteller bieten lieber Sondermodelle und Finanzierungsangebote an. Der Vorteil für die Hersteller liegt auf der Hand: Bei beiden Varianten ist der Kundenvorteil weit höher, als der finanzielle Einsatz der Industrie. Einen aktuellen Überblick über alle Hersteller-Aktionen finden Sie in der Rabatt-Datenbank von stern.de

Kunden, die sich auch einen Barkauf leisten können, profitieren nur in geringem Maße von den Billig-Zins-Angeboten bei Finanzierung und Leasing. Umgekehrt wächst bei einer günstigen Finanzierung der Kundenvorteil mit dem Preis des Autos. Fixe Beträge dagegen ermäßigen die günstigen Einstiegsmodelle um einen erheblichen Prozentsatz, der Vorteil wird aber immer geringer, je teurer das tatsächlich gekaufte Modell wird.

Immer stärker etablieren sich "All-inclusive-Angebote" im Markt. Ihr Vorteil liegt darin, dass der Kunde eine monatliche Summe bezahlt, die viele Fahrzeugkosten wie Wartung, Nachfolgegarantie und Versicherung abdeckt. Der Nachteil der Pakete ist, dass die eigentlichen Fahrzeugpreise nicht mehr zu vergleichen sind, weil sie in einem ganzen Paket verschiedener Leistungen versteckt sind. Die Doppel-Flat von Citroen, die Flatrate von Ford und das Äquivalent von Volkswagen sind sicher interessant, aber um sie mit einander zu vergleichen, müsste der Kunde den Wert der verschiedenen Leistungen genau taxieren können. Außerdem bedeutet das Wort "Paket" nicht, dass tatsächlich sämtliche Kosten außer dem Sprit enthalten sind. Und es bedeutet auch nicht, dass alle Hersteller die gleichen Leistungen anbieten. Ein echter Preisvergleich ist daher kaum möglich.

In der Bestenliste der Rabatte dominieren die Marken Ford, Citroen und Nissan. Mit einem absoluten Preisvorteil von 11.900 Euro sticht das Sondermodell "Type S Automatik" des Honda Accord hervor. Auch der Opel Zafira "Selection" wird mit fast 4.500 Euro Rabatt erheblich verbilligt. Bei den deutschen Edelanbietern gibt es ebenfalls Kundenrabatte, aber auf einem niedrigeren Niveau. Mercedes, Audi und BMW setzen vor allem auf Sondermodelle und Eintauschprämien. Offiziell halten sich die Premiummarken mit beworbenen Rabatten zurück. Dafür kann der Kunde beim Händler Entgegenkommen erwarten. Obwohl der 5er BMW nicht in Anzeigen verramscht wird, kann man sich doch sicher sein, dass kein Kunde das alte Modell zur normalen Konditionen leasen wird, wenn der Nachfolger schon in den Startlöchern steht.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.