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Siegerehrung 2004: Rücksicht ist Trumpf

Junge Führerscheinbesitzer sind besonders unfallgefährdet. Die vom stern mitveranstaltete Aktion Safety Stars will dem entgegenwirken: mit einem Wettbewerb unter rund 5000 Fahranfängern. Die Siegerehrung.

Bei der Unfallhilfe hat Richard Betzinger gehörig gepatzt. Als er den verletzten Fahrer aus einem schrottreifen Auto zu ziehen versuchte, klappte der Rauteck-Griff nicht - eine spezielle Rettungstechnik, mit der Leblose aus Unfallwagen rausgeholt werden sollen.

Zum Glück war die Bergung aus der Gefahrenzone nur eine Übung. Sie gehörte zur Endrunde im Wettbewerb "Deutschlands beste Fahranfänger". Der Wettbewerb wiederum ist Teil der Renault-Initiative Safety Stars, die der Autokonzern gemeinsam mit der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände und dem stern organisiert; der Bundesverkehrsminister hat die Schirmherrschaft übernommen.

Finale in Berlin und Potsdam.

Acht Frauen und acht Männer, alle um die 20 Jahre und erst seit kurzem im Besitz eines Führerscheins, schwitzen von einer Übung zur nächsten. Die Fahranfänger hatten sich unter mehr als 5000 Bewerbern in Regional- und Landeswettbewerben durchgesetzt und zogen als Sieger für ihr jeweiliges Bundesland in die Endrunde.

Kein stressfreier Selbstläufer. Auf dem kniffeligen Testprogramm über zwölf Stunden standen Orientierungsfahrten in Stadt und Land, enge Parkmanöver, Sicherheitscheck des Autos und so heimtückische Stolpersteine wie der Wechsel eines Wischerblattes. Am Schluss sogar noch ein Psycho-Test. Knackpunkt war jedoch die simulierte Unfallhilfe. Entweder vergaßen die Kandidaten die korrekte Absicherung der Unfallstelle oder sie konnten den Verletzten nicht problemlos in Sicherheit bringen. Viele strauchelten bei dieser Übung.

Nur eine kam durch

Wortkarg und trotz des Fliegengewichts von rund 45 Kilogramm bei knapp 1,60 Meter Körpergröße richtig zupackend: Kim Mandy Rohwetter, 20, aus Greifswald. Sie ist Deutschlands Beste unter allen weiblichen und männlichen Fahranfängern. Die Schiedsrichter schrieben während des Wettbewerbs ins Protokoll: "Von ihr gerettet zu werden ist ein Glücksfall." Daran zweifelte auch Richard Betzinger nicht; der 19-Jährige aus Einhaus bei Ratzeburg wurde trotz seiner Panne beim Rauteck-Griff zweiter Sieger. Platz drei erkämpfte sich Henry Beck, 19, aus Schleusingen-Rappelsdorf in Thüringen. Jeder erhielt von Renault einen Neuwagen als Gewinn - erster Preis war ein Megane, zweiter ein Clio und dritter ein Twingo.

Alle drei Nachwuchsfahrer berichteten von schlechten Erfahrungen, die sie mit meist älteren Rüpeln auf der Straße gemacht haben. "Wirklich nervig ist die häufige, beknackte Intoleranz vieler Routiniers am Steuer", bilanziert die Siegerin Kim Mandy Rohwetter ihre bisherige Fahrpraxis von immerhin knapp 20 000 Kilometern. "Die verwechseln oft Über-legenheit mit Rechthaberei." Richard Betzinger sieht die Sache ähnlich düster: "Viele Autofahrer wittern förmlich die Unsicherheit von Anfängern und nutzen sie rücksichtslos aus, nur um ein paar Sekunden schneller durchzukommen."

Ein gutes Nervenkostüm, so Henry Beck, sei ebenso wichtig wie Fahrpraxis und Kenntnis der Vorschriften. "Ich ziehe mein Ding so durch, wie ich es in der Fahrschule gelernt habe. Egal, ob die Radaubrüder um mich herum hupen oder den Stinkefinger zeigen." An Selbstwert-gefühl mangelt es dem jungen Thüringer nicht: "Die Alten können von mir mehr lernen als ich von denen. Jedenfalls was Gemeinschaftssinn angeht."

Peter Weyer

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.