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Tipps für Autofahrer: So wechseln Sie auf Sommerreifen

Endlich Sonne: Für Autofahrer wird es nun höchste Zeit, die Sommerreifen hervorzuholen. stern.de gibt Tipps für einen schnellen Reifenwechsel und sagt, warum er notwendig ist.

Von Gernot Kramper

Der Winter, so scheint es, hat sich endgültig verabschiedet, die Frühlingssonne zeigt sich deutschlandweit. Zwar fallen die Temperaturen ab Donnerstag wieder, doch frostig wird es wohl erst einmal nicht mehr. Generell sollten Sommerreifen aufgezogen werden, sobald die Temperaturen dauerhaft über sieben Grad liegen. Autofahrer sollten daher spätestens jetzt ihre Reifen wechseln. Tipps, auf was Sie beim Reifenwechsel achten sollten und wie Sie schnell und günstig ihre Sommerreifen umstecken.

Wann ist ein Neukauf nötig?

Werden die alten Pneus nochmal montiert, sollten sie auf sichtbare Schäden wie Risse, Beulen oder andere Schadstellen überprüft werden. Das Profil sollte laut Gesetzgeber mindestens 1,6 Millimeter aufweisen - für eine sichere Fahrt reicht diese Grenze jedoch nicht aus. Daher muss das Profil deutlich über der Mindesttiefe liegen. Experten empfehlen mindestens drei Millimeter. Aber auch wenn die alten Reifen ausrangiert werden, sollten sie nicht weggeworfen werden. Die Felgen lassen sich weiterverwenden. Falls Sie neue Sommerreifen benötigen, lohnt ein Blick auf den ADAC-Sommerreifentest. Gemeinsam mit der Stiftung Warentest hat der Autoclub Sommerreifen für Kleinwagen und Fahrzeuge der Mittelklasse getestet.

Selbst umstecken oder in der Werkstatt machen lassen?

Teilen sich Winter- und Sommerreifen einen Felgensatz, muss eine Fachwerkstatt die Montage vornehmen. Die Werkstatt berechnet für den Reifenwechsel ohne Auswuchten zwischen 30 und 40 Euro. Das Einlagern der Reifen für eine Saison kostet etwa 40 bis 50 Euro. Sind die Sommerreifen auf separate Felgen aufgezogen, können sie selbst gewechselt werden. Bedingung für die Eigenarbeit ist natürlich, dass Sie die Reifen unterstellen können.

Wie bereite ich den Wechsel vor?

Viele Wagen werden heutzutage mit einem Pannenkit anstatt eines Reserverades ausgeliefert. Es ist daher möglich, dass beim serienmäßigen Bordwerkzeug kein Wagenheber dabei ist. Wer regelmäßig selbst Hand beim Reifenwechsel anlegen will, sollte in einen hydraulischen Wagenheber und einen speziellen Schraubenschlüssel investieren. Zum Reifenwechsel sollten Sie Arbeitskleidung anziehen und Handschuhe benutzen - Reifenschmutz ist hartnäckig.

Bevor die Reifen per Wagenheber in die Luft gehen, muss der Wagen auf einer ebenen und befestigten Fläche stehen. Eine Garageneinfahrt mit Schotter oder Rasensteinen ist nicht geeignet. Besser ist ein leerstehender Parkplatz. Dann muss der erste Gang eingelegt und die Handbremse angezogen werden. Bei einem Automatikgetriebe ist der Wahlhebel auf "P" zu stellen. Anschließend müssen eventuell vorhandene Radkappen entfernt und die Radmuttern oder -schrauben gelöst werden. Da hierfür teilweise viel Kraft benötigt wird, sollte man dies unbedingt tun, solange noch alle vier Räder den Boden berühren - so kann das Auto nicht abrutschen.

Wie läuft die Montage ab?

Dann werden die Räder einzeln gelöst: Der Wagenheber wird an der dafür vorgesehenen Stelle angebracht. Wer die Stelle nicht kennt, kann in der Betriebsanleitung nachsehen. Im Anschluss wird das Auto so weit nach oben gekurbelt, dass das zu wechselnde Rad in der Luft schwebt. Platzieren Sie den Wagenheber auf keinen Fall in der Mitte des Fahrzeugs, damit zwei Reifen gleichzeitig abheben. Generell ist das Arbeiten mit dem Wagenheber immer ein Risiko. Man sollte nie unter dem Auto arbeiten, falls das Auto vom Wagenheber herunterfällt.

Sobald die Schrauben gelöst sind, werden die Winterreifen heruntergenommen und gegen die Sommerreifen getauscht. Auf den demontierten Winterreifen vermerken Sie mit Kreide die bisherige Position am Fahrzeug, also zum Beispiel "HL" für "hinten links". Im nächsten Jahr können die ehemaligen Hinterreifen dann vorn montiert werden und umgekehrt. So wird eine gleichmäßige Abnutzung garantiert. Bei unterschiedlich abgefahrenen Reifen ist ein Fachmann hinzuzuziehen, der die Fahrwerkseinstellung überprüft.

Beim Montieren von Reifen mit asymmetrischem oder laufrichtungsgebundenem Profil ist auf die Zeichen "Outside" bzw. auf den Pfeil für die Laufrichtung zu achten. Generell gehören die Reifen mit dem besseren Profil auf die Hinterachse, unabhängig von der Antriebsart, da die Reifen auf der Hinterachse für eine stabile Kurvenlage verantwortlich sind. Zunächst werden die Radmuttern oder -schrauben handfest angezogen. Dann wird der Wagenheber abgelassen. Anschließend werden die Muttern oder Schrauben überkreuz festgezogen.

Was muss ich nach der Montage beachten?

Die erste Fahrt führt zur Tankstelle, um den Reifendruck zu überprüfen. Hierbei sind die Herstellerangaben zu beachten, die sich in der Betriebsanleitung, auf einem Schild an der Innenseite der Fahrertür oder im Tankdeckel finden. Vibriert während der Fahrt das Lenkrad, sind die Reifen nicht mehr richtig ausgewuchtet, und ein Besuch in der Fachwerkstatt wird nötig.

Im Anschluss muss ein geeigneter Lagerplatz für die Winterreifen gesucht werden. Dieser sollte möglichst dunkel, trocken und kühl sein. Auf Felgen montierte Reifen können an die Wand gehängt oder gestapelt werden. Unmontierte Pneus gehören aufrecht an die Wand gestellt und müssen regelmäßig gedreht werden.

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