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Strandgut an der Autobahn: Fliegende Kühlschränke und Ekelflaschen

An den Autobahnen wird Müll jeder Art abgelagert oder aus dem Fahrzeug rausgeworfen. Weit gefährlicher sind aber Fahrräder und Ladungsteile, die sich selbstständig machen. Was tun, wenn plötzlich eine Kollision droht?

Am Standstreifen neben der Autobahn finden sich regelmäßig Colaflaschen mit gelber Flüssigkeit. Anders als man vermuten könnte, handelt es sich nicht um schnell entsorgten, geschmuggelten Slibowitz. Vom Genuss ist dennoch abzuraten. Denn hier haben sich Trucker die zeitraubende Pinkelpause gespart und sich direkt ins Fläschchen erleichtern. Müll bis hin zur ausrangierten Einrichtung wird meist nachts an Rastplätzen "abgelegt". Dann besteht wenigstens für die anderen Verkehrsteilnehmer keine Gefahr.

Große Gefahren gegen dagegen von versehentlich herabgefallener Ladung aus. "Achtung Autofahrer auf der A 2: Dort liegt eine Eisenstange auf der Fahrbahn!" Fast täglich bringen die Verkehrsnachrichten solche Warnungen. Ob Sessel, Baumstämme oder Skier: Immer wieder landet schlecht gesicherte Ladung auf den Autobahnen und bringt Menschen in Gefahr. Allein die Autobahnpolizei Köln registrierte im vergangenen Jahr fast 6000 solcher Einsätze. Rund 400 Mal kam es zu Unfällen.

Bindfaden hält nicht

"Oft rutschen die Sachen von einem Lastwagen oder einem Auto-Anhänger herunter", sagt Norbert Kratzenberg von der Kölner Autobahnpolizei. "Manche Autofahrer meinen zum Beispiel, es sei ausreichend, ein Möbelstück auf dem Anhänger mit einem Bindfaden zu sichern. Dass sich das Ganze durch den Fahrtwind und das Rütteln lockern kann, bedenken sie nicht."

Polizei und Straßenmeistereien holen das gefährliche "Strandgut" dann von der Fahrbahn. Aber nicht nur Urlauber sind mit der Sicherung überfordert. Der Transport-Informations-Service listet seitenweise Unfälle auf, die von schlecht gesicherter Ladung auf LKWs herrühren. Das fängt bei tonnenschweren Drahtspulen an und hört bei ungesicherten Großröhren, die sich durch das Fahrerhaus rammen, noch lange nicht auf.

Gerade in der Ferienzeit und an schönen Wochenenden gehen die echten "Experten" auf die Reise. Dann werden Fahrräder, Gepäckstücke oder Stützräder von Wohnwagen eingesammelt, berichtet Hans Kuchenbecker von der Autobahnmeisterei Dortmund. Da soll das zusätzliche Kinderrad dann mit einem Stück Draht fixiert werden. Von fahrenden Schrottmühlen geht eine besondere Gefahr aus, sobald sie beginnen, sich im Verkehr selbst zu zerlegen. Plötzlich lösen sich Teile vom Fahrzeug, etwa Stoßstangen oder Auspuffrohre. "Sehr beliebt sind die so genannten Schwarten, also kaputte Reifenteile", sagt Heinz Bönte von der Autobahnmeisterei Recklinghausen. "Das ist vor allem für Motorradfahrer gefährlich, wenn sie darüber fahren."

Von Bergungen und Fluchtversuchen

Für jeden zehnten Unfall auf der Autobahn soll verlorene Ladung verantwortlich sein. Niemals sollte man allerdings versuchen, Gegenstände selbst von der Fahrbahn zu holen. Beim Versuch, ein Sofa zu bergen, wurde vor Jahren sogar eine Fahrerin überfahren. Mit Gegenständen auf der Fahrbahn sind viele Autofahrer überfordert und reagieren nicht richtig. Meist wird wild am Lenkrad gerissen, um plötzlich auftauchenden Hindernissen auszuweichen. Beim Versuch auch kleineren Gegenständen auszuweichen, führt das missglückte Manöver dann häufig zu einem Unfall. Unkontrollierte Lenkbewegungen sollte man auf jeden Fall vermeiden. Bei kleineren Gegenständen sollte man versuchen, die Kollision kontrolliert in Kauf zu nehmen.

Nach dem Verlust

"Wer Ladung verloren hat, sollte bei nächster Gelegenheit anhalten und die Polizei anrufen", sagt der Sprecher der Düsseldorfer Polizei, André Hartwich. Der Fahrer sollte per Warndreieck auf die Gefahr hinweisen. Die Polizei sichert die Stelle, veranlasst gegebenenfalls eine Radiodurchsage und räumt den Gegenstand weg. Bei größeren Hindernissen rufen sie die Autobahnmeisterei zur Hilfe.

War die Ladung nicht richtig gesichert, droht dem Fahrer ein Bußgeld. "Wenn er dann auch noch einfach weiterfährt und es passiert ein Unfall, kann das als Unfallflucht gewertet werden", warnt Hermann-Josef Bougé von der Kölner Autobahnpolizei. Oft behaupte der Fahrer zunächst, er habe von dem Verlust nichts bemerkt. Die Polizei ist dann misstrauisch: "Wenn ein Lkw-Fahrer von der Ladefläche ein Kantholz verliert, mag das vielleicht stimmen", sagt Bougé. "Aber wem ein Fahrrad vom Autodach fällt, dem wird man kaum glauben, dass er davon nichts mitbekommen hat."

Kra mit DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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