HOME

Uno-Vorschrift: Elektroautos müssen Krach machen

Elektroautos sollen ein Mindestmaß an Lärm machen, um Blinde und Senioren nicht zu gefährden. Was teils stromgetrieben fährt, muss zumindest immer klingen wie ein Benziner, meint die Uno.

Von Jens Tartler

Auf der Automesse IAA 2009 war VW das Problem noch scherzhaft angegangen. Für die Elektroversion ihres Modells Up hatten die Ingenieure sich in spätpubertärer Begeisterung ein künstliches Motorengeräusch ausgedacht, das auch Kunden aus dem Rotlichtmilieu gefallen könnte: Wer auf das Strompedal des Kleinstwagens trat, löste das infernalische Brüllen eines Lamborghini Gallardo aus. Ohne dieses Hilfsmittel führe der Up nahezu lautlos.

Was in Frankfurt noch ein Schenkelklopfer für motorverliebte Technikfreaks war, beschäftigt auch Beamte im Verkehrsministerium und Blindenverbände. Wenn wie erhofft 2020 tatsächlich eine Million E-Autos in Deutschland fahren sollen, soll darunter nicht die Sicherheit leiden. "Das betrifft gerade schwächere Verkehrsteilnehmer wie Blinde, Fußgänger oder Fahrradfahrer", sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer der "Financial Times Deutschland". Deren größtes Problem: Man hört die E-Autos oft kaum.

Regelung auf Uno-Ebene

Damit aber nicht jeder Hersteller seine Späße mit Lamborghini-Geräuschen oder polyfonen Klingeltönen treiben kann, haben sich humorfreie Experten der Sache angenommen. So wichtig ist die Sache, dass sie sogar auf Uno-Ebene geregelt wird. Eine Arbeitsgruppe unter deutschem Vorsitz hat in Genf monatelang darüber gebrütet, wie E-Autos denn nun zu klingen haben.

Die frisch gefassten Beschlüsse der Uno sollen ab Sommer angewandt werden. Schon jetzt, so heißt es in einem Papier aus Ramsauers Ministerium, würden sie "im Rahmen der Produkthaftung bereits sehr ernst genommen und frühzeitig umgesetzt". Betroffen sind nicht nur Pkw, sondern auch elektrische Motorräder, Lkw und Busse. Deren Geräusche dürfen nicht lauter sein als die eines vergleichbaren Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor bei Tempo 20.

Klar verständliche Geräusche

Tieftonige Sportauspuffsonaten bleiben also Sportwagenherstellern vorbehalten - sollten sie einst Stromsprinter bauen. Aus dem Geräusch muss deutlich werden, ob das E-Vehikel gerade beschleunigt, verzögert oder mit konstantem Tempo fährt. "Nicht akzeptabel" sind Sounds von Sirenen, Alarmanlagen oder Feuerwehr. "Vermieden werden sollten" Melodien sowie Geräusche von Insekten und anderen Tieren, die kein Passant einem möglicherweise gefährlichen Gefährt zuordnen würde.

Deshalb sollten künftige Besitzer eines E-Autos auch auf ein beliebtes Accessoire aus den 70er-Jahren besser verzichten: Damals gab es Zusatzhupen mit dem Muhen einer Kuh zu kaufen. Die Blindenverbände hatte das ziemlich irritiert.

FTD

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.