Spritkosten Begriffe und Bedeutung


Autogas, Erdgas, Bivalent,...
  • Autogas

  • auch Flüssiggas oder LPG (Liquified Petroleum Gas), ist eine Mischung aus Butan und Propan, mit der normale Benzinmotoren betrieben werden können. Autogas entsteht in Raffinerien als Abfallprodukt bei der Treibstoffherstellung, wird flüssig gelagert und per Lkw zu den Tankstellen transportiert. Gegenüber der Verbrennung von Superbenzin reduziert der LPG-Betrieb die Kohlendioxid-Emission im Abgas um etwa 15 Prozent. Bei modernen Systemen (Verdampferanlagen) ist im Alltagsverkehr kein Leistungsverlust spürbar.
  • Erdgas

  • auch Naturgas oder CNG (Compressed Natural Gas), eignet sich ebenfalls als Benzinersatz für Verbrennungsmotoren, ist aber kein Erdölprodukt, sondern besteht überwiegend aus Methan. Tankstellen beziehen ihr Erdgas wie private Haushalte von städtischen Gasversorgern über unterirdische Rohrleitungen. Erdgas gibt es in Deutschland als H-Gas (High Caloric) mit höherem Methan-Anteil. Der garantiert mehr Energie und Reichweite als das preiswertere L-Gas (Low Caloric). Mit H-Gas sinkt der Kohlendioxid-Ausstoß um rund 25 Prozent gegenüber reinem Benzinbetrieb. Bei Vollgas ist bei Motoren mit kleinem Hubraum ein geringer Leistungsverlust spürbar.
  • Bivalent

  • bedeutet zweiwertig. Ein Auto mit zwei getrennten Tanks für Gas und herkömmliches Benzin. Der Wechsel zwischen den Systemen erfolgt vollautomatisch, kann aber auch per Knopfdruck gewählt werden.
  • Monovalent

  • bedeutet einwertig. Gemeint sind gasbetriebene Autos, meist solche mit Erdgas, bei denen der Fahrer die Betriebsart nicht frei wählen kann. Monovalente Fahrzeuge fahren immer mit Gas. Ist das verbraucht, wird zwar automatisch auf normalen Sprit umgeschaltet, aber davon sind nur höchstens 15 Liter in einem Reservetank an Bord. Vorteil: Bei monovalenten Autos kann die Motortechnik für einen besseren Wirkungsgrad gezielt auf den Gasbetrieb eingestellt werden. Dadurch steigt die Leistung bei Mittelklasse-Motoren gegenüber einem bivalenten Auto erheblich, während der Verbrauch um bis zu zehn Prozent sinkt. Nachteil: Im Benzinbetrieb gehen die meisten Verbrauchsvorteile verloren.
  • Kompatibilität

  • Autos mit Erdgasantrieb können nicht mit Autogas betankt werden. Umgekehrt gilt das Gleiche. Entsprechende Adapter verhindern Verwechslungen.
  • Ethanol

  • ist aus Pflanzen gewonnener Alkohol, der als Treibstoff für Ottomotoren geeignet ist. Auf dieser Basis wird eine handelsübliche Mischung hergestellt, die zu 85 Prozent aus Ethanol und zu 15 Prozent aus Benzin besteht. Daher die Kurzbezeichnung E 85. Bei reinem Ethanol sinkt der Kohlendioxid-Ausstoß gegenüber Benzin um etwa 13 Prozent. Die Produktion von Ethanol gilt nicht nur wegen des hohen Energiebedarfs als umweltpolitisch bedenklich, sondern auch wegen der Landschaftszerstörung beim massenhaften Pflanzenanbau. Zudem gibt es moralische Bedenken, weil aufbereitete Lebensmittel wie Getreide oder Mais als Autosprit verbrannt werden. Eine Lösung könnte Ethanol der zweiten Generation bringen, das sogenannte Cellulose-Ethanol. Das besteht ausschließlich aus pflanzlichen Abfällen und nicht essbaren Fasern (Cellulose). Ethanol hat eine höhere Klopffestigkeit (Oktanzahl) als Benzin und ermöglicht deswegen theoretisch eine weit höhere Motorleistung.
Peter Weyer print

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