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Solarstrom und Internet Glamping im Tesla: Musk überrascht mit Solar-Anhänger inklusive Starlink-Station

Tesla-Anhänger auf der IdeenExpo in Hannover
Anlässlich der "IdeenExpo" in Hannover stellte Tesla ohne große Ankündigung einen bislang unbekannten Anhänger auf das Messegelände.
© Screenshot twitter.com/tesla_adri / Falk Melzer
Völlig überraschend stellte Tesla einen Anhänger mit Solar-Panelen und Starlink-Schüssel auf die "IdeenExpo" in Hannover. Details zu dem wundersamen Gefährt sind derweil spärlich.

Was tun, wenn man mit seinem Tesla inmitten der sonnigen Landschaft, jedoch fern einer Ladesäule stehenbleibt? Oder anders: Was, wenn man an einem schönen Ort mit seinem Tesla gerne bei Betrieb aller Annehmlichkeiten eine Weile rasten will, die Batterie aber darunter leiden würde? Eine mögliche Antwort auf diese Fragen liefert Tesla aktuell auf der "IdeenExpo" in Hannover.

Dort tauchte ohne großes Tamtam ein Anhänger des Herstellers auf, der in dieser Form bisher keine Erwähnung fand. Auf dem Bild sieht man einen schwarzen Einachser, dessen Aufbau ausziehbare Solar-Panele und eine Starlink-Empfangsstation enthält. Zudem wirkt es, als seien zumindest die oberen Panele auch während der Fahrt freigelegt, also im Stande, Sonne zu tanken.

Tesla-Anhänger abgestellt ohne Infotafel

Leider sind bislang keine technischen Daten zu dem mysteriösen Tesla-Anhänger zu finden. Möglicherweise handelt es sich schlicht um eine Machbarkeitsstudie des Herstellers, die erst einmal nicht für den Verkauf vorgesehen ist. Daher ist weder klar, ob sich im Anhänger selbst eine Batterie befindet, oder ob die Panele einen Tesla auf direktem Wege mit Strom versorgen.

Ebenfalls unbekannt ist die Abgabeleistung des Anhängers – sprich, wie schnell er einen Tesla mit Strom versorgen könnte. Ein Nutzer auf Twitter versuchte, das anhand des Bildes zu schätzen. Er schreibt: "Ich kann nur raten, aber je nach Größe und Anzahl der Paneele dürfte die Leistung irgendwo im Bereich von drei bis fünf Kilowatt liegen. Vielleicht etwas mehr, wenn man modernste Paneele verwendet. Unabhängig davon, wenn geparkt für einen Zeitraum von Zeit, könnte sicherlich nützliche Reichweite zu einem EV hinzufügen."

Schnell geladen wäre ein Tesla Model 3 damit aber eher nicht. Bei einer Kapazität von 75 Kilowattstunden und einer mittleren Ladeleistung von vier Kilowatt bräuchte das Auto für eine vollständige Ladung rund 19 Stunden – wohlgemerkt bei Sonnenschein. Hinzu kommt, dass das Fahrzeug den Anhänger auch "mitschleppen" müsste, sprich während der Fahrt ein Mehrverbrauch entstünde. In Erfahrungsberichten ist die Rede von 40 Prozent weniger Reichweite mit Gespann.

Wofür wäre der Tesla-Anhänger wohl gut?

Es stellt sich also die Frage, für welchen Zweck Tesla einen solchen Anhänger gebaut hat – oder gar für den Verkauf planen könnte. Sinnvoll erscheint dieser "Range Extender" (Reichweitenverlängerer) eigentlich nur im stehenden Betrieb, beispielsweise auf Campingplätzen oder in der Wildnis. Das mag für Fahrzeuge wie das Model 3, Model S oder Model Y befremdlich wirken, mit einem Model X oder dem angekündigten Cybertruck sind solche Szenarien aber durchaus realistisch. Für diesen Einsatzzweck spricht auch die Starlink-Schüssel, um Internet an entlegene Orte mitnehmen zu können.

Die Chance, dass man auf einer langen Fahrt, auf der die Batterie plötzlich nicht mehr ausreicht, zufällig einen Anhänger dabei hat, um die Fahrt nach einem ausgedehnten Sonnenbad fortzusetzen, erscheint sehr klein.

Vermutlich ist der Anhänger auch deshalb "nur" Teil einer Messe, ohne, dass Tesla zu viel davon spricht. Mehr als ein Prototyp scheint es derzeit nicht zu sein.


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