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Nachhaltiges Zweirad Wie mit Origami-Technik aus recyceltem Stahl ein Elektroroller entsteht

Ein Elektroroller in der Seitenansicht
Der Sport Utility Scooter One (SUS1) entsteht mithilfe von Origami-Technik
© Stilride
Von altem Stahl zum modernen Fahrzeug: Ein schwedisches Unternehmen hat einen Elektroroller entwickelt, der deutlich klimafreundlicher sein soll als andere Zweiräder. Die Produktion des E-Rollers soll in beliebigen Stahlwerken möglich sein und damit den CO2-Fußabdruck senken.

Das schwedische Start-up Stilride plant die Markteinfuhr eines Elektrorollers, der alles vereint: eine ausgefallene Optik, eine nachhaltige Produktion und die Verwendung von gefaltetem Recycling-Stahl. Der Sport Utility Scooter One (SUS1) soll im Gegensatz zu herkömmlichen Zweirädern nicht aus einem Rohrrahmen und einer Kunststoffkarosserie bestehen – sondern aus mit Origami-Technik gefaltetem Stahl. 

Die japanische Kunst des Faltens erhält bislang kaum Einzug in den Fahrzeugbau. Doch bei Stilride sollen Roboter recycelte Edelstahlbleche falten, die aus grünem Wasserstoff hergestellt und mithilfe von Laserstrahlen erhitzt werden. So lässt sich der Stahl leichter in dreidimensionale Formen biegen.

Medienberichten zufolge sagte Mitgründer Tue Beijer, dass das Faltverfahren "eine wirklich definierte Design-DNA" schaffe mit "schönen Oberflächenübergängen zwischen konkaven und konvexen Flächen". Und neben einer besonderen Optik soll die Karosserie auch robuster sein.

Elektroroller im gesamten Produktionsprozess nachhaltiger

Das schwedische Start-up gibt Verbesserungen im gesamten Produktionsprozess an. So soll die Produktion die Arbeitskosten um 25 Prozent senken. Zugleich sollen 70 Prozent weniger Rohstoffe erforderlich sein. In der Folge gibt Stilride eine um die Hälfte verringerte Klimabelastung im Vergleich zur Produktion anderer Motorroller an. Um den CO2-Fußbadruck zu verringern, will das Unternehmen möglichst nah am Verbraucher produzieren. Das Vorhaben sieht vor, die gefalteten Stahlbleche an bereits bestehende Stahlwerke zu liefern, wo sie schließlich zum E-Roller weiterverarbeitet werden.

Derzeit simuliert die schwedische Firma Robotdalen die Produktion des SUS1. Sobald sich die Technik als rentabel erwiesen hat, will Stilride die Produktion starten. Dafür hat das im Jahr 2019 gegründete Unternehmen vor Kurzem eine Finanzspritze in Höhe von 2,5 Millionen Pfund erhalten.

Der SUS1, welcher der erste E-Roller von Stilride ist, soll laut Herstellerangaben mit einer 48 V Lithium-Ionen-Batterie mehr als 120 Kilometer schaffen und eine Spitzengeschwindigkeit von 100 km/h erreichen. Das Zweirad soll noch in diesem Jahr auf den europäischen Markt kommen, bereits 90.000 Menschen stehen auf der Warteliste. Stilride plant die Markteinfuhr weiterer nachhaltiger Elektromotorräder und -Roller, die mit der Origami-Technik hergestellt werden sollen.

Quellen: Techfundingnews, Autocar, Hypebeast, Stilride

nk

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