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Winter/Schnee-Tipps von einem Vielfahrer: Hauptsache Ruhe bewahren

Bis Frost und später Schnee Einzug halten, ist es nur noch eine Frage der Zeit. Wer ein paar wichtige Tipps beachtet, kommt gut, sicher und trotzdem flott durch den Winter.

Von Stefan Grundhoff

Die Zahl gut gemeinter Tipps und sinnfreier Ratschläge rund um das Autofahren während der kalten Jahreszeit sind ungezählt. Viele sind hilfreich, viele schlicht überholt oder eine Mähr. An einem Fakt führt jedoch kein Weg vorbei: ab Mitte Oktober oder im November sollte man sein Lieblingsauto mit Winterreifen besohlen lassen. Kein Gedanke, sich erst dann damit auseinanderzusetzen, wenn es friert oder schneit. Wenn die kalte Jahreszeit kommt, sollte man vorbereitet sein.

Rechtzeitig die richtigen Reifen wählen

Die Zeiten, in denen das eigene Fahrzeug in den düsteren Wintermonaten mit hässlich dünnen Winterreifen und schmucklosen Radkappen verziert wurden, sind lange vorbei. Wer vielf fährt und sein Auto liebt, besitzt Winterreifen im gleichen Format wie die Sommerräder – natürlich auf Alufelgen aufgezogen. Wer den Look nicht ändern will, wählt das gleiche Felgendesign wie im Sommer. Wer im Winter abgesehen von der eigenen Kleidung etwas Abwechslung braucht, wählt ein anderes Design – im besten direkt vom Fahrzeughersteller. Natürlich ist das teurer als die Sparlösung, fällt aber angesichts der Gesamtkosten eines Autos nicht ins Gewicht. Ausgerechnet an der Winterbereifung sparen zu wollen, ist Unsinn.

Billig wird gefährlich

Klassische Vielfahrer bewegen neue Autos, die technisch perfekt funktionieren. Wer mit einer "alten Gurke" unterwegs ist, muss höllisch aufpassen und sollte den Oldie im Zweifel besser stehen lassen. Häufig ist kein Schleuderverhinderer wie das ESP an Bord, das ein neues Auto auch auf glatter Fahrbahn beim Bremsen noch relativ lang in der Spur hält. Alte, spröde und abgefahrene Reifen taugen nichts, auch wenn sie vor Jahren mit einem Schneeflockensymbol versehen worden

Immer aufmerksam bleiben

Dabei sind Winterreifen nur das Zweitwichtigste im Winter. Nummer eins gilt der eigenen Aufmerksamkeit. Dunkle Straßen, nasse Fahrbahnen, eisige Passagen oder Laub auf dem Fahrweg sorgen dafür, dass sich das Auto in nahezu keinem Fahrzustand so verhält, wie noch ein paar Tage zuvor bei Temperaturen von 15 Grad Celsius. Etwas mehr Aufmerksamkeit auf die Umgebung und den Verkehr schaden nicht; besonders nachts sollte man auf Landstraßen und außerhalb geschlossener Ortschaften besonders aufpassen. Alltägliche Unachtsamkeiten wie Wühlen in der Handtasche oder Fummeln am Radio können schlimmer Folgen haben. Dass der Fahrbahnbelag überfrieren könnte, sollte einem nicht erst das Thermometer im Auto sagen. Wer auf längeren Strecken unterwegs ist, sollte regelmäßig die Außentemperatur beachten, um aus Reif und Eis vorbereitet zu sein.

Leicht gesagt, schwer zu befolgen: langsam fahren

Ist es erst einmal eisig geworden oder ist die Fahrbahn sogar von Schnee und Eis überdeckt, sollten alle Alarmglocken läuten. Runter mit dem Tempo – egal ob in der Innenstadt, über Land oder auf der Autobahn. Das hört sich an wie eine Binsenweisheit, den meisten fehlt diese Einsicht aber. Der Anhaltweg vervielfacht sich bereits aus geringen Tempi ins gefühlt unendliche. Winterreifen helfen, aber sie zaubern keinen Bremsweg wie im Sommer herbei. Dabei sollte man jedoch auch nicht zu einem Verkehrshindernis werden, denn auch auf Eis und Schnee lässt sich es zügig fahren; nicht zuletzt dank immer mehr Allradmodelle und zahlreicher Assistenzsysteme. Doch viele Fahrer vergessen, dass der Allradantrieb bei rutschiger Fahrt am Berg ein Segen ist, beim Bremsen jedoch keinerlei Bedeutung hat. Einfach gesagt: Jeder Wagen hat vier Bremsen. Schneller fahren lässt es sich somit auch mit einem SUV, Geländewagen oder einem anderen Fahrzeug mit 4x4-Technik nicht.

Kurven ebenso kritisch wie Bremsen

Fast genauso wichtig wie das Thema Bremsen ist das Lenken. Viele denken nicht daran, dass die Fähigkeit des Autos eine Kurve zu fahren bei Glätte genauso abnimmt, wie der Bremsweg zunimmt. Die gleichen Lenkbewegungen wie auf trockener Fahrbahn bringen auf regennasser Fahrbahn oder gar im Schnee nur wenig. Lenken sollte der erfahrene Pilot immer behutsam, so als ob man ein Kaffeetablett ans Bett trinkt. Wer zu viel lenkt, kann den Richtungswunsch nicht über Reifen und Schnee auf die Fahrbahn übertragen. Dann geht es geradeaus. Ebenfalls ein Basic: Auf glatter Fahrbahn reduziert man die Geschwindigkeit bevor man in die Kurve lenkt.

Nie mit leerem Tank fahren

Auf längeren Strecken und gerade bei abendlichen Fahrten sollte man den Tank nie leerfahren. Wer einmal liegenbleibt, freut sich über die durchgängige Nutzung von Klimatisierung, Sitz- oder Lenkradheizung während man auf den Pannen- oder Räumdienst wartet. Netter Nebeneffekt: Radio und Soundsystem laufen weiter und der Mobiltelefon lässt sich laden. Zudem schaden ein paar Kilogramm mehr auf der Antriebsachse bei der Bergfahrt nicht. Dass ein Eiskratzer oder ein paar Handschuhe ins Auto gehören, sollte allen klar sein.

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