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"All Things Digital"-Konferenz: Das neue Leben des Bill Gates

Am 1. Juli zieht der Microsoft-Mitgründer sich aus dem Tagesgeschäft zurück. Was dann kommt, verriet er auf einer Konferenz des Wall Street Journal in San Diego. stern.de war dabei.

Von Karsten Lemm

Was macht Bill Gates, wenn er seinen Job verliert? Am 1. Juli steht ihm das bevor, an diesem Tag räumt der Microsoft-Mitgründer nach 33 Jahren beim weltgrößten Software-Konzern seinen Schreibtisch. Und dann? Vielleicht ein Job als Gitarrist bei U2? "Sorry, Bill, wir sind schon voll besetzt", antwortet Sänger Bono. Also Hollywood, eine Karriere als Schauspieler? "Aus 'Ocean's 14' wird leider nichts, Bill", wehrt George Clooney ab. "Aber wenn wir den Film doch noch drehen, bist du auf jeden Fall dabei." Ein schwacher Trost, zumal sich der 52-Jährige auch von allen drei US-Präsidentschaftskandidaten eine Absage einhandelt. "Bill wer?", fragt Barack Obama am Telefon und verwechselt ihn mit Bill Clinton. Am Ende steigt Gates etwas betrübt in eine blaue Familienkutsche und rumpelt von dannen.

So sieht es aus, wenn Bill Gates sich seinen letzten Arbeitstag als Microsoft Chairman vorstellt - ganz im Scherz und freilich nur auf der Leinwand: Mit dem humorigen Filmchen, das solche Szenen in Gedanken durchspielte, präsentierte sich der Software-König auf der "D: All Things Digital"-Konferenz des Wall Street Journal (http://allthingsd.com) noch einmal der Öffentlichkeit. Gemeinsam mit Vorstandsboss Steve Ballmer saß Gates bei der hochkarätigen Versammlung amerikanischer IT-Führer am Dienstagabend auf der Bühne des Four Seasons-Hotels in Aviara bei San Diego. Vor einem Publikum voller PC-Prominenz, darunter Michael Dell und Amazon-Chef Jeff Bezos, erklärte der Microsoft-Übervater, wie er sich seine Zukunft - und die seines 50-Milliarden-Dollar-Konzerns - tatsächlich vorstellt.

"Steve ist enorm schlau", lobte Gates und mühte sich, mögliche Bedenken über den Wechsel an der Spitze herunterzuspielen. "Er ist schon seit acht Jahren für die Bilanz verantwortlich, und es ist fantastisch gelaufen." Wenn auch nicht unbedingt von Anfang an, wie Ballmer einräumte. "Ich bin der Juniorpartner", sagte der 51-Jährige, der Gates seit dem Studium kennt. Als er vor acht Jahren Vorstandschef wurde, habe es "einige harte Diskussionen" gegeben, ehe sich die neue Rollenverteilung einspielte. Seitdem führt Gates zwar nicht mehr die Geschäfte, ist aber immer noch aktiv am Geschehen beteiligt. Das wird künftig anders sein. Ab dem 1. Juli wolle er sich hauptsächlich seiner Stiftung, der Bill & Melinda Gates Foundation, widmen, erklärt Gates. Im Augenblick gehöre Microsoft 80 Prozent seiner Aufmerksamkeit, während die Stiftung, die sich um Entwicklungshilfeprojekte kümmert, 20 Prozent bekomme. "Demnächst wird es genau andersherum sein", sagt Gates. "Es ist einfach ein Umschalten."

Schwere Zeiten für Microsoft

Der Umstieg kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für Microsoft: Obwohl das Unternehmen weiter Rekordgewinne einfährt - allein im jüngsten Quartal gut vier Milliarden Dollar - brauen sich Gewitterwolken am Horizont zusammen. Das angestammte Geschäft mit Bürosoftware gerät zunehmend unter Druck durch kostenlose Konkurrenten aus dem Internet, etwa "Googles Docs". Die jüngste Windows-Version, Vista, gilt allgemein als Fehlschlag, weil viele Nutzer weiterhin das ältere Windows XP bevorzugen. Obendrein scheiterte vor kurzem Microsofts Versuch, für 44 Milliarden Dollar das Internetportal Yahoo! zu übernehmen, um damit zum Marktführer Google aufzuschließen.

Fragen zu dem Deal überließ Gates bei seinem Auftritt weitgehend Ballmer, der einen neuen Anlauf, Yahoo! zu kaufen, zunächst ausschloss: "Wir werden kein neues Angebot abgeben", sagte er, schob allerdings gleich hinterher: "Wir behalten uns das Recht dazu vor, aber im Moment steht das nicht auf der Tagesordnung." Es liefen lediglich Gespräche über andere Szenarien, erklärte Ballmer, wehrte Fragen zu Details jedoch ab. Während der Microsoft-Chef gestikulierend in einem feuerroten Bürostuhl auf der Bühne herumrutschte, saß Gates beinahe entrückt daneben, so als ginge ihn das bereits nichts mehr an.

"Big Deal" - Na und?"

Schon vor seinem Auftritt hatte der Microsoft-Mitgründer die Bedeutung einer möglichen Fusion mit Yahoo! heruntergespielt. "Big Deal" - Na und?" - sagte er schulterzuckend zu einer Gruppe von Journalisten bei einem Empfang zum Beginn der Konferenz, wo er sich zwanglos unters Volk mischte. Die Entscheidung, von DOS auf Windows umzusteigen, sei in den 1980er Jahren "von viel größerer Bedeutung" gewesen als das gescheiterte Übernahmeangebot für Yahoo!.

Künftig, erklärte Gates, wolle er zwischen seinen Büros bei Microsoft und der Stiftung pendeln und sich in den 20 Prozent seiner Zeit bei der Softwarefirma gezielt um Projekte der Forschungsabteilung kümmern. "Microsoft Research" betrachte ich als wichtigsten Teil meiner Arbeit", sagte Gates, ein Glas Weißwein in der Hand, das dunkelblaue Sakko locker über den Arm gelegt. "Vor allem kümmere ich mich intensiv mit um die Entwicklung der Suchmaschine der Zukunft." Das bedeute vor allem, Nutzern mehr zu bieten als eine schlichte Liste mit Links zu anderen Webseiten. "Wir wollen es einfacher machen, es geht um Informationen direkt auf Abruf."

Gelegentlich greift Gates auch noch selbst in die Tasten, um zu programmieren. "Einmal Ingenieur, immer Ingenieur", sagt er. Allerdings habe zum letzten Mal vor fast 20 Jahren etwas, das er programmiert hatte, den Weg in ein Produkt gefunden - heute schreibt der Chef Software nur noch zum persönlichen Vergnügen. Arbeiten muss Gates, der im nächsten Jahr einen ausgedehnten Europa-Urlaub mit Frau und Kindern machen will, ohnehin nicht mehr: Obwohl vor kurzem der Investor Warren Buffett und der mexikanische Großindustrielle Carlos Slim an ihm vorbeigezogen sind, ist er mit 58 Milliarden Dollar Vermögen immer noch der drittreichste Mann der Welt.

Gates' Frau Melinda tritt am Donnerstag bei der Konferenz auf, die in Ausschnitten auch im Internet mitverfolgt werden kann:

http://allthingsd.com

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.