"Die Unglaublichen - Der Angriff des Tunnelgräbers" An der Oberfläche gegraben


Der unglaubliche Charme der "Incredibles" macht's möglich: ein Jahr nach dem Kinostart der sympathischen Superhelden schiebt THQ ein zweites Actionspiel um Mr. Incredible und seinen eisigen Sidekick Frozone nach.

Bereits im furiosen Finale des Superhelden-Kinoabenteuers "Die Unglaublichen" wurde klar, dass es mit dem Sieg über den Schurken Syndrome und seine Roboterkreationen noch nicht zu Ende sein würde: Just vor dem Happy End tauchte der Tunnelgräber aus dem Untergrund auf und präsentierte sich als neue Bedrohung. Nun versucht der Schurke aus den Tiefen der Erde, die Herrschaft an sich zu reißen - höchste Zeit für Mr. Incredible und Frozone, mit ihren Superkräften wieder für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

In Sachen Präsentation braucht sich die temporeiche Tunnelgräber-Jagd nicht zu verstecken - die 3-D-Grafik macht mit superflüssig animierten Spielfiguren und zündenden Spezialeffekten dem Film alle Ehre. Auch die detailliert texturierten Schauplätze bringen die Atmosphäre des Kinostreifens gut rüber. Der bombastische Soundtrack lehnt sich ebenfalls eng an die Vorlage an und bringt mit durchschlagenden Klang-Explosionen die Lautsprecher zum Beben.

Obwohl allein schon die Aufmachung des Spiels in der ersten halben Stunde dafür sorgt, dass man mit Mr. Incredible und Frozone eine Menge Spaß hat, die gegnerischen Roboter mit ein paar gekonnten Special Moves in ihre Einzelteile zu zerlegen, werden die Schwächen des Actionspektakels schnell offenbar: Auf Dauer wird einfach zu wenig spielerische Abwechslung geboten. Das Grundschema der Missionen ändert sich kaum, die Gegner sind dumm wie Brot.

Wie in den meisten Titeln dieser Art können die Helden im Lauf der Zeit an Erfahrung hinzugewinnen und sich so ein paar (wenig spektakuläre) Upgrades für ihre Fertigkeiten erwerben. Während Mr. Incredible in der Lage ist, gegnerische Roboter in hohem Bogen durch die Landschaft zu schleudern, kann Frozone nach und nach seinen Frostschaden erhöhen und auf eisigen Flächen entlangschlittern. Die Handlungsspielräume der Figuren sind trotzdem zu begrenzt, um interessante Möglichkeiten zum Experimentieren zu eröffnen. Auch das Freischalten von Boni, die man sich anschließend in einer Galerie anschauen darf, trägt da nicht mehr viel zur Motivationssteigerung bei.

Die Kameraperspektive kann nicht verändert werden. Die beiden Superhelden folgen fest vorgegebenen Pfaden, wenn sie ihre Gegner platt machen. Mr. Incredible benutzt dazu in erster Linie seine Fäuste, während Frozone wie im Film mit seinen Eisattacken gegnerische Geschosse aufhält oder Maschinen blockiert. Manche Aufgaben kann nur einer der beiden lösen. Solisten wechseln zwischen den Figuren hin und her. Spaßiger ist es jedoch, im kooperativen Zweispieler-Modus zusammen mit einem Freund gegen den Tunnelgräber anzutreten. In jedem Fall werden jedoch auch weniger geübte User den Abspann bereits nach wenigen Stunden zu sehen bekommen.

Die Unglaublichen - Der Angriff des Tunnelgräbers

Hersteller/Vertrieb

Heavy Iron Studios/THQ

Genre

Action

Plattform

PlayStation2, PC, XBox, GameCube, Game Boy Advance, Nintendo DS

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Fazit: "Der Angriff des Tunnelgräbers" ist ein hübsch aufgemachter harmloser Spaß für zwischendurch - nett, aber ohne Anspruch. Wer auf unkomplizierte, frustarme Unterhaltung steht, darf hier zugreifen.

Herbert Aichinger/Teleschau TELESCHAU

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