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Bergung nach Air-France-Absturz Toter saß noch angeschnallt in seinem Sitz


Es ist eine traurige Aufgabe: Erstmals haben Experten sterbliche Überreste eines Passagiers aus der 2009 abgestürzten Air-France-Maschine geborgen. Die Polizei wollte ausdrücklich nicht von einem "Körper" sprechen.

Knapp zwei Jahre nach dem Absturz einer Air-France-Maschine in den Südatlantik haben Bergungsexperten erste sterbliche Überreste eines Opfers an die Oberfläche geholt. Das bestätigte am Donnerstag ein Sprecher der zuständigen französischen Gendarmerie. Er wollte ausdrücklich nicht von der Bergung eines "Körpers" sprechen.

Der tote Passagier, der noch angeschnallt auf seinem Platz saß, sei am Morgen an Bord des Bergungsschiffs "Ile de Sein" geholt worden, teilte die französische Polizei weiter mit. Durch die lange Zeit in knapp 4000 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund sei der Leichnam in einem schlechten Zustand, hieß es. Nun werde geprüft, ob eine Untersuchung des Genmaterials noch möglich sei, um die Identität festzustellen.

Bergung aus großer Tiefe nach langer Zeit ist Novum

Die Polizei wies darauf hin, dass bislang noch nie Leichen nach so langer Zeit aus solcher Tiefe aus dem Meer geholt wurden. "Es herrscht weiterhin starke Unsicherheit, ob die Bergung weiterer Leichen technisch machbar ist."

Experten waren eigentlich davon ausgegangen, dass die Leichen durch die lange Zeit bei niedrigen Temperaturen und geringem Sauerstoffgehalt auf dem Meeresgrund gut erhalten sein könnten. Durch die Bergung und den Kontakt mit der Luft könnten sich die sterblichen Überreste aber schnell zersetzen. Unter den Angehörigen ist umstritten, ob die Todesopfer überhaupt geborgen werden sollen.

Flugschreiber kürzlich geborgen

Bei der Flugzeugkatastrophe am 1. Juni 2009 waren insgesamt 228 Menschen ums Lebens, darunter auch 28 Deutsche. Direkt nach dem Absturz konnten nur 50 Opfer an der Wasseroberfläche entdeckt und identifiziert werden.

Die Maschine vom Typ Airbus A330-200 war auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris mitten in der Nacht ins Meer gestürzt. Das Wrack von Todesflug AF 447 wurde erst vor wenigen Wochen nach mehreren erfolglosen Suchaktionen in rund 4000 Metern Tiefe auf dem Meeresboden entdeckt. Die Flugschreiber konnten vor kurzem geborgen werden.

dho/DPA/AFP DPA

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