VG-Wort Pixel

Ungewöhnlicher Rekordflug 13.700 Kilometer nonstop: Lufthansa fliegt zu den Falklandinseln

Vor dem Abflug zu den Falklandinseln geht es zunächst in die Qurantäne: Am 1. Februar 2020 startet Lufthansa den längsten Passagierflug in ihrer Geschichte.
Vor dem Abflug zu den Falklandinseln geht es zunächst in die Qurantäne: Am 1. Februar 2020 startet Lufthansa den längsten Passagierflug in ihrer Geschichte.
© Lufthansa
Am 1. Februar wird ein Jet der Lufthansa zu einem Sonderflug in Hamburg starten: Ziel ist eine Inselgruppe im Südatlantik. An Bord des Rekordfluges werden Wissenschaftler und die Besatzung des Forschungsschiffs "Polarstern" sein.

Islas Malvinas statt Malediven: Der Countdown für einen ungewöhnlichen Rekordflug zu weit entfernten Inseln läuft. Zu einem Nonstopflug ab Hamburg zu den Falklandinseln soll ein Airbus A350-900 der Lufthansa am 1. Februar in Hamburg zum Start rollen. An Bord des Charterfluges werden keine Urlauber sein, sondern Mitarbeiter des Alfred-Wegener-Instituts, dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven.

Die 92 Passagiere des Charterfluges mit dem Kürzel LH2574 sind zur einen Hälfte Wissenschaftler, die andere Hälfte besteht aus der Schiffsbesatzung für die kommende Expedition mit dem deutschen Forschungsschiff "Polarstern". Im September 2019 war das Schiff des AWI zu der mehr als einjährigen MOSAiC-Expedition aufgebrochen. Zur Erforschung der Klimaverhältnisse in der Arktis ließ sich die "Polarstern" im Packeis treiben.

Kurs Südatlantik in Richtung Antarktis

Jetzt geht es in die genau andere Himmelsrichtung, in den antarktischen Sommer. Schon am 20. Dezember hatte die neue Reise der "Polarstern" nach Süden in Bremerhaven begonnen. Anfang Februar soll die Schiffscrew abgelöst werden, die später die Mannschaft der Neumayer-Station III in der Antarktis versorgen wird.

Durch die momentane Infektionslage in Südafrika ist die übliche Fluganreise über Kapstadt und ein Tausch der Besatzung im dortigen Hafen nicht möglich. So springt die Lufthansa mit dem 13.700 Kilometer langen Nonstopflug nach Mount Pleasant auf den Falklandinseln ein.

"Wir haben uns akribisch auf diese seit Jahren geplante Expedition vorbereitet, die wir trotz der Pandemie nun doch antreten können. Im Südpolarmeer sammeln wir seit Jahrzehnten elementare Daten zu Ozeanströmungen, Meereis und Kohlenstoffkreislauf", sagt Dr. Hartmut Hellmer, physikalischer Ozeanograph am AWI und wissenschaftlicher Leiter der Forschungsreise.

600 Bewerbungen für die Flightcrew

Für alle Teilnehmer des Fluges gelten strengste Hygienevorschriften. Deshalb hat sich die 17-köpfige Crew am vergangenen Samstag zeitgleich mit den Passagieren in eine 14-tägige Quarantäne begeben. "Trotz der Einschränkungen für die Crew haben sich allein 600 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter um diesen Flug beworben“, sagt Flugkapitän Rolf Uzat.

Der Airbus A350-900 wird in Hamburg für den Flug vorbereitet, beladen, umfassend desinfiziert und bis zum Abflug am 1. Februar versiegelt. "An Bord befinden sich dann neben dem Catering auch zusätzliche Container für den Restmüll, denn dieser kann erst nach der Ankunft in Deutschland entsorgt werden", heißt es von Seiten der Airline.

Nach dem auf eine Dauer von 14 Stunden und 43 Minuten berechneten Flug muss sich die gesamte Crew auf den Falklandinseln erneut in Quarantäne begeben. Der Rückflug soll am 3. Februar unter der Flugnummer LH2575 mit Ziel München erfolgen.

Der bisher längste Sonderflug einer Maschine der Lufthansa liegt inzwischen zehn Jahre zurück. Am 19. Januar 2011 brachte der Airbus A340-600 mit dem Taufnamen "Lübeck" 150 Passagiere von München aus nach Hawaii. Der Charterflug legte die knapp 13.000 Kilometer lange Strecke in 14 Stunden und 48 Minuten zurück. Auch in diesem Fall wurden die Fluggäste zu einem Schiff gebracht: zum Kreuzfahrtschiff "MS Deutschland".

Als der weltweit längste Linienflug gilt die Verbindung von Singapur nach New York. Seit Herbst 2018 fliegt Singapore Airlines die 16.600 Kilometer lange Strecke mit einem Airbus A350-900, allerdings seit Kurzem nicht mehr vom Stadtstaat zum Newark-Airport in New Jersey, sondern zum JFK-Airport – je nach Windverhältnissen in knapp 19 Stunden.

Diese Frau macht die Flieger fit für die größte Arktis-Expedition aller Zeiten

Expedition der Superlative – "Polarstern" kehrt aus der Arktis zurück

Fern von Corona allein im Eis – das erlebten die Wissenschaftler auf ihrer Forschungsreise in die Arktis 


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker