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"Imperial Glory": Die Imperien schlagen zurück

Auf in den Kampf um Ehre und Ruhm - das Strategiespiel "Imperial Glory" macht den Spieler zum Feldherrn. Dabei hat er nicht nur mit rivalisierenden Großmächten zu kämpfen - sondern auch mit technischen Unzulänglichkeiten.

Napoleon, wir haben ein Problem. Das mit Waterloo war wirklich keine gute Idee. Die Engländer waren schneller und haben in Windeseile alle erreichbaren Gebäude besetzt - ein klarer strategischer Vorteil. Und hinter jeder Hügelkuppe krabbeln weitere Infanterieeinheiten hervor. In Zahlen ist die französische Armee zwar um rund 100 Mann größer. Aber wo stecken die Leute bloß? Links liefern sie sich ein verzweifeltes Schützenfest mit einem Trupp Royal Guards. Die französischen Soldaten gehen in die Knie - immer häufiger nicht, um ihre Waffen nachzuladen, sondern um umzukippen und liegen zu bleiben. Ein trauriger Anblick. In der nächsten Senke finden sich zwei Miliz-Einheiten wieder, die kurzzeitig verloren gegangen waren. Sollte man die nun schnell auf die feindlichen Kanonen hetzen? Oder sie ihren Kollegen zu Hilfe kommen lassen, die gerade feststellen, dass die Hufe britischer Pferde härter sind als die eigenen Knochen? Apropos Kanonen: Da drüben, wo es kracht und qualmt, da wären die Trupps gewesen, die über die Flanke angreifen sollten. Fast ein Drittel der französischen Armee. Doch von alleine bewegen sie sich weder vor - in Richtung Angreifer - noch zurück in Richtung Sicherheit. Heroisch, aber dumm. Aufmerksamkeit und Mausklick kommen zu spät. Von diesem Teil der Armee bleibt nur ein nervöses Flackern auf der Minimap, bis auch der letzte Soldat unter einer Kanonenkugel die letzte Ruhe gefunden hat. Die Weltgeschichte nimmt ihren bekannten Verlauf. Zumindest heute.

Ruhe herrscht, wo keine Feinde mehr sind

"Imperial Glory", ein Echtzeitstrategiespiel aus den spanischen Pyro-Studios („Commandos“), platziert den Hobby-Feldherrn mitten im Europa der napoleonischen Kriege. Ein Zeitalter, in dem Genreprimus und überdeutliches Vorbild "Total War", bisher noch keine Schlachten inszeniert hat. In der zentralen Kampagne übernimmt der Spieler zur Zeit der französischen Revolution die Herrschaft über eine der fünf Großmächte: Großbritannien, Frankreich, Preußen, Österreich oder Russland. Ziel: die Herrschaft über ganz Europa. Denn sicher ist man nur dort, wo keine Feinde mehr sind. Die Lage der Imperien auf dem Kontinent sorgt für unterschiedliche Ausgangspositionen: Österreich und Preußen sind an drei Seiten von Feinden umgeben, Russland muss von Randeuropa aus agieren, und England ist ohne eine Flotte hilflos, hat dafür aber länger seine Ruhe vor Konkurrenten.

Risiko-volle Erinnerungen

Zunächst gilt es, in rundenbasiertem Spiel Wirtschaft, Technologie und Armeen aufzubauen. Die Karte dafür erinnert - mal wieder - stark an das Brettspiel Risiko. Man sieht farbig unterlegte Provinzen mit kleinen Icons für Gebäude und dort stationierte Truppen. Per Rechtsklick erfährt man mehr über die Ressourcen einzelner Provinzen. Auch die Baumenüs unterscheiden sich von Gebiet zu Gebiet - je nach Ausbaustufe der Technologie und Produktionsstätten. Die Handelsansicht hilft dabei, das eigene Handelsnetz weiter auszubauen - die lukrativste Art des Geldverdienens. Krieg zu führen ist eine teure Angelegenheit. Jede Runde gilt es wieder zu entscheiden: Was wird gebaut, was wird gehandelt, welche Truppen werden ausgehoben, und in was steckt man die Forschungspunkte?

Um die Wette forschen

Der Technologiebaum ist groß und großartig - drei Epochen gliedern den Erfindungsreichtum. Je nach Schwerpunkt können die Reiche sich zeitweise völlig unterschiedlich entwickeln. Leider müssen letztlich doch alle Errungenschaften einer Epoche erforscht haben, bevor es in die nächste Entwicklungsstufe geht. Hätte man darauf verzichtet, hätte es noch viel spannender werden können. Ein besonders schönes Feature ist die Verteilung von Aufgaben mit der Erforschung einzelner Technologien. Diese Aufgaben sind für alle Konkurrenten die gleichen. Nur, wer sie zuerst erfüllt, erntet den Ruhm (dauerhafte 50 Ruhmespunkte) - und eine exklusive Belohnung, wie den Bau von Krankenhäusern oder Militärhäfen in allen beherrschten Provinzen. Auch Entscheidungen über die Staatsform haben Einfluss auf die Forschung.

Schlau sind die Gegner

Jede Runde steht für einen Monat Spielzeit. Ist man fertig, so kann man beobachten, wie die vier anderen großen und die unzähligen kleinen Reiche in Europa ihre Züge ausführen. Die Künstliche Intelligenz des Spiels reagiert klug auf das Vorgehen des Spielers - ist man stark, herrscht lange Ruhe, zeigt man Schwäche, so verbünden sich die Nachbarn geschickt und fallen gestaffelt ins eigene Land ein.

Höhepunkt des politischen Drahtseilaktes auf dem Bildschirm hätte das Diplomatiemenü werden können. Das bietet jede Menge Optionen: Verteidigungsbündnisse, Handelsabkommen, Koalitionen und sogar Staatshochzeiten für die eigenen Kinder - wenn man solange überlebt. Leider ist es jedoch lieblos und fehlerhaft übersetzt - und stellenweise erschreckend willkürlich: So können sich laut Militärkarte einige Länder zum Angriff auf den Spieler verbünden. Wer nun auf diplomatischem Weg schnell ein eigenes Bündnis schmieden will, muss jedoch feststellen, dass laut Diplomatiekarte in der gleichen Runde völlig andere Konstellationen herrschen. Im schlechtesten Fall zahlt man viel Geld für ein Bündnis mit einem Land, das einen im nächsten Zug dennoch angreifen wird. Planen? Eher ein Glücksspiel - schade.

Die Schlachten sind wunderschön...

Konflikte lassen sich auf die Dauer eben nicht vermeiden. Sobald Armeen aufeinander treffen, stellt das Spiel einen kurzen Kräftevergleich an. Nun heißt es entscheiden: Lässt man die Schlacht berechnen oder zieht man selbst ins Feld? Für die Schlacht wird in den Echtzeitmodus gewechselt: Nun stehen sich die 3D-Armeen gegenüber. Und sehen überwältigend aus. Die Schlachtfelder sind grafisch ausgefeilt, die unterschiedlichen Geländearten mit befestigten Gebäuden, Hügeln, Wäldern, Schnee und Wüstensand bieten viel mehr taktische Möglichkeiten als die flachen Schlachtfelder der "Total War"-Reihe. Gut gelungen auch der Detailreichtum bis hin zum herumhoppelnden Hasen, der Sound, die länder- und truppenspezifischen Angriffsrufe.

...und kaum zu kontrollieren

Diese Pluspunkte verspielt "Imperial Glory" allerdings leichtsinnig, sobald die Schlacht beginnt. Je größer die Armee, desto unkontrollierbarer wird sie. Bilden sich zwei Schlachtschwerpunkte, so hat man ein Problem. Einheiten, die gerade keine Aufgabe haben, greifen nämlich Gegner nur auf manuelle Aufforderung hin an, auch wenn diese sie bereits seit einer Minute unter Beschuss haben. Sind sie hoffnungslos unterlegen, so fliehen sie nicht, sondern bleiben stehen, bis der letzte Mann fällt. Hier wäre ein "Moralwert" der Truppen, der ihr Engagement im Kampf beeinflusst, angebracht und auch realistisch gewesen. Zwar gibt es die Möglichkeit, die Truppen "automatisches Feuern" zu stellen, aber dann geht der taktische Aspekt ebenso verloren. Dann greifen die Truppenteile immer die nächste Gegnergruppe an, die in der Nähe ist, auch wenn sie dafür nicht gut geeignet sind. So reiben sich Nahkampfeinheiten auf dem weg Richtung Fernkämpfer auf.

Das Nutzen der Pausefunktion, um die Truppen neu zu formieren? Fehlanzeige. Während der Pause bewegt sich nichts. Nicht einmal eine Möglichkeit zur Verlangsamung oder Beschleunigung des Tempos haben die Entwickler dem Spieler gegönnt. So bleiben fünf bis zehn Minuten Getümmel, in denen flinke Finger, eine deutliche Übermacht und Glück die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind. Wenn das so ist, dann kann man die Schlacht auch gleich vom Computer ausrechnen lassen.

"Imperial Glory"

Hersteller/Vertrieb

Pyro Studios/Eidos

Genre

Strategie

Plattform

PC (mit DVD-ROM)

Preis

40 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Ein ähnliches Bild bietet sich bei den Seeschlachten. Wunderbar, dass es sie gibt - das hat "Total War" nicht zu bieten. Und grafisch sind sie ein Leckerbissen bis hin zur Gischt und dem Abendhimmel. Aber gut zu steuern ist so eine Schlacht nur bei einigen wenigen Schiffen. Sobald die Flotte größer wird, häufen sich die Stolpersteine - hier jedes Schiff ideal steuern und feuern zu lassen, übersteigt nicht nur die koordinatorischen Fähigkeiten von Taktik-Neueinsteigern. Das schaut man sich ein paar Mal an - und lässt weitere Kämpfe automatisch ablaufen.

Schnellschlachten für zwischendurch

Diejenigen, die doch Gefallen an diesen Kämpfen finden oder einfach gar keine Lust auf den wirtschaftlichen Kampagnenteil haben, finden ihr Glück in den historischen Schlachten (fünf Stück können zwischen Pommern und Nordafrika nachgespielt werden) und den Quick Battles. In denen wählt man eine Schlachtregion und stellt sich dann eine Armee zusammen. Dass man dabei auch die Armee des Computergegners konfiguriert, bietet Chancen für alle vom Erfolgssüchtigen bis hin zum Knobler.

Imperalistisch, aber nicht glorios

"Imperial Glory" hat eine tolle Grafik, schöne Ideen und einiges, was die Konkurrenz nicht bietet. Wären da nicht die paar Übersetzungsmacken, das zickige Diplomatiemenü, die teilweise nervige Steuerung und das nicht variable Spieltempo im Kampf, dann wäre es wirklich glorios. Vielleicht legt Pyro für diese Makel ja noch Patches nach. Und wenn man die Kavallerie in Waterloo rechts über die Hügel schickte und im Rücken der Engländer angreifen ließe, während die Artillerie das besetzte Gebäude vorne links unter Beschuss nähme - vielleicht könnte man die Weltgeschichte doch zumindest für einen Tag, auf einem Computer neu schreiben. Napoleon, übernehmen Sie.

Claudia Fudeus
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.