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"Metal Gear Solid 3: Snake Eater": Drama, Action, Schlangenschnitzel

Die "Metal Gear Solid"-Reihe gehört zu den Meilensteinen auf der Playstation. Auch der dritte Teil, "Snake Eater", beeindruckt mit bombastischer Inszenierung und spektakulärer Action - wenn der Spieler Geduld hat.

Snake ist mit dem Fallschirm abgesprungen, musste dann seinen Rucksack von einem Baum pflücken und sich einiger giftiger Schlangen erwehren. Er ist im Moor fast erstickt, einem Kaiman nur mit Mühe entkommen und hat einem feindlichen Soldaten ein Hornissennest auf den Kopf fallen lassen. Diesen ganzen Ärger noch mal hinter sich zu bringen, dazu hat Snake keine Lust. Der Spieler auch nicht. Also speichern. Das geht, schließlich ist das hier nicht das wahre Leben, sondern nur "Metal Gear Solid 3: Snake Eater". Da der Konsolero vor dem Fernseher nicht aus seiner Rolle als Snake herausgerissen werden soll, gibt es nicht einfach einen "Speichern"-Menüpunkt. Nein, der Elitekämpfer muss per Funk sein Hauptquartier auffordern, seine "Missionsdaten zu registrieren". Das Mädel am anderen Ende des Äthers ist nett, speichert alles - und beginnt ein Gespräch über japanische Monsterfilme. Ob Snake schon "Godzilla" gesehen habe? Smalltalk statt "Speichern erfolgreich". Ist das doch das wahre Leben?

Bombastisch aus Tradition

Bestimmt nicht. Realismus ist nicht das Maß, das man an "Metal Gear Solid 3" anlegen sollte. Erzählt wird eine wüste, verrückt gesponnene Agentengeschichte. Doch so wie Snake sich an Feinde heranpirscht, sie von hinten packt und nicht mehr loslässt, so erschleicht sich die Story von "MGS3" langsam, aber sicher die volle Aufmerksamkeit des Spielers und packt ihn am Schlafittchen. Dazu tragen Details - zum Beispiel Flirts über Funk - ebenso bei wie die zahlreichen bombastisch inszenierten Zwischensequenzen, die die Geschichte in Hollywood-Manier vorantreiben und für die die "Metal Gear Solid"-Reihe seit jeher bekannt ist. Der 1999 erschienene erste Teil gilt mit seiner zum damaligen Zeitpunkt unerreichten Synthese aus Film-Thriller und Action-Adventure als Meilenstein unter den Playstation-Titeln. Der Nachfolger "Sons of Liberty" überzeugte 2002 auf der Playstation2 wieder optisch und technisch, verwirrte aber viele Spieler mit seiner undurchschaubaren Geschichte.

Feinde, Freaks und Frauenzimmer

Nun also MGS zum Dritten. Technisch setzt "Snake Eater" das hohe Niveau seiner Vorgänger mühelos fort, Grafik und Sound spielen in der obersten PS2-Liga, die ganze Spielewelt und die Figuren sind liebevoll und detailliert gestaltet worden. Inhaltlich macht MGS3 allerdings einen Sprung zurück. Zurück in der Zeit, vor die Ereignisse der beiden ersten Teile von Metal Gear Solid. Während des Kalten Krieges, - 1964, kurz nach der Kubakrise - muss US-Agent Snake einen Raketenwissenschaftler namens Solokow aus seinem Labor im tiefsten russischen Hinterland entführen. Der nämlich zieht gerade die letzten Schrauben an dem atomaren Superpanzer "Shagohod" fest. Erschwert wird dieser Einsatz durch die Tatsache, dass dem Tüftler der wahnsinnige Colonel Volgin im Nacken sitzt, der mit dem Monstertank am liebsten sofort Zielschießen in Richtung westliche Welt veranstalten würde. Und das ist erst der Anfang: Einsam und allein muss sich Snake möglichst unauffällig durch undurchdringlichen Dschungel und schwer bewachte Militärbasen bewegen, gesteuert vom Spieler, der von schräg oben auf die Spielfigur blickt, bei Bedarf aber dessen Perspektive einnehmen kann. Bizarre Gegner aus Volgins Spezialkommando fordern Snake zum Showdown. Sie tragen eindeutige Namen wie "The End" oder "The Pain" und verfügen über unangenehme Spezialfähigkeiten, zum Beispiel die Kontrolle über einen wütenden Hornissenschwarm. Ein alter Bekannter, nein, ein junger Bekannter mischt auch mit: Revolver Ozelot, einer der penetrantesten Gegner aus den Vorgängerspielen, hat wieder pistolenwirbelnde Auftritte - allerdings als junger Mann. Wenn dann noch eine schmucke Agentin namens Eva auftaucht, wird alles noch komplizierter: Auf wessen Seite steht sie? Meint sie es gut mit Snake? Oder will sie nur seinen vernarbten, mit Tarnfarbe beschmierten Körper? Noch schwieriger ist das Verhältnis von Snake zu "The Boss", seiner ehemaligen Ausbilderin. Diese Supersoldatin konfrontiert den gewohnten Befehlsempfänger bald mit schmerzhaften Erkenntnissen und moralischen Dilemmata. Und so dreht sich diese wilde, Haken schlagende Agentenstory tatsächlich auch um Loyalität, Treue und Verrat.

Es wird gegessen, was vor die Nase kommt

Meistens ist Snake jedoch mit simplem Überleben beschäftigt. Denn die japanische Spieleschmiede Konami hat aus ihrem Helden den Rüdiger Nehberg unter den Geheimagenten gemacht. Um im Dschungel über die Runden zu kommen, muss sich Snake - und damit der Spieler - intensiv um seine körperliche Verfassung kümmern. Verpflegung ist Pflicht, sonst leidet die Gesundheit, und der Magen knurrt hörbar - was sehr stören kann, wenn man sich gerade im Schatten vor einer patrouillierenden Wache versteckt. Snakes Buffet ist der Dschungel, bei Bedarf müssen nicht nur Früchte dran glauben, sondern auch Frösche, Schlangen ("Snake Eater" eben) oder sogar ein Kaiman. Die Viecher müssen in Handarbeit gefangen, erlegt oder besser noch: betäubt werden - dann verderben sie nicht so schnell. Selbst ist der Snake auch in Bezug auf seine Heilung. Seinen eigenen Körper wieder zusammenzuflicken, macht er mit links - vorausgesetzt diese Hand tut's noch. Ein ausgefuchstes Heilungsmenü macht den Spieler zum Dr. Brinkmann des Feldlazaretts: Da kann nach Herzenslust genäht, geklebt und abgebunden werden.

Schleich dich!

Bei Metal Gear Solid ging es immer um das Wirken im Geheimen, das Ausnutzen von Schatten, das Schleichen, das Nicht-entdeckt-werden. Bei "Snake Eater" wurde dieser Aspekt weiter hervorgehoben - aber auch mehr in den Hintergrund gedrängt. Zum einen fällt der Tarnung im Vergleich zu den Vorgängern eine wichtige Bedeutung zu, der Spieler muss Snakes Klamotten und Gesichtsbemalung der jeweiligen Umgebung anpassen, um nicht entdeckt zu werden. Zum anderen ist es für Spieler mit nervösem Finger am Abzug einfacher als früher möglich, mit Waffengewalt Probleme zu lösen. Zwar lässt sich das Spiel praktisch ohne Waffengewalt lösen - abgesehen von den regelmäßigen spektakulären Duellen mit besonderen Gegnern z. B. aus Volgins Truppe -, doch der direkte Kampf führt vor allem in den unteren Schwierigkeitsstufen eben auch zum Erfolg.

"Metal Gear Solid 3: Snake Eater"

Hersteller

Konami

Genre

Action-/Schleich-Abenteuer

Plattform

Playstation2

Preis

50 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Der Wille zum Zurücklehnen

Trotz des Mehr an Action ist Geduld immer noch die oberste Tugend beim Spielen von "Metal Gear Solid 3: Snake Eater". Die epische, mitreißende Inszenierung sucht ihresgleichen, führt aber auch dazu, dass die ungezählten Zwischensequenzen auch mal 20 Minuten am Stück dauern können. Einige Funkdialoge könnten - trotz professioneller Sprecher - kürzer, das Erzähltempo am Anfang etwas höher sein. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, kann erleben, was eine gute Story auch bei Video- und Computerspielen bewirken kann. Dann möchte man sich auch mit virtuellen Funkerinnen über "Godzilla" unterhalten.

Ralf Sander
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Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.