"Phantasy Star Universe" Teurer Online-Spielspaß


Doppel hält besser: Segas "Phantasy Star Universe" ist Soloabenteuer und Online-Rollenspiel zugleich. Wer sich jedoch im Internet kloppen will, muss tief in die Tasche greifen - vor allem, wenn er eine Xbox 360 nutzt.

"Phantasy Star Universe" vertraut wie sein Vorgänger auf ein lineares Gameplay: Im Einzelspielermodus erledigt der Spieler als knuffiger Weltraumheld Ethan Waber Heerscharen von grimmigen Alienviechern. Sind alle erledigt, geht's weiter in den nächsten Abschnitt ... Zwölf Kapitel lang folgt "Phantasy Star Universe" diesem auf Dauer doch drögen Schema F, das nur von ausufernden Zwischensequenzen und hartnäckigen Bossgegnern aufgelockert wird. Und auch wenn sich so etwas wie die "Diablo"-typische Gier nach immer besseren Ausrüstungsgegenständen einstellt, Abwechslungsreichtum ist etwas anderes.

Besonders schwer ist das Game nicht. Da die Kämpfe nicht rundenweise, sondern in Echtzeit durchgeführt werden, muss der Spieler aber immer auf der Hut sein. Ansonsten kann es passieren, dass er just in dem Augenblick angegriffen wird, in dem er in seinem Inventar stöbert. Das Waffenarsenal umfasst die bewährte Mischung aus Schuss-, Hieb- und Stichwaffen, die durch Zukäufe so genannter Photon-Künste jedoch gepimpt werden können.

Wird's solo zu öde, darf online (mit einem neuen Charakter) weitergezockt werden, was dem Ganzen einen ordentlichen Spielspaßschub verpasst. Bis zu sechs Gamer können sich dann zu einer schlagkräftigen Party zusammenrotten und durch das virtuelle Universum ziehen, Monster vertrimmen und galaktische Goodies einsammeln. Ebenfalls nicht von dieser Welt sind jedoch die Kosten für Xbox-360-Nutzer: Angesichts der Tatsache, dass ein "Xbox Live"-Goldabo rund 60 Euro im Jahr kostet, erscheinen die 9,99 Euro, die der "PSU"-Spieler jeden Monat für das Online-Gaming ausgeben muss, unverschämt hoch. Die Krönung: Dem Titel liegt nicht einmal ein Gutschein für eine kostenlose Testphase bei! Dafür sollen laut Sega alle zusätzlichen Inhalte der nächsten Monate inklusive neuer Gegenstände, Gegner und Locations gratis sein.

Die Aufmachung ist gelungen. Jedes Kapitel wird mit ein und derselben FMV-Sequenz eingeleitet, was dem Spiel ein TV-Serien-Feeling verleiht. Verstärkt wird dieses Gefühl durch zwei weitere Elemente: Hat sich der Spieler erfolgreich durch ein Kapitel gekämpft, werden alle in diesem Abschnitt auftretenden Charaktere im Nachspann gewürdigt. Eine Art Vorschau informiert den Spieler darüber, was ihn im nächsten Kapitel erwartet.

Grafisch reißt "Phantasy Star Universe" allerdings keine Bäume aus. Die Anime-Figuren sind recht kantig geraten, die Texturen verschwommen, die Umgebungen nicht sonderlich detailreich. Nur die Effekte wissen zu überzeugen, überdecken aber schon mal das Geschehen auf dem Bildschirm.

Phantasy Star Universe

Hersteller/Vertrieb

Team Sonic/Sega

Genre

Rennspiel

Plattform

PlayStation2, PC, Xbox 360

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Am Rande des Universums: Jedes System bleibt unter sich. Soll heißen: PC-Spieler können nicht mit gemeinsam mit Xbox-360-Besitzern in die Sci-Fi-Schlacht ziehen. Schade ...

Artur Hoffmann/Teleschau TELESCHAU

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