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"Metroid Prime 3 - Corruption": Kugeln im Weltall

Ein letzter Trip ins All: "Metroid Prime Corruption" ist das Finale einer Sci-Fi-Trilogie, die noch nie enttäuscht hat.

Um es vorweg zu nehmen: Fans werden nicht enttäuscht. Zum gewohnt vielseitigen Gameplay gesellen sich der betont interaktive Einsatz von Nunchuk und Wiimote, die ungewöhnlich präzise Schuss-Steuerung und die bis dato beste grafische Umsetzung der Reihe.

Die Mission der Science Fiction-Heldin Samus Aran: Das Netzwerk der Sternenflotte wurde von Weltraum-Piraten mit Viren verseucht und kann erst wieder hochgefahren werden, wenn die Weltraum-Amazone und ihre Kopfgeldjäger-Kollegen den Impfstoff zu jeder Aurora-Einheit des Systems bringen. Dabei trifft Samus nicht nur auf ihr dunkles Ebenbild, sondern wird auch noch mit einem Teufelszeug verseucht, das ihr zwar einen ordentlichen Powerschub verschafft, aber gleichzeitig zu Lasten der Gesundheit geht.

Wie gewohnt steckt die Heldin in einem gepanzerten Hightech-Anzug, dessen Waffensysteme im Laufe des Spiels aufgerüstet werden. Anfangs steht nur der Power Beam zur Verfügung, der nicht nur als Laserwaffe dient, sondern mit dem auch kleine Objekte per Traktorstrahl herangezogen werden können. Bald kommen ein Raketenwerfer hinzu, ein Lasso und andere Gimmicks. Später kann sogar das eigene Raumschiff als ferngesteuerte "Superwaffe" benutzt werden.

Insbesondere beim Einsatz des Lassos kommen die speziellen Features der beiden Wii-Controller zum Einsatz: Gezielt wird mit der Fernbedienung, und um das Lasso auszuwerfen, wird der Nunchuk nach vorne gekippt. Um Hebel zu ziehen und zu drehen, wird dagegen die Wiimote so bewegt, wie es der Hand der Spielfigur entspricht - Virtual Reality aus dem Hause Nintendo.

Für känguru-artige Sprungkraft sorgen Düsen an den Stiefeln. Wenn trotzdem einmal der Weg versperrt ist, kann sich Samus - ebenfalls wie gewohnt - zu einer Donnerkugel zusammenrollen. Bei diversen Aufgaben ist es sogar notwendig, als sogenannter Morph Ball bespielsweise durch enge Schächte zu gelangen. In diesem Modus verwandelt sich das Game vom Ego-Shooter in ein Geschicklichkeitsspiel. Fans der Serie wissen diese Abwechslung zu schätzen, für Hardcore-Ballerfans dagegen ist der Morph Ball eine Übung in Fingerspitzengefühl und Geduld.

Neben dem Kugeln im All sorgen Gespräche mit anderen Charakteren (in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln), kleine Rätsel, interstellare Flüge und der "Scan Visor" für Abwechslung vom reinen Geballere. Letzterer ist ein Sicht-Modus, mit dem Samus Objekte wie Computerterminals oder die Schwachstellen der teils riesigen Bossgegner überprüfen kann.

Für anhaltenden Spielspaß dürfte nicht nur die Aussicht sorgen, am Ende mit dem fiesen Alter Ego Dark Samus abzurechnen. Dazu kommen zudem das Freischalten von Gimmicks wie Konzeptbildern, Storyboards und Soundtrack-Stücke durch gelöste Aufgaben.

Metroid Prime 3 - Corruption

Hersteller/Vertrieb

Retro/Nintendo

Genre

Action-Adventure

Plattform

Wii

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Zugegeben: Grafisch kann der Nintendo-Titel mit Xbox-360- und PS3-Titeln wie "Call of Duty 4" nicht mithalten, er beeindruckt aber dennoch durch detaillierte Grafiken und tolle Effekte. Was ihm jedoch an HD-Finesse fehlt, macht "Metroid Prime Corruption" durch sein abwechslungsreiches Gameplay mehr als wett. Ein Spiel, das in jede Wii-Sammlung gehört.

Michael Eichhammer/Teleschau / TELESCHAU
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