"Sonic Riders" Laufen ist öde


Der erste ordentliche "Sonic"-Titel seit langem. Verziehen sind deshalb die lahmen Vorgänger, Verbesserungsbedarf besteht trotzdem.

"Sonic Riders" ist in erster Linie ein ziemlich rasanter Funracer, aber auch eine Art Wiedergutmachung. Die zuletzt veröffentlichten Titel aus der altehrwürdigen Games-Reihe waren alles andere als Glanzlichter der Videospielgeschichte. "Sonic Heroes" schickte Konsolenzocker bei der Hatz durch die Level mit Vorliebe ins Nirvana, "Shadow the Hedgehog" wurde durch die teils katastrophale Technik ausgebremst. Nun aber halten wir "Sonic Riders" in Händen und alles ist gut - auch wenn das Sega-Maskottchen und seine Kumpels kurioserweise ihre flotten Pfoten gegen schwebende Surfbretter eingetauscht haben.

Eine grenzdebile Geschichte von alten Räuberbanden und verborgenen Schätzen gibt's freilich auch und wäre eigentlich kaum der Rede wert, würde sie nicht in exzellenten Rendersequenzen erzählt werden. So stürzen sich alte und neue Bekannte des Rennigels in 16 Rennen, die Erzrivale Dr. Eggman veranstaltet. Die halsbrecherischen Rundkurse führen durch futuristische Städte, Wüsten, Waldgebiete und mysteriöse Tempel und warten mit zig Überraschungen auf: Abzweigungen, Beschleunigerringe, Katapulte, riesige Tausendfüßler, Grind-Stangen, Tankstellen ... Tankstellen? Richtig gelesen: Die Airboards brauchen nämlich regelmäßig Treibstoff. Den gibt's entweder an vereinzelten Punkten auf der Strecke oder durch das Vollführen spektakulärer Tricks. Ist der Sprit leer, muss Sonic notgedrungen vom Brett steigen und die Beine in die Hand nehmen, verliert dadurch aber jede Siegchance.

Sonic Riders

Hersteller/Vertrieb

Sega/Sega

Genre

Rennspiel

Plattform

PlayStation2, XBox, GameCube

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Leider versäumt es das Spiel anfangs, in die ohnehin etwas gewöhnungsbedürftige Steuerung einzuweisen. Mit ein wenig Übung gehen Turbo-Einsatz, Rempeleien, Trickmoves und das rasante Windschattenfahren jedoch zunehmend leichter von der Hand. Der Schwierigkeitsgrad ist dennoch happig, was nicht zuletzt an den verwinkelten Kursen und der scheinbar unfehlbaren KI liegt. Wunderbar ist dagegen der Geschwindigkeitsrausch, der sich im späteren Spielverlauf dank gepimpter Boards einstellt. Ruckeln gibt's nicht, dafür treibende Techno-Beats, die das hektische Geschehen bestens untermalen. Selbst wenn vier Kumpels im Multiplayer-Modus gegeneinander antreten, geht die Grafik bei gleich bleibender Qualität nicht in die Knie.

Bernd Fetsch/Teleschau TELESCHAU

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