"Transformers - The Game" Häuser, wollt ihr ewig stehen?


Gigantisch im Kino, gewöhnlich auf der heimischen Konsole oder dem PC : Das Spiel zum Film zum Plastikspielzeug "Transformers" hat zwar einen ordentlichen Krawallfaktor, bietet aber zu wenig Abwechslung.

Während sich Michael Bays "Transformers" derzeit die wohl größte Material- und Effektschlacht der Kinogeschichte liefern, lassen Activision und Entwickler Traveller's Tales ("Lego Star Wars") den gemeinen Videogamer auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Im obligatorischen Spiel zum ziemlich erfolgreichen Film hat der nämlich die freie Wahl: Verhilft er den aufrechten Autobots zum Sieg und folgt damit der Filmhandlung? Oder schlägt er sich auf die Seite der fiesen Decepticons und besiegelt damit das Ende der Erde? Eine Entscheidung mit Auswirkungen...

Die Wahl zwischen Gut und Böse ist gleichzeitig eine Wahl zwischen Abwechslung und Monotonie. Denn während sich die Autobots bei der Hatz nach dem "AllSpark" (einer ominösen Machtquelle in Würfelform) immer wieder als Retter in der Not beweisen müssen, sind die Decepticons meist nur auf tumbe Zerstörung programmiert. Mal soll eine US-Militär-Basis in Wüstenstaub verwandelt, dann eine Kleinstadt verwüstet werden.

Alles lässt sich demolieren

Sonderlich anspruchsvoll ist das Ganze zwar nicht. Dafür stimmt der Krawallfaktor - vor allem, weil sich nahezu alles in diesem Spiel demolieren lässt: Häuser, Straßen, Autos, Industrieanlagen... Wer will, schnappt sich einfach den nächsten Ampelmast, um damit feindliche Bots in Bossduellen zu verprügeln. Oder wirft mit Baggern und anderem Baugerät um sich.

Nötig haben das Optimus Prime, BumbleBee und Co. jedoch nur selten. Schließlich verfügt jedes dieser Metall-Monster über ein beeindruckendes Waffenarsenal und kann sich darüber hinaus in einen LKW, Hubschrauber oder Rennflitzer verwandeln. Das beeindruckend inszenierte Transformieren macht im Spiel durchaus Sinn: Als Roboter kann man zwar mächtig einstecken und noch kräftiger austeilen. Gegen die knappen Zeitlimits, mit denen manche Missionen aufwarten, helfen jedoch nur Räder, Rotoren und Nachbrenner. Frustierend: Erreichen Countdowns oder die Lebensenergie eines bedrängten Blechkübel-Kameraden die Null, muss nicht etwa die betreffende Passage, sondern der ganze Abschnitt wiederholt werden. Leider passiert das ziemlich oft - woran die schwammige Steuerung nicht ganz unschuldig ist. Absoluter Tiefpunkt in dieser Hinsicht: eine Reihe von Verfolgungsjagden innerhalb des Hoover-Damms. Nur allzu oft bleibt BumbleBee in den verwinkelten Gassen hängen. Das Zielobjekt entkommt, Game Over, Neustart.

Schlichte Umgebung

Wer sich durchbeißt, wird belohnt: mit freischaltbaren Extras und netten Rendersequenzen, die jedoch nicht die Qualität des fulminanten Introvideos erreichen. Auch die Ingame-Grafik bleibt etwas hinter den Erwartungen zurück - vor allem auf den Next-Gen-Konsolen Xbox 360 und PS3. Zwar wurden Autobots und Decepticons akurat ins Spiel übertragen. Die frei begehbaren Level mit all ihren Gebäuden und chaotischem Straßenverkehr sind dagegen weitaus schlichter ausgefallen.

Transformers: The Game

Hersteller / Vertrieb

Traveller's Tales / Activision

Genre

Action

Plattform

Xbox 360, Wii, PS3, PS2, PC, PSP, DS

Preis

38 € (PC), 45 € (PS2), 55 € (Wii), 60 € (PS3, Xbox 360

Diese Ernüchterung mag allerdings dem Films geschuldet sein, der mit unglaublich aufwendigen Spezialeffekten und Computeranimationen aufwartet - und für lange Zeit das Maß aller Trickdinge darstellen dürfte. Im Vergleich zu Michael Bays optischen Overkill kann das Spiel nur schlecht aussehen. Schade auch, dass sich deutsche User mit Soundalikes der Synchronsprecher zufriedengeben. Für die englischsprachige Version des Spiels trat der Voice-Actor Peter Cullen vors Mikro, um wie im Film Optimus Prime die Stimme zu leihen.

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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