"UEFA Euro 2008" Es darf gejubelt werden


Für alle Daheimgebliebenen: EAs "UEFA Euro 2008" stimmt - zumindest auf den Next-Gen-Konsolen Xbox 360 und PS3 - bestens auf das kommende Sport-Event ein. Bei der PC- und PS2-Fassung wurde indes geschludert ...

Auch wenn EA erst vor einem halben Jahr das wesentlich umfangreichere "FIFA 08" veröffentlichte, hat "UEFA Euro 2008" durchaus seine Daseinsberechtigung. Natürlich ist es in erster Linie ein Tribut an den Medienhype, der in den nächsten Wochen und Monaten über uns hineinbrechen wird.

Gleichzeitig ist das Game aber auch ein Geschenk an all die Daheimgebliebenen. Denn die Akribie, mit der EA grafisch vor allem bei den Next-Gen-Versionen zu Werke ging, sucht ihresgleichen. Von einzelnen Schweißperlen auf der Stirn von Ballack über den Drei-Tage-Bart von Christoph Metzelder und das wilde Gestikulieren von Jogi Löw am Spielfeldrand bis hin zu den en detail nachgebauten acht EM-Stadien - schöner und stimmungsvoller war virtueller Fußball wohl nie. Zumal nun auch noch bei einem Treffer nach eigenem Gusto gejubelt werden darf. Über 40 Posen hat EA den Spielern spendiert, darunter natürlich auch Luca Tonis Ohrenschrauber ... Euphorie-Dämpfer für alle PC-Besitzer: Ihre Version basiert wieder einmal auf der unspektakulären PS2-Fassung und wurde zudem schlampig recyclet. Da schallt schon mal "Es gibt nur ein Rudi Völler" aus den Boxen ...

Inhaltlich hat "UEFA Euro 2008" einiges zu bieten. Neben dem eigentlichen Turnier inklusive Qualifikation, Vorrunde und Finals ist vor allem der "Mannschaftskapitän"-Modus interessant - eine konsequente Weiterentwicklung der bereits bei "FIFA 08" eingeführten "Be A Pro"- Variante. Diesmal muss man sich mit einem - wahlweise selbst gebastelten - Kicker aus der zweiten Reihe ins Stammteam dribbeln und dabei drei Konkurrenten ausstechen. Kein leichtes Unterfangen, wird während der Partien doch jeder Pass, jeder Zweikampf und jedes Abweichen der zugewiesenen Position vom Trainer auf der Bank registriert. Cool: Der Kampf um die Kapitänsbinde lässt sich nun mit drei menschlichen Mitspielen ausgetragen. Zur Not springt aber auch der Computer ein ...

Darüber hinaus gibt es einen Modus mit vorgegebenen Szenarien aus der Qualifikation, in denen etwa Bulgarien innerhalb von zehn Minuten eine Niederlage gegen die Spanier abwenden muss, sowie den "Kampf der Nationen". Dabei werden gesammelte Punkte einem anfangs festgelegten Land gutgeschrieben und täglich online ausgewertet, sodass am Ende das beste Teams Europas gekürt wird. Wer will, kann übers Internet auch seine eigene EM austragen.

Modi-Vielfalt hin, grafische Opulenz her - entscheidend ist auf'm Platz. Und hier wurde gegenüber "FIFA 08" weiter Feinarbeit betrieben. Grob zusammengefasst: Die Keeper halten nun etwas besser - oder lassen zumindest nicht mehr jeden zweiten Fernschuss vor die Füße eines Angreifers abprallen. Auch die Taktikmöglichkeiten wurden erweitert, gegnerische Abwehrspieler sind nun wesentlich hartnäckiger, und die wechselnden Witterungsverhältnisse während einer Partie wirken sich spürbar auf das Spielgeschehen aus. Das alles kommt dem Realismusgrad zugute, wenngleich EA in puncto Ballphysik und Steuerung immer noch der des großen Konkurrenten "Pro Evolution Soccer 2008" unterlegen ist. Dafür ist "UEFA Euro 2008" bei Weitem nicht so hektisch wie der Konami-Kick.

Kleinere Schönheitsfehler: Bei den Eröffnungssequenzen ploppen die Spieler plötzlich ins Bild, so manche Textur flackert, und die Sprecher Tom Beyer und Sebastian Hellmann kommentieren einen Befreiungsschlag aus der eigenen Hälfte, der in den Händen des gegnerischen Keepers landet, schon mal mit den Worten: "Keine Ahnung, wie er da noch ran gekommen ist". Die Nationalhymnen werden nur kurz angespielt, und die Siegesfeier am Ende hätte durchaus etwas üppiger ausfallen können.

UEFA Euro 2008

Hersteller/Vertrieb

EA/EA

Genre

Sport

Plattform

PlayStation2, PC, PSP, PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Ach ja: Ohne Holland fahren wir zur EM! Die "Oranje" wurde als einziges Team aus Lizenzgründen mit Fantasiespielern bestückt.

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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