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Digitalisieren: Ein Bit hat keine Kratzer

Kramen Sie Ihre alten Fotoalben hervor, Ihre Plattensammlung und die Cassetten mit Urlaubsvideos - denn deren Zeit ist um: Digitalisieren kann jede Menge Vorteile haben.

Sie bekommen Eselsohren, Kratzer und Flecken. Sie verstauben, verrauschen und verblassen. Ob Fotos, Dias, VHS-Videos oder Musikcassetten: All diese traditionellen Medien verlieren mit der Zeit an Qualität. Um alte Aufnahmen dauerhaft zu sichern, gibt es eigentlich nur einen Weg: Man muss sie digitalisieren. Denn erst seit Bilder, Musik und Filme in Dateiform gespeichert werden können, lassen sie sich theoretisch unendlich lange aufbewahren. Digitale Aufnahmen sind, anders als analoge Aufnahmen, nicht an ein bestimmtes Speichermaterial gebunden: Musik nicht an das Vinyl einer Schallplatte, Bilder nicht an Fotopapier. Bits und Bytes sind vollkommen verschleißfrei. Und: Dateien ist es egal, wie oft man sie abspielt oder kopiert. Es ist auch egal, wo man sie speichert: auf Festplatte, DVD, auf einem USB-Stick, auf einem Internetserver. Zwar können auch solche Datenträger irgendwann kaputtgehen - wer aber regelmäßig Sicherheitskopien anfertigt, behält Bilder und Musik jahrzehntelang ohne Qualitätsverlust.

Es gibt noch mehr Gründe, Analoges in Digitales umzuwandeln. Am PC lässt sich etwa aus alten Klassenfotos die Einladung zum Abi-Jubiläum layouten. Den Film von der Hochzeit kann man ins Internet stellen. Sogar die Qualität lässt sich verbessern: Spezielle Programme verleihen verblichenen Schwarz-Weiß-Bildern wieder mehr Kontrast oder entfernen von Vinyl-Aufnahmen das Rauschen und die Kratzer. Dateien lassen sich zudem ausdrucken, per E-Mail verschicken, sie nehmen keinen Platz im Regal weg, sind leichter zu finden und zu transportieren.

Digital-Fotografen kennen die Vorteile

Besitzer von digitalen Kameras kennen diese Vorteile. Gerade für sie lohnt es sich, auch die alte Foto- oder Filmsammlung auf den PC zu übertragen: Sind die Bilder erst einmal eingescannt, kann man sie genauso behandeln wie die neuen, mit der Digitalkamera geschossenen Fotos. Diaprojektoren und VHS-Videorecorder haben in vielen Haushalten ohnehin ausgedient - wer seine Dias und Videocassetten digitalisiert hat, kann also, sofern er kein Anhänger traditioneller Dia-Abende ist, die alten Geräte endgültig einmotten.

Doch dazu müssen erst einmal alle Bild- oder Musikinformationen in Bits übersetzt werden, in Nullen und Einsen. Mit den neuen Geräten und Programmen ist das inzwischen auch für Anfänger zu schaffen - es kann aber trotzdem sehr zeitaufwendig werden. Wer sich diese Arbeit nicht machen will, sollte sich überlegen, einen Digitalisierservice in Anspruch zu nehmen. Viele Fotoläden beispielsweise speichern Negativ- oder Dia-Vorlagen auf CDs und VHS-Cassetten auf DVDs.

Ulf Schönert / DPA
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