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Entwicklerkonferenz IDF: Intel zeigt sein Grafik-Monster

Intel hat auf seiner Entwicklerkonferenz erstmals einen Prototyp seines Grafikprozessors Larrabee gezeigt. Der Chiphersteller will mit Features wie Raytracing in Echtzeit die Grafikspezialisten Nvidia und ATI angreifen. Außerdem wurde ein "Appstore" für Netbooks vorgestellt.

Intel hat einen ersten Vorgeschmack auf seinen neuartigen Grafik-Chip Larrabee auf dem Intel Developer Forum in San Francisco gegeben. Intel-Manager Sean Maloney präsentierte den Prototyp der künftigen Chipfamilie am Beispiel einer Szene aus dem grafisch aufwendigen Computerspiel "Quake Wars". Larrabee soll eine neue Generation von Grafikprozessoren einläuten, mit der der weltgrößte Chiphersteller Grafikspezialisten wie Nvidia und ATI direkt angreifen will.

Anders als herkömmliche Grafik-Chips basiert Larrabee auf der sogenannten x86-Architektur, die allen herkömmlichen Computer- Prozessoren zugrunde liegt. Entwickler sollen dadurch Computerspiele und andere grafisch aufwendige Software deutlich einfacher und leistungsfähiger programmieren können. Als erste Produkte soll im Laufe des kommenden Jahres Larrabee auf Grafikkarten auf den Markt kommen, kündigte Maloney an. Einige große Entwickler hätten bereits erste Larrabee-Exemplare erhalten. Es ist davon auszugehen, dass später Larrabee auch in den Hauptprozessor integriert wird.

Raytracing in Echtzeit

Bei der Präsentation des populären Computerspiels "Quake Wars: Enemy Territory" zeigte Maloney an einer Szene, wie Larrabee zusammen mit dem ebenfalls für kommendes Jahr angekündigten Prozessor Gulftown zum Beispiel Schatten und Spiegelungen auf einer bewegten Wasseroberfläche in Echtzeit berechnet. Solche Berechnungen, das sogenannte Raytracing, erfordern erheblichen Rechenbedarf und waren noch vor wenigen Jahren allenfalls auf großen Servern möglich. Manche Branchenbeobachter auf dem IDF waren dennoch enttäuscht, da nicht zu erkennen war, ob der Prozessor es im Einsatz von bekannten Computerspielen tatsächlich mit herkömmlichen Grafik-Chips aufnehmen könnte.

Intel verstärkt außerdem seine Offensive im lukrativen Markt der Netbooks und mobilen Internetgeräte. Über eine neue Plattform sollen Software-Hersteller künftig ihre Anwendungen etwa für Smartphones oder Netbooks, die Intels Atom-Prozessoren nutzen, einfacher programmieren und auch verkaufen können. Der EeePC- Erfinder Asus kündigte auf dem IDF einen ersten eigenen "App Store" für seine Mini-Notebooks an, wie es ihn bislang nur für Smartphones wie etwa Apples iPhone gibt. Zu den ersten Partnern zählen auch Acer und Dell, sagte Intel- Chef Paul Otellini.

Vorteil der Intel-Entwickler-Plattform sei es unter anderem, dass Hersteller ihre Software ohne zusätzliche Anpassung für verschiedene Betriebssysteme und für den Einsatz auf verschiedenen Geräten wie Netbooks, Smartphones und kleinen, mobilen Internet-Geräten, den sogenannten MIDs, programmieren können, sagte Otellini.

Der Atom-Chip wird weiter geschrumpft

Während Intel mit seinen Atom-Prozessoren erfolgreich im Mini- Notebook-Markt unterwegs ist, hat es das Unternehmen bislang noch nicht in den Markt der Smartphones an Konkurrenten wie ARM vorbei geschafft, da die Chips für die kleinen Geräte bislang zu stromhungrig waren. Für das kommende Jahr kündigte Otellini eine neue, leistungsfähigere und stromsparendere Generation des Atom-Prozessors an, der im neuen 32-Nanometer-Verfahren produziert werden soll.

Das von Intel eigens für Smartphones und Netbooks entwickelte Betriebssystem Moblin werde künftig auch von Adobe und Microsoft unterstützt, sagte Otellini. Die Unternehmen wollen künftig ihre Programme Air und Silverlight auf das neue Betriebssystem anpassen. Wann das Linux-Betriebssystem Moblin auf den Markt kommt, wurde nicht genannt. Gerüchten zufolge will Asus das IDF nutzen, um einen ersten EeePc mit Moblin anzukündigen. Im Markt für Smartphones tritt Intel mit Moblin in direkte Konkurrenz zum Beispiel zu Microsofts Windows Mobile oder den Handys mit Googles Betriebssystem Android.

DPA / DPA