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Medizingeräte und Fitness-Apps: Hier kommt Dr. Apple

Die neue iWatch misst den Puls beim Joggen, und der Arzt hat immer ein iPad in der Tasche. Bald wahrscheinlich Realität, denn Apple investiert massiv in die Themen Fitness und Gesundheit.

Von Timo Brücken

Dass die iWatch noch in diesem Jahr kommt, gilt als ausgemacht. Doch wie will Apple seine Smartwatch zum nächsten großen Ding machen, wo es doch schon genug andere intelligente Armbanduhren gibt? Vieles deutet darauf hin, dass die iWatch Teil einer groß angelegten Strategie des Konzerns sein wird: 2014 werden sehr wahrscheinlich Fitness und Gesundheit die großen Themen im Apple-Hauptquartier in Cupertino sein.

Da ist zum einen iOS 8. Das neue Apple-Betriebssystem wird wahrscheinlich unter anderem auf der iWatch installiert sein und soll standardmäßig über eine App namens "Healthbook" verfügen. Diese nutzt die im jeweiligen Gerät eingebauten Sensoren, um etwa die Schrittzahl oder den Kalorienverbrauch des Trägers zu messen. Aber auch andere Vitaldaten wie Herzfrequenz, Blutdruck oder Flüssigkeitshaushalt sollen erfasst werden können. Damit die neuen iOS-Geräte dazu im Gegensatz zu ihren Vorgängern überhaupt in der Lage sind, hat Apple im Dezember ein Patent angemeldet: Für einen "nahtlos eingebetteten Herzmonitor". Er soll die Herzaktivität des Nutzers messen, aber am Gerät weder fühl- noch sichtbar sein.

Enge Zusammenarbeit mit Nike

Außerdem hat Apple in den vergangenen Monaten mehrere Experten für Fitness- und Gesundheitstechnologie angeheuert. Der erste war Ben Shaffer, einer ehemaliger Top-Designer von Nike, der das Fitnessarmband FuelBand mitentwickelt hat. Im September ließt er sich nach Cupertino abwerben. Umgekehrt sitzt Apple-CEO Tim Cook nach wie vor im Verwaltungsrat von Nike. Laut "Apple Insider" ist die Zusammenarbeit zwischen beiden Firmen eng.

Vor einer Woche veröffentlichte dann "Cnet" eine Apple-Stellenanzeige, derzufolge ein Sportphysiologe gesucht wurde. Er soll sowohl Studien durchführen, als auch beim Design von Produkten mithelfen. Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Firma den Schlafforscher J. E. M. Raymann angeheuert hat. Der Schlafrhythmus gehört zu den wichtigsten Fitnessdaten.Wissenschaftler Raymann kennt sich außerdem bestens mit tragbaren Sensoren aus. Am Donnerstag meldete "Mashable" schließlich die neueste Personalie: Marcelo Malini Lamego, ehemaliger Technologiechef des Medizingeräteherstellers Cercador. Auch er gilt als Experte für Sensoren.

Treffen mit der Gesundheitsbehörde

Schon im Dezember hatte sich eine Gruppe von Apple-Managern außerdem mit ranghohen Vertretern der US-Gesundheitsbehörde FDA getroffen. Diese ist unter anderem für die Zulassung von Medizinprodukten zuständig. Vermutlich habe Apple versucht, sich mit dem Treffen "den Regulierungsweg für medizinische Geräte und Apps zu ebnen", sagte der Fachanwalt Mark McAndrew der "New York Times".

Patente, Personal und Politik - der Hersteller von iPhone, iPad und Co hat also tatsächlich einige Weichen gestellt, um seine Produkte in den kommenden Monaten in Fitness-Studios, Arztpraxen und Krankenhäuser zu bringen. Dr. Apple ist im Anmarsch.

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