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Peter Thorwarth: "Computerspiele sind modernes Laientheater"

"Bang Boom Bang"-Regisseur Peter Thorwarth ist kein Computerspieler. Und doch faszinieren ihn die virtuellen Welten. Im stern.de-Interview spricht er über ein Kindheitstrauma, Sensationsgelüste und Horrorspiele.

Herr Thorwarth, sind Sie eine Computerspielnatur?

Um ehrlich zu sein, besitze ich keine Konsole und spiele auch nicht am PC. Ich bin aber fasziniert, wenn mir Kumpels die neuesten Spiele vorstellen - am meisten von der immer besser werdenden Grafik und den Soundeffekten. Aber mir fehlt einfach die Zeit, mich länger mit Games zu beschäftigen. Und grundsätzlich bin ich zudem ein Spielehasser.

Ein Spielehasser? Wieso das?

Ich will die Aussage etwas konkretisieren. Mein Hass konzentriert sich in erster Linie auf Gesellschaftsspiele. Wahrscheinlich ein Kindheitstrauma. Als kleiner Junge - immer dann, wenn ich mich mit meinen Brüdern bei einem verregneten Samstagnachmittag auf das Kinderprogramm im Fernsehen gefreut habe - besann sich meine Mutter auf ihren pädagogischen Auftrag. Sie zog den Stecker aus der Wand und dann hieß es: "Schluss mit Marathonfernsehen, jetzt wird gespielt!". Das war die größte Strafe für mich. Besonders, wenn gerade "Captain Future" in der Flimmerkiste lief. Keiner hatte wirklich Bock. Und dann las mein Vater noch lang und ausführlich die Regeln vor, die wir Kinder längst schon kannten, was meine Eltern aber nie kapierten. Das Ganze endete im Familienstreit, und meistens flog zum Abschluss das Brett samt Spielfiguren durch den Raum. Das ist der eine Grund für meine Abneigung gegenüber Spielen. Der andere ist, das ich wirklich ungern verliere.

Arbeiten Sie mit Schauspielern zusammen, die sich nach den Dreharbeiten an der Konsole oder am PC entspannen?

Klar, Ralf Richter hat alle Spielkonsolen. Neulich während unserer "Goldene Zeiten"-Kinotour mussten wir seinetwegen umdrehen. Weil er seine Playstation vergessen hatte. (lacht)

Tiefgründige Geschichten spielen eine immer größere Rolle in Games. Selbst Hollywood hat bereits einige Stories für die Leinwand umgesetzt. Könnten Sie sich vorstellen, selber einmal ein Computerspiel zu verfilmen?

Das interessiert mich sehr. "Storytelling" in Verbindung mit immer perfekteren Spezialeffekten, die der Fantasie keine Grenzen mehr setzen. "Tomb Raider", "Resident Evil" und "Doom" gibt es ja bereits als Hollywoodproduktionen. "Resident Evil" oder "House of the Dead" hätte mich auf jeden Fall interessiert, weil ich das Horrorgenre liebe. Das war schon früher so. Während meine Brüder am Amiga 500 zockten, habe ich mit ein paar Kumpels Super8-Filme gedreht. Horrorfilme, die dann aber eher unfreiwillig zu Komödien mutierten. (lacht) Daher wohl auch meine Vorliebe für den morbiden Humor.

Hätten Sie Lust eine Geschichte für ein Horror-Game zu entwickeln?

Ich glaube, das kann ich nicht. Eine Geschichte im Kino funktioniert anders als im Spiel. Wenn ich ein Drehbuch schreibe, will ich den Zuschauern meine Geschichte erzählen. Mit allem, was mir wichtig ist. Im Spiel will der Gamer die Geschichte selber beeinflussen. Das sind zwei völlig unterschiedliche Ansätze. Darum glaube ich auch nicht, dass Film und Computerspiele jemals ernsthaft konkurrieren werden. Beide Medien sind gleichsam bedeutend. Zum einen wird das Bedürfnis erhalten bleiben, eine Geschichte geschildert zu bekommen. So war es schon früher, wenn Geschichtenerzähler ihre Zuhörer ums Lagerfeuer versammelten. Zum anderen wird es auch immer Menschen geben, die aktiv ins Gesehen eingreifen wollen. Vielleicht sind Computerspiele die moderne Form des Laientheaters. Beide Medien werden sich in Zukunft aber sicherlich vielmehr gegenseitig pushen, als es jetzt bereits der Fall ist. Es werden ja nicht nur Spiele verfilmt, sondern auch eine ganze Menge Games auf Basis bestehender Filme entwickelt. Zum Beispiel das James Bond Spiel "Liebesgrüße aus Moskau" oder das in Kürze erscheinende "Der Pate".

Am Computer entwickelte Special-Effects haben mittlerweile einen großen Anteil in Filmen. Es gibt bereits Kinostreifen, die komplett am PC entwickelt wurden. Wird Hollywood in naher Zukunft keine menschlichen Schauspieler mehr benötigen?

Ich habe einen Trailer vom Computerspiel "Der Pate" gesehen und dachte nur: "Fett, die haben es tatsächlich geschafft, Marlon Brando wieder zum Leben zu erwecken". Und auf der anderen Seite werden auch Animationsfilme immer perfekter. Am Computer entstandene Figuren wie King Kong oder Dinosaurier sind - nach meinem Vorstellungsvermögen jedenfalls - nicht mehr besser in zweidimensionaler Form auf die Leinwand zu bringen. Als Stuntmen würde ich mir ernsthaft Gedanken über berufliche Alternativen machen, denn warum sollte ein Produzent Verletzungen oder gar Menschenleben riskieren, wenn sich das auch im Computer machen lässt?

Aber eines werden die virtuellen Computerwesen nie befriedigen können - die Lust nach Sensationen. Der Mythos Hollywood lebt auch von Skandalen. Was sollten denn die Zeitungen berichten, wenn Brad Pitt seine Jennifer Aniston nicht wegen Angelina Jolie verlassen würde? Solche Geschichten werden die vom Computer generierten Darsteller nie bringen.

Gewalt in Filmen wird in der Öffentlichkeit lange nicht so heftig debattiert wie im Bereich des Videospiels? Warum?

Wahrscheinlich liegt das daran, dass im Spiel die Gewalt direkt vom Spieler ausführt wird. Die Diskussion wird ja schon ewig geführt. Klar, es gibt keine Entschuldigenden für gewaltsame Übergriffe, aber Gründe. Und die versucht man halt irgendwie zu finden. Ich wüsste aber nicht, warum unsere oder die jüngeren Generationen gewaltbereiter als die unserer Eltern sein sollten. Momentan lese ich viel übers Mittelalter, da haben sich die Leute richtig auf die Fresse gehauen, und es gab weder Filme noch Computerspiele.

Ich will gar nicht abstreiten, dass einige Irre vielleicht wirklich nächtelang Actionfilme gesehen, Metal gehört und dabei noch vor dem Monitor geballert haben, bevor sie komplett durchgedreht sind. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass durch Spiele, Filme oder Musik Aggressionen abgebaut werden. Bei mir ist das jedenfalls so. Auch im Sport kann man überschüssige Energie loswerden. Es gibt halt immer Idioten, die Randale machen.

An welchen Projekten arbeiten Sie derzeit?

Wie bereits angedeutet, recherchiere ich gerade viel übers Mittelalter. Das war immer schon mein Traum. Ein Film in meiner Heimatstadt Unna, allerdings Anno dreizehnhundertund...

Interview: Udo Lewalter
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.