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Scheibes Kolumne: Handeln beim Kauf

stern.de-Kolumnist Scheibe hat eine turbulente Woche hinter sich. Dank Online-Preisvergleich spart er Geld beim Kauf einer neuen Spülmaschine. Er findet heraus, warum sein Telefon so rauscht. Und am Ende muss er sich auch noch mit einer penetranten Call-Center-Zicke herumärgern.

Bei uns ist die Spülmaschine kaputt. Das führt umgehend zu zwei aufeinander aufbauenden Erkenntnissen: Geschirr abwaschen mit der Hand ist doof. Und: Eine neue Spülmaschine muss her. Normalerweise schau ich mir immer im Internet ein Gerät aus, suche nach dem besten Preis und besorge das dann gleich online. Nun kenne ich mich aber nur mit Computern aus und nicht mit Spülmaschinen. Die Datenblätter im Internet sagen mir alle nix. Ich brauche also eine richtige Beratung und fahre in einen dieser riesigen Läden à la Saturn oder MediaMarkt. Hier finde ich auch schnell ein passendes Gerät von einer deutschen Markenfirma, das mir zusagt.

Beim Blick auf das Gerät kommt mir eine geniale Idee. Ich rufe Kumpel Thomas über das Handy an. Thomas ist genauso Technik- und Internet-hörig wie ich. Schnell lese ich ihm die Produktbezeichnung der Spülmaschine vor und er heizt schon mal auf seinem Rechner die Preispiraten (www.preispiraten.de/) an, um herauszufinden, ob die Maschine irgendwo im Internet günstiger zu haben ist. Thomas wühlt bei eBay, bei Shopping.com und wird schließlich bei einem kleinen Händler aus irgendeinem westdeutschen Kuhkaff fündig: 100 Euro billiger ist das Gerät da zu haben. Allerdings kostet der Versand um die 35 Euro.

Ich wende mich an einen dürren Verkäufer, aber der ist sichtbar neu im Geschäft und sehr nervös. Einen Nachlass kann er mir leider nicht einräumen, es wäre doch eh alles schon so billig. Ich beharre aber auf einem Rabatt und schließlich kommt ein Einkäufer zu mir, der sich alles noch einmal genau anhört. Dann muss er an einen Rechner, um seinen Einkaufspreis und die Margen zu checken. Am Ende dreht er sich um und sagt: "Ich gehe mit. 100 Euro billiger. Und die Lieferung schenke ich Ihnen auch." Dann ist er auch schon wieder weg.

Wow. Anscheinend ist es wirklich so. Wer nicht handelt, wirft Geld zum Fenster hinaus.

Unerträgliches Telefonrauschen: Endlich Ursache gefunden!

Seit mehreren Monaten fragen meine Telefonkontakte alle: "Wo bist du denn gerade? In einem Autobahntunnel, in einem Unterseeboot oder auf der Rückseite des Mondes? Du hörst dich ganz verrauscht an."

Anscheinend war ich für meine Geschäftspartner kaum zu verstehen. Stattdessen bekamen sie ein Brummen zu hören, was jede Kommunikation schnell zum Absterben brachte. Das sorgte dafür, dass ich zahllose Male mit dem Handy zurückrufen musste, um überhaupt ein Gespräch führen zu können. Ärgerlich war, dass ich das Rauschen selbst nicht hören konnte. So musste ich immer nachfragen: "Sagen Sie, rausche ich gerade?"

Natürlich ist das geschäftsschädigend. Also begannen wir schnell damit, Ursachenforschung zu betreiben. Kurz vor dem Start des Rauschens waren wir zu Alice gewechselt, um Geld zu sparen und um eine schnellere Online-Anbindung zu erzielen. War das Rauschen eine Nebenwirkung der Umstellung? Ein Alice-Techniker kam vor Ort dabei, "pustete" die Leitungen durch und meldete, dass die Leitung bis ins Haus hinein völlig sauber war. Hing man ein Telefon direkt an das Ding an der Wand "da, wo DSL ankommt", dann waren alle Telefongespräche sauber und störungsfrei.

Ich rief dann einen unabhängigen Techniker an, der die Telefone im Büro überprüfen sollte. Er hängte einfach neue an die Anlage an. Es schien so, als wäre das Problem damit gelöst. Aber anscheinend waren die Anrufer alle nur zu höflich, denn schon bald brummte und krumpelte es schon wieder in der Leitung. Mensch, dann war es wohl die Telefonanlage im Bürokeller. Sicherlich hatte die beim letzten Wasserschaden auch etwas abbekommen. Ein Austausch würde teuer werden.

Ich rief beim Unternehmen Manteufel in Falkensee an und nenne diesen Namen auch nur in aller Deutlichkeit, weil der Techniker der Firma das Rätsel gelöst hat und deswegen Ehre und Ruhm verdient. Der Techniker kroch unter meinem Schreibtisch herum, löste tausend Kabel und rief sich selbst immer wieder neu über das Telefon an, um auf das Rauschen zu achten. Nach zwei Stunden hatte er das Problem enttarnt - es war mein externes ISDN-Modem am PC. Das benutze ich für meinen ISDN-Anrufmonitor, um mir auf dem Bildschirm anzeigen zu lassen, wer da gerade anruft - noch bevor ich den Hörer abnehme. Und richtig: Sobald ich hier das ISDN-Kabel löse, ist das Rauschen sofort weg. Die Schlussfolgerung: Weg mit dem Teil und ein neues gekauft. Früher ging es ja auch ohne Rauschen. Dann allerdings mit meinem alten Rechner und einer internen ISDN-Karte.

Unerträgliche Telefonate: Strippe Deutschland

Seit Monaten schon nervt Strippe Deutschland (Name wurde von mir bis zur Unkenntlichkeit verändert) und ruft zu den unpassendsten Zeiten bei uns an - meistens genau beim Essen. Ich kann es schon nicht leiden, wenn ich eine Stunde in der Küche stehe, das Essen steht auf dem Tisch und die Kinder rufen immer "komme gleich" und kommen dann doch nicht. Wenn dann noch das Telefon klingelt, kriege ich einen Hals.

Und wenn dann noch eine überzuckersüß gekünstelte Stimme haucht, dass sie von Strippe Deutschland anruft und so unglaublich tolle Nachrichten für mich hat, dass sie sich gleich vor Begeisterung ins Höschen macht (so stelle ich mir das jedenfalls immer vor), dann erst recht.

Bestimmt zehn Mal habe ich jetzt schon deutlich am Telefon darum gebeten, nicht mehr angerufen zu werden und habe um explizite Löschung aus der Die-kann-ich-ja-mal-anrufen-um-denen-auf-den-Sack-zu-gehen-Datenbank gebeten. Leider hilft das überhaupt nicht weiter. Bei diversen Zeitschriftenverlagen und Telefonanbietern habe ich mit einer freundlichen Bitte bereits dafür sorgen können, dass mich niemand mehr anruft. Aber nicht hier. Inzwischen führe ich Buch und schreibe auf, wer mich wann anruft. Das hat aber die liebe Frau X nicht abhalten können, am 11.11. schon wieder anzurufen. Ein Karnevalsscherz? Mitnichten. So lief es ab:

Klingeling
Scheibe: "Scheibe? Hallo?"
Frau X: "Oh, das ist aber unglaublich schön, dass ich Sie erreiche. Wo ich doch so tolle Neuigkeiten von Strippe Deutschland habe. Wussten Sie schon…."
Scheibe: "Wie ist denn Ihr Name?"
Frau X: "Öhm, ich glaube nicht, dass ich Ihnen das sagen muss."
Scheibe: "Ich glaube schon. Denn ich habe schon zig Mal darum gebeten, aus Ihren komischen Verteiler gestrichen zu werden."
Frau X: "Aber nicht bei mir. Ich bin doch ganz neu hier. Ich weiß von nix."
Scheibe: "Kommen Sie mir doch nicht so. Ich mache Pressearbeit für das Verwaltungsprogramm, das Sie benutzen. Da steht ganz genau drin, wer mich wann und mit welchem Ergebnis angerufen hat."
Frau X: "So etwas haben wir nicht."
Scheibe: "Haben Sie doch"
Frau X: "Da steht aber nichts drin."
Scheibe: "Dann schreiben Sie es doch jetzt rein. Ich diktiere es auch gern: Will - nicht - angerufen - werden."
Frau X: "Das darf ich nicht eintragen."
Scheibe: "Wär aber besser. Sonst geb' ich das an den Anwalt weiter. Gegen meinen Willen dürfen Sie mich gar nicht anrufen."
Frau X: "Darf ich doch."
Scheibe: "Dürfen Sie nicht. Ein Freund hat gerade fünf Unternehmen gemeldet, die ihn immer wieder angerufen haben. Da gibt's richtig Ärger. Kann ich mal Ihren Vorgesetzten sprechen?"
Frau X: Klick (aufgelegt)

Ich glaube, ich schau mal wieder bei Nicht-anrufen.de (www.nicht-anrufen.de) vorbei. Da zeigt Elmar Denkmann, wie man Spaß mit Telefonterror haben kann und die Call-Center-Anrufer nach Strich und Faden am Telefon verarscht.

Eine Glosse von Carsten Scheibe

Scheibe@typemania.de, www.typemania.de

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.