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Scheibes Kolumne: Ich bin eine (digitale) Eingeborene

stern.de-Kolumnist Carsten Scheibe ist nach Island getürmt. Zurückgeblieben ist seine Mitarbeiterin Antonia Stahl - auch, um diese Kolumne zu schreiben. Sie fragt sich, warum sie sich nie so sehr für technische Neuerungen begeistern kann wie ihr Chef.

Letzte Woche bekam mein Chef ein iPad. Er hat sich gefreut wie ein Glücksbärchi. Mein Interesse an diesem "Wunderding" hielt sich in bescheidenen Grenzen. Trotzdem musste es mir natürlich ausführlich vorgeführt werden. Während er mir mit strahlenden Augen von all den tollen Eigenschaften berichtete (ich gebe zu, nach zwei Minuten habe ich innerlich auf Standby geschaltet), fragte ich mich, warum mich das alles so kalt lässt. Mein Chef meint ja, wenn ich erst mal eins habe, dann werde ich es nie wieder missen wollen. Aber er behauptet auch, Golf sei ein richtiger Sport.

Ich habe auch kein iPhone, noch sonst irgendwas, was mit "i" anfängt, abgesehen von einem iPod und einem iErkocher. Gut, dieser Wortwitz war jetzt lahm, aber wenigstens ich habe gelacht.

Nach längerem Nachdenken bin ich zu dem Schluss gekommen, dass meine fehlende Begeisterung für die neuesten Wunderwerke der Technik etwas mit meiner Generation zu tun haben muss.

Technik an sich ist nicht das Problem

Es ist nicht so, dass ich technisch völlig unbeleckt wäre. Ich habe ein Handy, einen recht neuen Laptop, einen iPod, weitere Mp3-Player, ein Navi; ich vernetze regelmäßig meinen Plasmafernseher mit meinem PC und wohne praktisch im Internet.

Fernsehen schaue ich fast nur noch online, dabei weiß ich, wo meine Lieblingsserien aus unterschiedlichen Ländern zu bekommen sind, ohne mir eine Wagenladung Viren und anderes Ungeziefer einzufangen.

Facebook und meine vier E-Mail-Konten sind meine Startseiten. Zugegeben, über den Sinn und Unsinn von vier E-Mail-Adressen kann man streiten. Gut, über den Sinn und Unsinn von Facebook auch.

Ich benutze Instant Messaging, ich skype oder videotelefoniere eigentlich ständig mit irgendjemandem überall auf der Welt, wenn ich online bin. Dabei stalke ich bei Google Street View meine Freunde, die ich besuchen möchte, ob sie denn auch wirklich direkt am Strand leben, und nicht etwa doch im Ghetto neben dem Friedhof. Alle meine Reisen plane ich ausschließlich über das Internet, buche Flüge, Mietwagen, Unterkunft, Karten für Veranstaltungen.

Ich habe in meinem Leben noch kein Reisebüro von innen gesehen, und mir erschließt sich der Sinn eines solchen auch nicht ganz. Man kann doch alle Informationen über das Internet finden. Und dann direkt den günstigsten Preis buchen. Und wenn ich Insider-Informationen will, dann suche ich unter meinen Facebook-, MSN-, Skype-, StudiVZ- Freunden jemanden, der in dem Gebiet lebt, wo ich hin will.

Technik bediene ich intuitiv, egal ob DVD-Player, Video-Player, Receiver, Drucker, Faxgerät, Scanner, Fernseher, Stereoanlage, Kühlschrank, Wetterstation, Alarmanlage. Ich habe schon lange aufgehört zu zählen, wie oft ich Geräte jeglicher Art für Verwandte programmiert habe. Handbücher lese ich nur noch, wenn ich über besonders schlechte Übersetzungen lachen möchte.

Wir kennen es nicht anders

Ich bin bei weitem nicht die einzige, die auf diese Weise mit Technik umgeht. Meine Generation, die jetzt Anfang-/Mitte-20-Jährigen, haben alle die größte Zeit unseres Lebens "digital" verbracht. Wir sind die erste Generation der "digital natives", diejenigen, die mit der digitalen Technik aufgewachsen sind. Wobei wir schon fast zu alt sind, die richtige "digital native"- Generation sind die jetzigen Teens, die noch unter 18 sind.

Ich kann mich wenigstens noch erinnern, wie mein Vater sein erstes Handy bekommen hat, ein Gerät von der Größe und dem Gewicht einer kleinen Melone, das außerdem noch sündhaft teuer war.

Ich kann mich auch an mein erstes PC-Spiel erinnern, es war "Tomb Raider". Nachmittags haben mein kleiner sechsjähriger Bruder und ich als Zwölfjährige immer Lara Croft gespielt. Vielmehr habe ich gesteuert, und mein Bruder hat sich immer unter einem Kissen versteckt, weil er das Spiel so angsteinflößend fand. Ich gebe zu, ich fand es auch nicht so toll, ich habe immer versucht, allen Kämpfen aus dem Weg zu gehen und vor dem Gegner zu fliehen. Im Nachhinein betrachtet, habe ich damit den Sinn des Spiels knapp verfehlt.

Heute spiele ich überhaupt keine PC-Spiele mehr. Ich finde sie langweilig, mir ist das richtige Leben lieber. Ich nutze das Internet und meine elektronischen Helfer gerne und ausgiebig, aber ich bekomme auch keine Schweißausbrüche und zittrigen Hände, wenn ich ein, zwei Tage nicht meine Mails checke. Es fällt mir viel leichter mit all der geballten Kraft und den unendlichen Möglichkeiten der digitalen Welt umzugehen, als einer, der älter ist als ich und ein "digitaler Immigrant" ist.

Aber ich habe auch nicht mehr dieses Ehrgefühl vor den "Wunderwerken" der Technik. Ich bin damit aufgewachsen, es ist selbstverständlich für mich. Deshalb kann ich mich wahrscheinlich nicht mehr in dem Maße über neue Produkte begeistern, wie mein Chef es noch kann. Deshalb lächele ich immer ein wenig über meine Verwandten, die bei einem neuen Handy/Computer so tun, als wäre das Ding von den Marsmenschen direkt zu uns geschickt worden.

Ich meine das nicht negativ oder arrogant. Sie sind einfach anders großgeworden. Genauso werden mein Bruder und meine Schwester in ein paar Jahren über mich lächeln, wenn ich zu doof bin, den Roboter-Butler richtig zu bedienen. Aber wenigstens kann ich dann aus der alten Zeit berichten, als es NUR ein iPhone gab. Wie sagte schon Goethe: "Zeige man doch dem Jüngling des edel reifenden Alters Wert und dem Alter die Jugend, daß beide des ewigen Kreises sich erfreuen und so sich Leben im Leben vollende!"

Ein kluger Typ, dieser Goethe. Und der hatte auch kein iPhone.

Eine Glosse von Antonia Stahl, Mitarbeiterin von Carsten Scheibe

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.