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Scheibes Kolumne: Wildern im Usenet

Manchmal ist es für den Außenstehenden spannender als eine Seifenoper im Fernsehen, den Kampf der großen Konzerne gegen die Internet-Raubkopierer zu verfolgen. Während die Plattenfirmen und die Filmindustrie noch auf die Tauschbörsen einschlagen, ist das Gros der Anwender längst im Usenet angekommen.

Du sollst nicht tauschen. So könnte die Botschaft sein, die Medienkonzerne und -verbände bereits seit Monaten mit allen nur erdenklichen Mitteln unters Volk bringen. Wer dabei erwischt wird, wie er aus einer bekannten Tauschbörse illegal eingespielte Musiken oder Filme herunterlädt, wird sofort bestraft. Unzählige Verfahren wurden bereits angestrengt, um den tauschwütigen Fans die kostenlose Verbreitung des kommerziell doch so wertvollen Contents zu untersagen. In der Tat war das Unrechtsbewußtsein auf einmal doch da, wenn erst einmal der Richter mit dem Hammer drohte und nachfragte, wo denn die 20.000 sauber katalogisierten Musiken auf der eigenen Festplatte ihren Ursprung haben. Plattenindustrie und unartiger Fan einigten sich in der Regel auf einen Geldbetrag X, es gab ordentlich Haue in der Presse - und dann war alles wieder gut. Inzwischen ist die Botschaft nicht nur angekommen, sondern auch verstanden worden. Die ganz normalen Gelegenheitstäter meiden inzwischen die Tauschbörsen wie der Teufel das Weihwasser.

Was nicht heißt, dass eben diese geläuterten Fans die Möglichkeit ausschlagen würden, weiterhin Musiken und Filme umsonst zu beziehen, wenn die illegale Quelle nur ein klein wenig verschwiegener wäre. Eben so, dass es garantiert keine unerwünschte Post von den Anwälten der Plattenfirmen gibt, weil die es irgendwie geschafft haben, die beim Tauschbörsen-Download beteiligten Provider zur Herausgabe der IP-Adressen und der damit verbundenen Kundendaten zu überreden.

Orgien der besonderen Art

Klarer Fall: Nur weil der Zugang zu den Tauschbörsen auf einmal gefährlicher geworden ist, so heißt das nicht, dass die Fans darauf verzichten, Musik zu tauschen. Beliebt sind zurzeit so genannte Festplatten-Orgien. Und das geht so: Jeder bringt zu einem konspirativen Treffen eine externe Festplatte mit, auf der die gesamte eigene Musik gespeichert ist. Dann werden immer zwei Platten zugleich über USB an einen PC angeschlossen und miteinander synchronisiert. Nach ein paar Stunden gehen dann alle Beteiligten mit fünf bis zehn Gigabyte neuer Musik nach Hause. Der Vorteil: Niemand bekommt etwas von dieser Aktion mit. Und kaputte Dateien gibt es auch nicht mehr, wenn jeder seinen Bestand mühevoll von Hand pflegt. Illegal bleibt das Ganze aber trotzdem.

Aus längst vergangenen Zeiten...

Längst haben findige Geschäftsleute eine neue Möglichkeit gefunden, mit dem Gut anderer Menschen Geld zu verdienen. Denn was die meisten Konzerne nicht wissen: Es gibt bereits vom Anbeginn des Internets an eine riesige Tauschbörse mit Millionen Dateien, die niemand mehr kontrollieren kann. Dabei handelt es sich um das Usenet. Das Usenet ist nichts anderes als das Schwarze Brett des Internets. Hier gibt es Diskussionsforen zu allen nur erdenklichen Themenbereichen - von Viking-Modellautos bis hin zu den Liebhabern alter Playboy-Ausgaben. Eigentlich dürfen nur unformatiere Texte ins Usenet gestellt werden. Es ist aber durchaus möglich, binäre Dateien wie Bilder, Musik oder Videos in Texte umzuwandeln und diese dann doch ins Usenet hochzuladen. Auf diese Weise sind bereits zig Millionen Sexfotos, Popsongs und Hollywood-Filme ins Usenet gelangt.

Findige Geschäftemacher sind schon da

Jeder Internet-Provider bietet seinen Mitgliedern einen kostenlosen Zugriff auf eine gefilterte Auswahl der Usenet-Gruppen an. Im Web wird nun immer häufiger für Anbieter geworben, die einen Highspeed-Zugang auf das gesamte Usenet gestatten - und das für ein paar Euro Trafficgebühr. Dabei sind die speziellen Zugriffsprogramme, die von diesen Anbietern offeriert werden, so gestrickt, dass sie gar nicht mehr die Texte anzeigen, sondern nur noch die binären Dateien auf die Festplatte schaufeln. Mal sehen, ob die Anbieter damit durchkommen, oder ob die großen Konzerne versuchen werden, auch diesen Download-Weg zu schließen. Damit die Fans die Musiken und Filme in Zukunft kaufen und nicht länger klauen.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(