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Riot Blockchain Hohe Energiepreise: Kryptofirma verkauft Strom lieber, statt damit Bitcoin zu generieren - und macht kräftig Plus

Die schweren Winterstürme haben viele Menschen in Texas zeitweise von der Stromversorgung abgeschnitten
Das texanische Stromnetz leidet unter Extremwetter
© Ralph Lauer / ZUMA Wire / DPA
Die hohen Energiepreise belastet Menschen und Wirtschaft. Ein Krypto-Unternehmen konnte aus der Not eine Tugend machen. Und verdiente mit eingesparter Energie noch Geld.

Seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine klettert die Inflation stetig nach oben. Vor allem die Energiepreise bereiten Bürgern, Wirtschaft und Politik nachvollziehbare Sorgen. Das Krypto-Unternehmen Riot Blockchain wollte ebenfalls Geld sparen. Und verdiente plötzlich mit Strom mehr Geld als mit dem eigentlichen Geschäft.

Das vermeldete das Unternehmen Ende vergangener Woche. Weil in der Heimat Texas die Temperaturen in der Sommerhitze unerbittlich anstiegen, wurde der Betrieb der eigenen Krypto-Anlagen immer teurer. Das berechnen neuer Münzen, das sogenannte Mining, erzeugt jede Menge Wärme, die Kühlung der über 40.000 Rechner wurde zeitweise schlicht zu teuer. Also schaltete man im Juli zeitweise die Anlage ab, um Geld und Energie zu sparen. Und stand plötzlich vor einer ungeahnten Einnahmequelle.

Unverhoffte Einnahmen

Weil das Unternehmen seine Energie nicht zu laufend neuen Preisen kauft, sondern Langzeitpreise vereinbart hatte, blieb man unverhofft auf viel günstigem Strom sitzen. Und machte mit der Wiedereinspeisung zum Marktpreis einen satten Gewinn.

Knapp 9,5 Millionen Dollar nahm Riot nach eigenen Angaben im Juli über die Veräußerung der Strom-Kontingente ein. Das ist mehr als das Kerngeschäft: Mit 318 neu erstellten Bitcoin verdiente man im selben Zeitraum nur knapp 6,8 Millionen Dollar. Das sind zwar 28 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, durch die Stromeinnahmen verdiente man aber trotzdem mehr Geld als vor einem Jahr.

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Besondere Situation in Texas

Im Monatsbericht freut sich CEO Jason Les zwar über den Gewinn, betont allerdings, dass man den Schritt in erster Linie gegangen sei, um den Bundesstaat zu unterstützen. Das texanische Stromnetz ist nach Jahren unzureichender Pflege eher instabil, im letzten Winter hatte extreme Kälte das Netz zum Teil in die Knie gezwungen. Durch die Hitze und der zusätzliche Bedarf an Klimaanlagen drohte nun eine ähnliche Situation.

"Weil wir unseren Strom sehr preisbewusst einkaufen, waren wir in der einmaligen Situation, die Energiebehörde zu unterstützen und Energie zurück ins Netz zu speisen", lobt Les sich und sein Unternehmen.

Seit Statement zeigt allerdings wohl eher unfreiwillig auch die absurde Energiemenge, die Mining verbraucht: Im Vergleich zum Vorjahr berechnete Riot Blockchain knapp 120 Bitcoin weniger als im letzten Juli. Dadurch wurden laut dem Statement 11.717 Kilowattstunden an Strom frei. Was nach Angaben des Unternehmens dem durchschnittlichen Verbrauch von 13.121 texanischen Haushalten entspricht.

Quelle:Riot Blockchain


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