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Halb Tablet, halb Notebook: Microsofts neues Surface Book ist die Zukunft des Laptops

Microsoft war bislang nicht gerade der Hipster der Tech-Branche. Das ändert sich nun: Mit dem neuen Surface Book zeigte der Windows-Riese der Konkurrenz, wo der Hammer hängt. Der neue Laptop lässt selbst Apples Macbook alt aussehen.

Microsoft Surface Book

Microsoft stellte am Dienstag sein neues Surface Book vor

Als Steve Jobs im Januar 2010 das erste iPad vorstellte, waren sich viele Experten sicher: Über kurz oder lang werden Tablets den klassischen Laptop verdrängen. Und der darauf folgende Boom der Flachrechner schien diese Prognose zu bestätigen: Beinahe jeder Hersteller wollte im Tablet-Geschäft mitmischen, die Absatzzahlen schnellten in die Höhe. Gleichzeitig brachen die Verkaufszahlen für Computer ein. Der Niedergang des PCs, zumindest im Privatbereich, schien besiegelt.

Doch nun, fünf Jahre später, steht die Technikwelt erneut Kopf. Zwar verkauften sich Tablets lange Zeit wie warme Semmeln, allein in Deutschland gibt es geschätzt 31 Millionen Tablet-Nutzer. Doch der Hype ist zuletzt stark abgekühlt.

Ihr Seelenheil suchen viele Hersteller nun ausgerechnet im totgeglaubten Laptop-Markt: In kaum einem anderen Bereich werden derzeit so innovative Geräte gezeigt. Im Frühjahr stellte Apple sein neues Macbook vor, einen extrem leichten Computer, der auf Mobilität und Design getrimmt wurde. Das schlanke Notebook war die perfekte Symbiose aus innovativer Technik und einem sexy Äußeren.

Microsoft gelingt der Spagat

Am Dienstag zeigte Microsoft nun seine Vision eines mobilen Arbeitsgeräts - und die hinterließ nicht weniger Eindruck. Der neue Rechner hört auf den Namen Surface Book und hat ein für Tablet-Verhältnisse riesiges 13,5-Zoll-Display. Trotzdem ist das Tablet mit 728 Gramm relativ leicht und mächtig genug, um auch anspruchsvolle Spiele flüssig darzustellen. Laut Microsoft ist das Surface Book sogar "doppelt so schnell" wie das Macbook Pro, auch wenn konkrete Angaben fehlten.

Die Besonderheit: Das Display lässt sich aus der Basis herausnehmen und eigenständig als Tablet verwenden. Will man einen langen Text schreiben, kann das Tablet einfach über ein skorpionartiges Scharnier an die Tastatur angestöpselt werden. Praktisch: Je nach Ausstattung steckt in der Basis ein zusätzlicher Grafikchip, der nochmal mehr Rechenpower bietet. Die Idee ist nicht grundsätzlich neu, auch andere Hersteller bauten bereits die sogenannten "Detachables". Doch so konsequent zu Ende gedacht wie beim neuen Surface Book war bislang kein Gerät. Microsoft kann hier die neuen Möglichkeiten von Windows 10 ausschöpfen. Das Betriebssystem ermöglicht auf allen Geräten - ob Tablet oder PC - eine einheitliche Benutzererfahrung.

Kommen ähnliche Geräte von Apple und Google?

Vielleicht hat Microsoft mit dem neuen Surface Book die Antwort gegeben, nach der die Branche seit fünf Jahren sucht. Die Zukunft gehört demnach weder dem Laptop noch dem Tablet, sondern einem Gerät, dass die Vorzüge aus beiden Welten vereint.

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis auch Apple, Google, Samsung, Dell und Co. ähnliche Geräte anbieten werden. Und dann werden auch die Preise purzeln. Denn das ist bislang der große Wermutstropfen beim Surface Book: Die kleinste Version beginnt bei 1500 Dollar, die Premium-Version schlägt mit 2700 Dollar zu Buche. Die Euro-Preise werden vermutlich noch höher liegen. Die Innovation lässt sich Microsoft derzeit noch teuer bezahlen.