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Digitaler Briefversand Deutsche Post versendet Briefe neuerdings per E-Mail

Nicht nur die Briefmarke wird digital: Neuerdings gibt es auch die Post online.
Nicht nur die Briefmarke wird digital: Neuerdings gibt es auch die Post online.
© DPA
Die Zukunft des Briefes ist digital: Wer keinen Tag länger auf seine Post warten möchte, kann bei der Deutschen Post eine "digitale Kopie" der Nachricht anfordern. Mit dem Angebot möchte das Unternehmen den Briefversand attraktiver machen.

Neben dem analogen Briefversand setzt die Deutsche Post seit Mittwoch auch auf ein digitales Zusatzangebot: In Kooperation mit den E-Mail-Diensten GMX und Web.de versendet das Unternehmen bestimmte Briefe vorab als "digitale Kopie" per E-Mail. "Wir glauben, dass wir mit dem neuen Service den Briefversand attraktiver machen, da wir einen digitalen Mehrwert für unsere Kunden schaffen", sagt der Sprecher der Deutschen Post, Alexander Edenhofer. Das Angebot ist kostenlos und steht aktuell 35 Millionen Nutzern zur Verfügung.

Bereits seit vergangenem Sommer haben Nutzer die Möglichkeit, sich ein Foto des Briefumschlages vor der eigentlichen Zustellung zuschicken zu lassen. "Für die Briefankündigung haben wir einen erfreulich hohen und positiven Kundenzuspruch erhalten", sagt Edenhofer. Den Angaben zufolge haben sich bis jetzt 1,2 Millionen Nutzer registriert.

300 Jahre alte Briefe können erstmals gelesen werden
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Die Teilnahmebedingungen

Mit der Briefankündigung verschickt die Post künftig zusätzlich ein PDF-Dokument mit dem Inhalt. Für den Service ist eine Registrierung notwendig. Kunden müssen sich dafür extra anmelden und zustimmen, dass sowohl Briefumschlag, als auch dessen Inhalte digital versendet werden dürfen. Die neue Funktion lässt sich für Nutzer der Dienste in den Einstellungen des Postfachs aktivieren. Teilnehmen kann bisher aber nur, wer sein Mail-Postfach bei den Anbietern GMX oder Web.de hat.

Nach Angaben der Deutschen Post, GMX und Web.de handelt es sich zunächst um ein freiwilliges Zusatzangebot für die Geschäftspost von Firmenkunden mit hohem Versandaufkommen an Rechnungen, Vertragsunterlagen oder Kundeninformationen. Allerdings funktioniert der Dienst nur, wenn umgekehrt auch Unternehmen das Angebot unterstützen. Angaben der Deutschen Post zufolge haben sich zum Start 50 Großversender wie Vodafone oder Otto sowie über 10.000 kleinere und mittlere Unternehmen gemeldet.

Technisch hält sich der Mehraufwand für die Anbieter in Grenzen. Ein Großteil der Geschäftspost wird in den meisten Fällen ohnehin automatisiert bearbeitet und verschickt. Hierfür beauftragen Unternehmen zumeist Druckzentren oder beauftragen externe Dienstleister – beispielsweise die Deutsche Post

Eine Frau in einem Osterhasen-Kostüm und mit aufgeschminkten Hasenzähnen tippt in einem Büro am Computer

Wie ist es um den Datenschutz bestellt?

Der gesamte Vorgang laufe "vollautomatisiert nach höchsten Datensicherheitsstandards". Auch der Versand werde nicht verzögert, erklärten sie. Ein manueller Scanvorgang etwa durch Post-Mitarbeiter sei gar nicht vorgesehen. Datenschutzrechtliche Bedenken haben die Unternehmen nicht. "Die neue Funktion lässt sich für Nutzer der Dienste in den Einstellungen des Postfachs aktivieren", sagt Edenhofer von der Deutschen Post. Zudem arbeite man derzeit an einer Lösung für die Ende-zu-Ende-verschlüsselte Zustellung besonders schützenswerter Inhalte, wie beispielsweise Krankendaten. Diese könnten bereits im zweiten Halbjahr bereitstehen.

Der Geschäftsführer von GMX und Web.de, Jan Oetjen, sprach von einer Möglichkeit, "alle relevanten Informationen von Unternehmen und Behörden an einer zentralen Stelle zu bündeln". Die E-Mail-App eines Smartphones könne so zum "persönlichen Briefkasten" werden, der immer dabei sei.

cl mit dpa

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