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Videospieltest "The Mighty Quest for Epic Loot" Plündern, prahlen, Schätze horten!


1,5 Millionen Spieler haben sich innerhalb von zwei Wochen für das Free-to-Play-Spiel "The Mighty Quest for Epic Loot" angemeldet. Unser Autor gehört dazu und erklärt, warum das Game süchtig macht.
Von Dominik Brück

Den schlimmsten Moment des Abends erlebe ich, als "Baron von Boshaftingen" in meiner Schatzkammer ein kleines Tänzchen aufführt. Kurz davor ist der graubärtige Magier in mein Schloss eingedrungen, hat meine Fallen überwunden und meine Monster übel zugerichtet. Das kann ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen und rüste mich zum Angriff auf die Burg meines Kontrahenten. Doch zuerst will ich doch mal sehen, ob ich meine Verteidigung nicht noch verbessern kann. Nein, ich bin nicht verrückt. Ich bin süchtig nach dem Spiel "The Mighty Quest for Epic Loot". Seit ich mit meinen Abenteuern begonnen habe, sehen meine Abende genau so aus. Ich plündere die Burgen meiner Gegner und verbessere mit dem erbeuteten Gold meine eigene Verteidigung. Damit ist das simple Spielprinzip schon erklärt - davon los kommt man so leicht nicht wieder.

Angriff ist nicht immer die beste Verteidigung

"The Mighty Quest for Epic Loot" ist ein Free-to-Play-Spiel, das in den ersten zwei Wochen der Open Beta bereits 1,5 Millionen begeisterte Spieler gewinnen konnte. Das Gameplay besteht aus zwei Elementen: dem Aufbau der eigenen Burgverteidigung im Stil von "Dungeon Keeper" und dem Erstürmen der Festungen anderer Spieler in Hack-and-Slay-Manier à la "Diablo". Zur Wahl stehen hierfür drei Helden. Ein vierter kann hinzugekauft werden. Zu Beginn wählt man zwischen dem mutigen Ritter "Sir Painhammer", dem verschlagenen Bogenschützen "Blackeye Bowgart" und dem rätselhaften Magier "Baron von Boshaftingen", mit dem soeben ein anderer Spieler mein Schloss geplündert hat.

Das ist das Besondere an "The Mighty Quest for Epic Loot": Statt nur vorgegebene Level gegen den Computer zu bestreiten, kämpft man sich durch Labyrinthe, die von anderen Spielern erstellt wurden. Gelingt ein solcher Überfall auf die eigene Burg, verliert man einen Teil seines Goldes. Man sollte also darauf achten, nicht nur seinen Helden bestmöglich für den Angriff zu rüsten, sondern auch ausreichend in die eigene Verteidigung investieren.

Die Welt von Opulenzia, in der alle Schlösser beheimatet sind, ist bunt und ziemlich abgedreht. So versuche ich mit allerlei skurrilen Fallen und Monstern, andere Spieler von meiner Schatzkammer fernzuhalten. Das Arsenal reicht dabei von Klebstoffbomben bis zu Feuerbarrieren, die Palette der Monster von Skelettkriegern bis zu den gefürchteten Riesenhühnern. Wie schon gesagt, Opulenzia ist ziemlich abgedreht. Gerade das macht jedoch den Reiz des Spiels aus. Die Jagd nach Schätzen macht schnell süchtig, besonders da der Schlossbesitzer dabei zusehen kann, wie ich seine mühsam erbeuteten Besitztümer in meine Taschen stecke.

Prahlen und Rache

Obwohl "The Mighty Quest for Epic Loot" als Multiplayer-Spiel angelegt ist, müssen nicht alle Spieler gleichzeitig online sein. Jederzeit kann ich die Schlösser anderer Spieler angreifen, jederzeit kann ich selbst angegriffen werden. In der Wiederholung kann man sich dann die Attacken auf die eigene Festung anschauen. In meinem Fall sehe ich also wie "Baron von Boshaftingen" unbeeindruckt meine Monster mit einem Flammenstoß beiseite fegt. Auch das von mir angelegte Minenfeld erreicht in Kombination mit der Fallgrube nicht den erwünschten Effekt.

Der Fehler ist schnell gefunden: Ich habe eine schmale Lücke zwischen Wand und Falle gelassen, durch die sich mein Gegner zwängt ohne eines meiner Verteidigungsgeräte zu aktivieren. So ein Mist! Ich sehe also wie der Baron tanzt und noch einen hämischen Kommentar hinterlässt. Auch das ist ein großer Teil des Spielspaßes: Nach erfolgreicher Plünderung prahlt man gegenüber dem Besiegten mit einer auswählbaren Animation und einem flotten Spruch. Das schreit in jedem Fall nach Rache, aber zuerst muss ich meine Verteidigung verbessern.

Ich schließe also besagte Lücke und ergänze mit dem mir verbliebenem Gold noch ein paar Sumpfkröten. Was dann folgt, macht "The Mighty Quest for Epic Loot" zu einer fairen Herausforderung: Ich muss meine eigene Verteidigung schlagen, um das Schloss wieder für andere Spieler freizuschalten. Es ist also nicht möglich einen ganzen Raum voller Monster zu stellen und dann Spieler nach Spieler scheitern zu sehen. Auch sonst ist das Spiel auf Fairness angelegt. Durch In-Game-Käufe kann man keinen spielerischen Vorteil erringen, lediglich Verschönerungen des eigenen Schlosses und des Helden sind für Echtgeld zu haben.

Nachdem ich also bewiesen habe, dass meine Burg jetzt zwar schwerer zu schlagen, aber schaffbar ist, rüste ich mich für meine Rache und stürme das Schloss des Barons. Es wird auf keinen Fall der letzte Angriff an diesem Abend bleiben, denn während ich durch die Monsterscharen meines Gegners presche, wird mir angezeigt, dass mein Schloss erneut geplündert wurde. Also werde ich wohl mit dem Gold des Barons erneut in meine Verteidigung investieren, bevor ich mich räche. Langweilig wird das nicht.

Fazit: Süchtig nach Rache

Seit meine Schatzkammer das erste Mal geplündert wurde, lässt mich "The Mighty Quest for Epic Loot" nicht mehr los. Ständig denke ich mir neue Wege aus, meinen Gegnern das Leben möglichst schwer zu machen und genieße es, selbst mit gezogenem Schwert in die Schatzkammer eines anderen zu stürmen. Wer einmal mit dem Spiel angefangen hat, ist schnell süchtig nach Rache und entdeckt seine Gier nach mehr Schätzen. Die humorvolle Umsetzung, die bunte Welt und das faire Spielprinzip tun das Übrige, um mich länger an das Spiel zu fesseln. Dass es das alles auch noch umsonst und frei von verpflichtenden In-Game-Käufen gibt, ist noch die Kirsche auf der Sahne.

Übrigens: Wer mich in Opulenzia besuchen möchte, findet mich unter dem Namen middledom. Doch seid gewarnt: Hinter meinen Mauern lauern gar schreckliche Fallen und Kreaturen und meine Rache kann fürchterlich sein!


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