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Ab 25 Dollar im Monat Die Xbox Series X im Abo: Microsoft verkauft seine neuen Konsolen wie beim Handy-Vertrag

Die kommende Xbox Series X wird auch als Abomodell angeboten
Die kommende Xbox Series X wird auch als Abomodell angeboten
© Deagreez / Getty Images
Eine neue Konsole zum Marktstart zu kaufen, geht schnell ins Geld. Bei seiner neuen Series X will Microsoft die Hürde deshalb gehörig senken - und bietet die Konsole im Abomodell an. 

Der Sprung auf eine neue Konsolengeneration ist immer ein großer. Dank der frischen Hardware sehen Games noch realistischer aus, laufen flüssiger über den Bildschirm und ermöglichen so ein völlig neues Spielerlebnis. Und trotzdem heben viele Kunden sich den Kauf für später auf - aus guten Gründen. Mit einem neuen Abomodell will Microsoft den Einstieg daher nun attraktiver machen. 

Die Gründe für die Zurückhaltung sind mit jeder neuen Konsolengeneration dieselben: Mit Preisen zwischen 300 und 500 Dollar sind etwa die beiden neue Xbox angesichts ihrer Leistung zwar nicht zu teuer, eine Luxusanschaffung sind sie aber allemal. Zumal zu dem Preis noch kein Spiel enthalten ist. Und damit wären wir beim zweiten Problem: Am Anfang einer neuen Generation gibt es kaum Content, der die teure Anschaffung rechtfertigen würde. Beide Probleme geht Microsoft nun an.

Die Konsole als Abo-Modell

Die Lösung sieht dabei aus wie man es von einem klassischen Handy- oder DSL-Vertrag kennt: 24 Monate lang zahlt man eine monatliche Gebühr, die Hardware gibt es wie das Handy oder den Router kostenlos dazu, sie gehört einem am Ende auch. Um eine reine Ratenzahlung handelt es sich nicht: Zusätzlich zum Gerät gibt es Zugriff auf Microsofts "Gamepass" und damit auf Unmengen alte und neue Spiele, die sich als Teil der Flatrate auf der neuen Konsole zocken lassen. Statt eines hohen Einstiegspreises und Spielemangel reicht also eine monatliche Gebühr, die Spiele gibt es dazu.

Das Angebot ist attraktiv. Will man sich eine der beiden Microsoft-Konsolen zum Start zulegen und will den Ultimate-Pass dazu buchen, spart man sogar Geld. Kauft man etwa die Xbox Series S für 299 Dollar und bucht den Gamepass zum Preis von 15 Dollar monatlich dazu, kommt man über zwei Jahre auf knapp 660 Dollar. Bucht man das Gamepass All Acess genannte Paket inklusive Konsole, werden 25 Dollar monatlich fällig. Über die 24 Monate zahlt man also 600 Dollar - und damit 60 Dollar weniger als beim Einzelkauf. Bei der Series X ist es etwas weniger günstig. Mit einem Kaufpreis von 500 Dollar und monatlichen Kosten von 35 Dollar für All Access ist die Ersparnis mit nur 20 Dollar deutlich geringer. Da der Gamepass auch regelmäßig reduziert zu bekommen ist, kann man am Ende eventuell sogar leicht draufzahlen.

Deutsche Sparfüchse sollten sich aber nicht zu früh freuen: Die Ratenzahlung ist hierzulande bisher nicht geplant, bisher hat Microsoft neben den USA nur zehn andere Länder, unter anderem Australien und Frankreich, bestätigt, in denen der All-Access-Plan zum Start so angeboten wird. In anderen Ländern könnte er aber später folgen.

Gaming-Flatrate als Strategie

Mit dem Modell von Spielen per Flatrate ist Microsoft nicht alleine. Auch Sony hat mit Playstation Now ein ähnliches Angebot, die Spiele-Studios wie EA (FIFA) oder Ubisoft bieten ebenfalls Flatrates für den eigenen Spielekatalog an. Das EA-Abo ist nun sogar Teil von Microsofts Gamepass, macht ihn damit noch attraktiver. Die Kombination mit der Konsolen-Ratenzahlung ist ebenfalls nicht völlig neu: Sie wurde von Microsoft schon bei der aktuellen Generation eingeführt, allerdings erst später und in deutlich kleinerem Rahmen.

Das Paket gleich als Einstieg in eine neue Konsolengeneration anzubieten, ist nun ein cleverer Schachzug. Wer sich die Konsole später zulegt, kauft vor allem die Konsole, die auch seine Freunde haben. Schließlich kann man sonst nur wenige Spiele gemeinsam spielen. Die Plattform, die am schnellsten eine Spielerbasis aufbaut, hat also auch gute Chancen, das Rennen um die beliebtere Konsole auch auch auf Dauer anführen zu können. Der Abbau der Hürden zum Start könnte dabei einen entscheidenden Vorteil bieten. Ob Sony ein ähnliches Paket plant, ist noch nicht bekannt: Der Hersteller hält sich zu Preisen und Verkaufsstart bisher weiter bedeckt. 

Quelle: Microsoft


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