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FireTV-Ankündigung: Amazon drängt in die Wohnzimmer - und stellt einen Mediamarkt-Fernseher vor

Mit dem FireTV schaffte es Amazon in Millionen von deutschen Wohnungen. Jetzt will der Konzern den endgültigen Durchbruch und stellt eine Serie von Fernsehern mit eingebauter Alexa vor. Darunter sind gleich mehrere von Grundig -  und eine Eigenproduktion von MediamarktSaturn.

Bei den Fernsehern arbeitet Amazon unter anderem mit Grundig zusammen

Bei den Fernsehern arbeitet Amazon unter anderem mit Grundig zusammen

stern.de

Es war die wohl größte Hardware-Ankündigung, die Amazon je außerhalb der Heimat Seattle gewagt hat: Mit gleich einem guten Dutzend Fernseher mit eingebautem FireTV will Amazon endgültig den Durchbruch ins Wohnzimmer schaffen. Dabei hat man sich Hilfe von unverhoffter Seite geholt. 

Die wohl unerwartetste Ankündigung des Abends: Einer der Fernseher stammt von MediamarktSaturn. Der Handelsriese ist einer der größten Konkurrenten Amazons in Deutschland. Der ab nächstes Jahr unter der Eigenmarke "OK" vertriebene TV hat einen FireTV verbaut. Über die Oberfläche lassen sich nicht nur Serien bei Amazon Prime Video schauen. Die mitgelieferte Alexa-Fernbedienung erlaubt es auch, den TV als vollwertigen Amazon Echo mit Alexa zu benutzen und etwa Fragen zu stellen oder Smarthome-Geräte zu steuern.

OK ist nicht die einzige Marke, mit der Amazon zusammengearbeitet. Auch die mittlerweile zu einer türkischen Mutter gehörende Traditionsmarke Grundig ist dabei. Ganze elf Modelle hat die für Oktober angekündigte FireTV-Edition, vom teuren OLED-Modell bis zur Spar-Version ab 240 Euro. Im Internationalen Markt arbeitet Amazon unter anderem mit Toshiba und JVC.

Ein Würfel für alles

Zusätzlich bietet Amazon seinen Amazon Cube in seiner überarbeiteten Version erstmals in Deutschland an. Der Würfel vereint einen FireTV mit einem Amazon Echo. Anders als die Fernseher und der klassische Stick benötigt er keine Fernbedienung, um Alexa aktivieren zu können. Wie beim Echo reicht es einfach, das Aktivierungswort Alexa in den Raum zu rufen - schon kann man den Fernseher oder den Rest der Wohnung per Sprache steuern.

Die Strategie hinter Amazons Schritt ist schnell erklärt: Der Konzern möchte in so viele Wohnzimmer wie möglich. Prime Kunden, die über einen Fire TV streamen, verbringen deutlich mehr Zeit bei dem Dienst, verriet ein Sprecher bei der Präsentation. Weil aber immer mehr Fernseher selbst schon ein smartes Betriebssystem mitbringen, wird die Nutzung einer eigenen Streamingbox immer unnötiger. Kommen die TVs ab Werk mit Alexa, bleiben die Kunden auch eher bei Amazons Angebot.

Ob die Strategie aufgeht, hängt sicher auch von der Qualität der ab Oktober angebotenen TV-Geräte ab. Mit Toshiba und Grundig sind zwar einst klangvolle Namen dabei, in den letzten Jahren fielen die Hersteller aber eher mit günstigeren Geräten auf. Auch der Mediamarkt-TV wird kaum zum High-End gehören. Viele Details hat Amazon bisher nicht verraten. Der größte Verklaufspunkt der Geräte wird vermutlich ohnehin nicht die besonders hohe Bildqualität sein - sondern der Kampfpreis.

mma