Fotoschule So gelingen Ihnen gute Urlaubsbilder


Fotos aus dem Urlaub können mehr sein als die üblichen Alibiaufnahmen von Stränden, Kirchen und Hotelpools. Der stern gibt Tipps, wie einzigartige Reisefotos gelingen können.

Verschlusszeiten, Blenden, Schärfentiefe - das sind alles Fremdwörter für Sie? Sie haben eine teure Kamera gekauft, wissen aber nicht, wie man sie richtig bedient? Macht nichts. Mit ein paar Tricks gelingen Ihnen trotzdem spektakuläre Urlaubsbilder. Wir geben in Zusammenarbeit mit dem Magazin "Color Foto" in unserer Fotoschule hilfreiche Tipps und erklären grundlegende Techniken - etwa, welche Blende in welcher Situation richtig ist und wie Bilder mit unscharfem Hintergrund gelingen.

Die gesamte Fotoschule erhalten Sie hier gegen Gebühr.

Was ist Schärfentiefe?

Das Spiel mit Schärfe und Unschärfe ist eines der stärksten Stilmittel der Fotografie: Es suggeriert räumliche Tiefe und lenkt den Blick auf das Wesentliche. Unter Schärfentiefe versteht man jenen Bereich entlang der optischen Achse, auf dem ein Motiv in seiner Tiefenausdehnung mehr oder weniger scharf abgebildet wird.

Wirklich "scharf" ist ein Foto aber nur auf der sogenannten Gegenstands- oder Einstellebene, die parallel zur Aufnahme-Ebene (Bildsensor) verläuft. Jeder Gegenstandspunkt davor oder dahinter wird nicht punktförmig, sondern als kleines Scheibchen (Zerstreuungskreis) abgebildet. Mit dem Verkleinern der Blendenöffnung werden auch die Unschärfekreise kleiner, sodass sich der als scharf wahrgenommene Motivbereich ausdehnt. Beim Öffnen der Blende passiert das Gegenteil.

Das Spiel mit der Blende

Unter Schärfentiefe versteht man die Ausdehnung der Bildschärfe vor und/oder hinter dem anfokussierten Bildpunkt. Dabei gelten folgende Gesetzmäßigkeiten:

• je kleiner die eingestellte Blende, desto größer die Schärfentiefe
• je größer die eingestellte Blende, desto kleiner die Schärfentiefe
• je kürzer die verwendete Objektivbrennweite, desto größer die Schärfentiefe bei einer bestimmten Blende

Selektive Schärfe

Beim Gestalten mit selektiver Schärfe (geringer Schärfentiefe) kommt es darauf an, wo man die Schärfeebene platziert. Damit lassen sich von ein und demselben Motiv völlig unterschiedliche Ansichten realisieren. Hier wurde mit einem Tele-Objektiv (150 mm KB-äquivalent) bei Blende 5,6 fotografiert.

Unscharfer Hintergrund

Bei einem Porträt bietet es sich an, den Hintergrund in der Unschärfe verschwimmen zu lassen, damit sich das Hauptmotiv besser davon trennt und seine volle Wirkung entfaltet. Dafür eignet sich am besten ein Teleobjektiv (hier 100 mm KB-äquivalent) in Verbindung mit einer großen Arbeitsblende (hier 1:4).Bei einer Landschaftsaufnahme macht es dagegen meistens Sinn, möglichst viel scharf abzubilden.

Zeitautomatik (Blendenvorwahl)

Um die Blende kontrollieren zu können, verwenden Sie den Modus Zeitautomatik mit Blendenvorwahl (wird entweder mit dem Kürzel A oder mit Av bezeichnet). Das heißt: Sie stellen eine kleine Blende (große Zahl, z.B. 16) ein, wenn Sie viel Schärfentiefe haben wollen. Und Sie stellen eine kleine Blende (kleine Zahl, z.B. 2,8) ein, wenn Sie die Schärfentiefe klein halten wollen.

So funktioniert die Blende

Oft kann die Belichtungsautomatik einer Kamera machen, was sie will. Im Endeffekt läuft alles auf das gleiche Ziel hinaus – auf die optimale Einstellung von Blende und Belichtungszeit. Denn diese beiden Parameter entscheiden darüber, ob ein Foto zu hell, zu dunkel oder richtig belichtet ist. Deshalb erklären wir Ihnen, wie Blende und Verschlusszeit funktionieren und welche Auswirkungen sie auf das Bild haben.

Die Blende ist eine mechanische Vorrichtung im Objektiv, mit der sich der Lichtfluss innerhalb des optischen Systems kontrollieren lässt. Bei Offenblende gelangt das in der jeweiligen Beleuchtungssituation mögliche Maximum an Licht zum Bildsensor; schließt man die Blende, kommt entsprechend weniger Licht am Aufnahmemedium an. Beim Einstellen der Blende, entweder am Blendenring des Objektivs (falls vorhanden) oder an der Kamera, schieben sich kreisförmig angeordnete Lamellenbleche ineinander und bilden eine variable Öffnung.

Die sogenannte

Offenblendenmessung

macht es bei einer Spiegelreflexkamera möglich, dass man das Motiv immer bei offener Blende betrachten kann und das Sucherbild so hell wie möglich bleibt – geschlossen wird die Blende erst kurz vor der Belichtung (Springblende). Viele SLR-Kameras bieten aber auch eine Abblendvorrichtung (Schärfentiefetaste), um die Wirkung der eingestellten Arbeitsblende im Sucher sichtbar zu machen – wie das im Live-Bild am Monitor ohnehin der Fall ist.

Die

Irisblende

ist ein Bauteil Ihres Kameraobjektivs, das Sie bei einer digitalen Kompaktkamera gar nicht zu Gesicht bekommen. Was die Blende macht, zeigt das abgebildete Objektiv einer Großformatkamera:

Mit kreisförmig angeordneten, verstellbaren Lamellen im Strahlengang des Objektivs lässt sich dessen

Öffnung

variieren – wie bei einem Wasserhahn, der die Durchflussmenge reguliert. Ganz ähnlich drosselt die Blende den Lichtstrom, der durch das Objektiv auf den Bildsensor fällt.

Blende am LC -Display

Am LC-Display von Digitalkameras (wenn vorhanden) wird neben der Belichtungszeit auch der Blendenwert (Pfeil) angezeigt, zum Teil mit einem "f" davor. Der kleine Buchstabe steht für "f-stop" und damit für die englische Bezeichnung für Blendenwert. In der Praxis gibt es übrigens auch Zwischenwerte wie 1,8 oder 2,2.

Wie nutzt man Verschlusszeiten?

Während die Blende die Menge des Lichts regelt, das zum Bildsensor gelangt, bestimmt die Belichtungs- bzw. Verschlusszeit, wie lange der Sensor dem Licht ausgesetzt ist. Dafür zuständig ist in der Kamera der Verschlussmechanismus – bei SLR-Modellen und spiegellosen Systemkameras normalerweise ein Schlitzverschluss.

Der Schlitzverschluss wird meistens elektronisch angesteuert und ermöglicht Kurzzeiten bis 1/8000s. Langzeiten regelt die Elektronik meistens bis 30 Sekunden. Ein elektronischer Verschluss ist dagegen keine mechanische Vorrichtung, sondern eine bestimmte Methode, den Bildsensor anzusteuern und damit eine Verschlussfunktion zu simulieren – beispielsweise bei digitalen Kompaktkameras.

Blendenautomatik (Zeitvorwahl)

Um die Verschlusszeit kontrollieren zu können, verwenden Sie den Modus Blendenautomatik mit Zeitvorwahl (wird entweder mit dem Kürzel S oder mit Tv bezeichnet). Das heißt: Sie stellen eine kurze Zeit ein, wenn Sie Bewegungen einfrieren wollen und eine lange, wenn Bewegung durch Verwischung sichtbar gemacht werden soll.

Quelle: "Color Foto"

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker