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Gebühren für HD-Fernsehen: Geld macht scharf

Etliche TV-Zuschauer sind bereit, für hochauflösende Programme extra zu bezahlen. Via Satellit ist das schon akzeptiert. Nur im Kabelfernsehen tobt ein Grundsatzstreit, der brillante TV-Bilder blockiert.

Von Lutz Knappmann

Es gibt 31 Millionen HD-Fernseher in deutschen Haushalten. Das Angebot an hochauflösenden TV-Programmen aber ist nach wie vor begrenzt. Denn die Sender benutzen die HD-Inhalte als Druckmittel für eine Neuordnung der Machtverhältnisse im TV-Markt. Und die Zuschauer, die allmählich ungeduldig werden, weil sie die optischen Möglichkeiten ihrer Flachbildschirme endlich nutzen wollen, liefern ihnen dafür die Steilvorlage.

Etliche Deutsche sind bereit, für Filme und Sendungen in HD zu bezahlen. Fast 600.000 HD-Abonnenten zählt mittlerweile der Pay-TV-Anbieter Sky. Und immerhin 114.000 zahlende Kunden meldete Anfang der Woche die Plattform HD+ des Satellitenbetreibers SES Astra. HD+ ist der bislang einzige Anbieter bei dem auch die acht hochauflösenden Programme der Privatsender zu empfangen sind - im ersten Jahr kostenlos, anschließend für jährlich 50 Euro.

Überraschung: Es wird bezahlt

Die eigentliche Überraschung: 66 Prozent der Nutzer von HD+ haben sich nach dem Gratisjahr entschieden, dass ihnen Sender wie RTL HD, Pro Sieben HD oder Sport1 HD zusätzliches Geld wert sind - obwohl sie dieselben Programme auch kostenlos empfangen können, nur eben in niedrigerer Auflösung. "66 Prozent sind weit mehr als wir erwartet hatten", sagte HD+-Chef Wilfried Urner.

Bei den Privatsendern sorgen die Zahlen aus dem Satellitengeschäft für gute Laune. Denn sie liefern Ihnen Argumente in der langen schwelenden Auseinandersetzung mit den Kabelbetreibern. Über deren Netz sind die HD-Sender der Privaten bislang nämlich nicht zu empfangen. Beide Seiten sind sich uneins, wer zahlen soll.

Sender müssen fürs Kabel zahlen

Dahinter steht ein grundlegender Konflikt: Hierzulande müssen die Sender dafür bezahlen, ihre Programme ins Kabel einspeisen zu dürfen. Alljährlich kommen bei den TV-Firmen so dreistellige Millionenkosten zusammen. In den USA etwa ist es genau umgekehrt, dort bekommen die Sender einen Anteil der Kabelgebühren ausgezahlt, die die Nutzer allmonatlich überweisen. Dieses Modell würden die deutschen Privatsender hierzulande auch gern durchsetzen. "Wir wollen von den Plattformen eine faire Beteiligung am Umsatz mit unseren Programmen bekommen", sagte Gerhard Zeiler, Chef der RTL Group vor wenigen Tagen der FAZ.

Die großen TV-Anbieter suchen fieberhaft Einnahmequellen, die sie unabhängiger vom Werbemarkt machen. Sie machen keinen Hehl daraus, dass sie die Satellitenplattform HD+ für ein Modell halten, nach dem sich auch die Kabelbetreiber richten könnten: Zusatzgebühren für die HD-Kanäle, an denen die Sender beteiligt werden. Und die nun veröffentlichten Zahlen von HD+ - der Anbieter rechnet bis Ende 2011 mit 300.000 zahlenden Kunden - suggerieren, dass die Zuschauer das akzeptieren.

Gebühren für einen Standard?

Dabei gibt es mächtige Gegner einer solchen Lösung: die Gebührensender ARD und ZDF. Ihre drei HD-Sender, sowie der österreichische Privatkanal Servus TV HD sind kostenlos zu empfangen. "HDTV ist der neue Fernsehstandard. Es ist eine Dreistigkeit, dem Publikum dafür ein Abonnement aufzudrücken", wetterte ZDF-Intendant Markus Schächter in einem Interview des Onlinedienstes DWDL. "Mit der neuen Mautstelle wird die im europäischen Vergleich ohnehin rückständige Digitalisierung in Deutschland weiter abgebremst."

Bei der Einführung von HD+ vor knapp anderthalb Jahren empörten sich zudem viele Nutzer darüber, dass die Empfangsgeräte das Überspringen von Werbeblöcken bei aufgenommenen Sendungen unterbinden. Die Sender wollen so verhindern, dass ihr werbefinanziertes Geschäftsmodell kollabiert. Bei HD+ haben die Sender eine Reihe technischer Restriktionen durchgesetzt, für die sie auch auf anderen Empfangswegen kämpfen.

Ab Sommer sollen auch Satellitenkunden des Bezahlfernsehanbieters Sky die HD+-Angebote empfangen können. Der Druck auf die Kabelfirmen wächst: Während die HD-Satellitenangebote ihre Reichweite schrittweise ausbauen, sind die Kanäle im Kabel noch immer nicht empfangbar.

FTD
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.